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N 3, Markt im Dritten am 21. September, 20.15 Uhr

N 3, Moderation im Studio: Es kam für viele Börsianer überraschend, aber offenbar nicht für alle. Manch einer hat offenbar den übersinnlichen Blick in fremde Welten und er verheißt zum Beispiel, in diesen Tagen sollte sich das Software-Unternehmen SAP warm anziehen.

Beginn des Filmbeitrages:

N 3: Die Börsenkurse stehen in den Sternen, sagt zumindest Gert Schmidt. Der Börsenanalyst experimentiert seit gut einem Jahr mit Astrologie. Schmidt beobachtet nicht nur die Bewegungen auf den Märkten, er will auch die kosmischen Zusammenhänge erfassen. Und dafür braucht er natürlich ein paar mehr Daten als nur Kurven, Gewinnaussichten, Cash Flow und Trendkanäle.

Gert Schmidt: Die Planeten wissen vom Zeitpunkt der Geburt einer Aktie bereits sehr viel über die kommende Geschichte. Bei SAP sind es Mars, Saturn, Uranus, Jupiter und die Sonne im Tierkreiszeichen Skorpion. Und daraus lassen sich besondere Charaktereigenschaften ableiten.

N 3: SAP ist ein typischer Skorpion, diszipliniert, idealistisch und kreativ, aber auch anfällig für Rückschläge. Doch dieses Wissen allein erklärt noch nicht, weshalb Schmidt richtig lag, wo Hunderte von Kollegen irrten.

Gert Schmidt: Grundlagen sind die astrologischen Daten: Geburtsdaten, Hoch- und Tiefpunkte der jeweiligen Aktie. Dann schaue ich, welche Konstellation der Planeten es zu diesem Zeitpunkt gab und kann dann beurteilen, was für die Aktie wichtig ist.

N 3: Die Ergebnisse seiner Astroexperimente veröffentlicht Schmidt mit dem Internet. Sein Börsendienst "MOVING MARKETS" hat eine eigene Unterabteilung Astrologie und Börsentechnik. Ein spezieller CRASH-KALENDER informiert die Anleger, wann Aktiengeschäfte unter einem schlechten Stern stehen.

Gert Schmidt: Am 7. August habe ich veröffentlicht, welche kritischen Tage bevorstehen, unter anderem der 20. Und 21. August. Da waren Mars, Neptun und Venus Uranus in einem besonderen Spannungsverhältnis zueinander und tatsächlich ging es an der Börse bergab. Der DAX verlor über 300 Punkte, was über 5 Prozent waren.

N 3: Ja, hätte man das gewußt. Asienkrise und Börsenleben als Folge kosmischer Einflüsse. Das läßt die aktuellen Probleme in neuem Licht erscheinen. Doch woher wußte Schmidt, daß Börsenliebling SAP abschmieren würde. Das wußte SAP ja nicht mal selbst.

Gert Schmidt: Seit 1991 beobachte ich, daß eine Sonne Mars-Konstellation bei der Aktie für 15 bis 30 prozentige Kursabschläge sorgt. Und das haben wir auch jetzt im September.

N 3: Bis auf 700 DM kann der Kurs fallen, glaubt Schmidt. Wenn es einen Überflieger wie SAP schon so hart trifft, was steht dann für den DAX in den Sternen?

Gert Schmidt: Das nächste Jahr ist ähnlich kritisch zu sehen, wie die kritischen Jahre von 1929 bis 1930 und wenn ich das auf die heutigen Verhältnisse übertrage, ist sogar ein DAX von 3.000 Punkten möglich.

N 3: Ja, liebe Kleinanleger, die Börsen sind voller Verbrecher. Ihr Herz ist ein finsteres Loch.

Ende des Filmbeitrages

N 3, Moderation im Studio: Nur Spielverderber meinen, daß allein eine solche Vorhersage ausreichen könnte, das prognostizierte Ergebnis herbeizuführen. Andererseits behaupten Spötter, die Börsianer seien ausschließlich erfunden, damit die Meteorologen mit ihren falschen Wettervorhersagen nicht allein im Regen stehen.

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