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Analysen + Indikatoren
Das erwartet uns in der nächsten Woche

Deutscher Aktienindex, US-Aktien

Ausblick für die nächste Woche. Grafiken und Analysen mit Stand 06.09.2003.

(Vorwoche 28.08.2003).




05.09.2003 DOW JONES 9503,34, S + P 500 1021,39, NASDAQ100 1361,9

Markttechnik USA

1. NYSE A/D-Linie vs DOW JONES (1 Tag verzögert) | US-Statistik

2. Russell 2000 vs. DOW JONES: Intraday 5 Tage | 3 Monate | 6 Monate |

3. DOW JONES mit Umsatz (1 Tag verzögert)

4. NASDAQ-Computerindex vs. NASDAQ Composite (Hintergrund/Auftaktbewertung am 21.02.2003)

5. Microsoft vs. Nasdaq 100 (Hintergrund/Auftaktbewertung vom 07.06.2003)

Bewertung

Zu 1.

Die A/D-Linie kletterte stärker als der Dow Jones und fiel vergangenen Freitag kaum zurück, was ein kurz-, mittel- und langfristiges Verkaufsignal darstellt. Der Markt kann solange fallen, bis die A/D-Linie stärker unter Druck gerät als der Dow Jones. Wegen der besonders ausgeprägten positiven Divergenz des Indikators könnte es sogar einige Wochen dauern, bis der Markt wieder für steigende Kurse bereit ist.

Zu 2.

Das Auseinanderlaufen von Russell 2000 und Dow Jones nahm ein ähnliches Ausmaß an, wie im Frühjahr 2000. Das können Sie sehr schön im 5 Jahres Chart erkennen. Hat sich diesmal ein ähnlich großes Abwärtspotential aufgebaut?

Zu 3.

Die Umsatzentwicklung ist kurzfristig als neutral einzustufen. Als der Dow Jones vergangenen Freitag den Rückwärtsgang einlegte, blieben die Umsätze in etwa auf dem Niveau des Vortrags, als der Dow Jones geklettert war.

Mittel-und langfristig zeigt der Umsatzindikator weiterhin abwärts, weil die seit 2002 bestehende positive Divergenz nicht abgebaut wurde. Das dürfte erst mit Panikverkäuferin und massiv steigenden Umsätzen geschehen.

Zu 4.

Computeraktien legten in den vergangenen Tagen deutlich stärker zu als der Nasdaq Composite Index, was entsprechend der früheren Beobachtungen einen oberen Umkehrpunkt markieren dürfte. Die erwartete Abwärtsbewegung kann solange anhalten, bis Computeraktien beim nächsten potentiellen unteren Umkehrpunkt stärker gefallen sind als der Gesamtindex.

Zu 5.

Weil sich die Microsoft-Aktie in den vergangenen Wochen parallel mit dem Nasdaq 100 Index bewegte oder sogar schwächer als der Blue Chip Index tendierte, konnte der Gesamtmarkt weiter steigen.

Aber seit vergangener Woche veränderte sich das Bild grundlegend. Erstmals seit Jahresbeginn kletterte die Aktie des Softwareunternehmens stärker als der Nasdaq 100. Das stellt entsprechend der bisher bekannten Marktmechanik und aufgrund der Auftaktbewertung vom 07.06.2003 ein klares Verkaufsignal für den Gesamtmarkt dar. Im Vergleich zu den spekulativen und zu teuren Technologieinvestments gehört Microsoft eher zu den langweiligen, renditestarken Investments (wenngleich die Aktie - vorsichtig ausgedrückt - mit einem KGV von 30 ebenfalls schon "gut bezahlt" ist).

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Ausblick: Im Rahmen einer technischen Reaktion erscheint es möglich, daß die US-Märkte die Woche mit einer Aufwärtsbewegung beginnen. Einige Marktteilnehmer dürften sich nach den neuen Zwischenhochs ermutigt sehen, ihre Positionen auszubauen. Allerdings gibt es aufgrund des hohen Bulls/Bears-Ratios und des stark gestiegenen Barron's Confidence Index nur noch wenige Marktteilnehmer, die ihre Positionen grundlegend ändern müßten.

Zu wenige Bären stehen an der Seitenlinie und zu viele Optimisten sind bereits engagiert. Deshalb kann die Gegenbewegung schwach bleiben, z.B. Scheitern des Dow Jones am Widerstand von 9.550/9.570 Punkten und des NASDAQ100 am Widerstand von 1.370/1.375 Punkten.

Der nächste potentielle obere Umkehrpunkt ist erkennbar anhand der anhaltend steigenden Microsoft-Aktie und schneller als der Gesamtindex steigenden Computerbranche und einem Gewinner/Verlierer-Verhältnis von über 2,0.

(Vorwoche 28.08.2003).

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05.09.2003: Deutscher Aktienindex 3607,71

Bis zum 3.9. waren es überwiegend die renditestarken Aktien, die die Marktteilnehmer bevorzugten. Das CMI S/R-Ratio, das den Anteil von spekulativen und renditestarken Aktien misst (Ratio über 1 = Übergewicht von spekulativen Aktien, Ratio unter 1 = Übergewicht von renditestarken Werten), pendelte in den Tagen davor zwischen 0,3 und 0,6. Ich gehe davon aus, dass in der Zeit, bis zum Erreichen von 3650 Punkten, eine große Umverteilung/Branchenrotation stattfand. Die langfristig planenden Anleger nahmen bei den großen, schwergewichtigen, spekulativen Werten Gewinne mit, während sie freiwerdende Mittel bei den renditestarken Titeln unterbrachen.

Ab dem 04.09. änderte sich das: Das CMI S/R-Ratio sprang auf 0,88, was anzeigt, dass die Marktteilnehmer ihre Engagements bei den spekulativen Aktien bevorzugten. Das waren wahrscheinlich die kurzfristig agierenden Spekulanten, die bei dem charttechnischen Kaufsignal auf den nun angeblich losfahrenden Börsenzug aufspringen wollten, um die nächste Rallye nicht zu verpassen.

Aber das am 04.09. fallende CMI Depot signalisiert, dass diese Strategie nicht aufging. Der Indikator hätte mit kontinuierlichen Kapitalzufluss bei den spekulativen Outperformern weiter steigen müssen. Weil das nicht geschah, der DAX zweimal vom Widerstand 3680 Punkten abprallte, anschließend den Rückwärtsgang einlegte und das CMI Depot die Aufwärtsbewegung des DAX nicht mitmachte, gehe ich davon aus, dass die Spekulanten in einer Bullenfalle landeten. Typisch für eine Topbildung: Am Ende laufen die voreiligen Marktteilnehmer dem Trend hinterher.

Waren es Aktienkäufer oder Terminspekulanten, die den Markt nach oben zogen? Die Antwort darauf gibt die nachfolgende Grafik:

Das DF/Aktien-Ratio (Gegenüberstellung von Umsätzen des DAX Futures und Aktienumsätzen) fiel mit steigenden Notierungen und kletterte, als der DAX den Rückwärtsgang einlegte. Dadurch wird angezeigt, das überwiegend Aktienhändler den DAX nach oben zogen. Bei den Abwärtsbewegungen hielten sie sich zurück und überließen den Terminspekulanten an der EUREX das Feld.

Anders ausgedrückt: Die Aktienhändler waren in den vergangenen Tagen besonders optimistisch, während die Eurex Spekulanten die Aufwärtsbewegung eher mit kritischen Blick betrachteten. Wenn die Börse von den Aktienhändlern bewegt wird, geht der Trend seinem Ende entgegen. Denn diese Gruppe der Marktteilnehmer wird stärker von Massenmedien beeinflusst, als es bei den Future-Spekulanten der Fall sein dürfte. Auch das Research der EUREX Trader dürfte wegen des höheren Kapitaleinsatzes umfangreicher und teurer (besser?) sein, als bei einem Marktteilnehmer, der zum Beispiel 300 MAN-Aktien kauft.

Dass die Aktienhändler mit fallenden Kursen optimistisch bleiben, sehen Sie anhand der niedrigen Umsätze, sichtbar gemacht mit dem Indikator Aktienvolumen. Der Indikator fiel vergangenen Freitag kaum zurück, während der DAX deutlicher unter Druck geriet.

Je länger die Optimisten mit fallenden Kursen engagiert bleiben, desto stabiler dürfte der Abwärtstrend sein. Sie warten auf steigende Kurse (andere "Dumme", die ihnen die Papiere zu höheren Kursen abnehmen) und trennen sich erst dann in größerem Umfang von ihren Engagements, wenn der Markt deutlich tiefer steht.

Deshalb wird der Indikator Aktienvolumen in den nächsten Wochen ein wichtiger Begleiter bei der täglichen Bewertung sein. Solange die positive Divergenz bestehen bleibt, die Optimisten unverändert engagiert sind, dürfte sich die Abwärtsbewegung fortsetzen.

(Vorwoche 28.08.2003)


GERT SCHMIDT FINANZINFORMATIONEN