Ausblick für die nächste Woche. Grafiken und Analysen mit Stand 09.01.2004. |
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09.01.2004, DOW JONES 10.458, S + P 500 1.121, NASDAQ100 1.520 Markttechnik USA 1. NYSE A/D-Linie vs DOW JONES (1 Tag verzögert) | US-Statistik 2. Russell 2000 vs. DOW JONES: Intraday 5 Tage | 3 Monate | 6 Monate | 3. DOW JONES mit Umsatz (1 Tag verzögert) 4. NASDAQ-Computerindex vs. NASDAQ Composite (Hintergrund/Auftaktbewertung am 21.02.2003) 5. Microsoft vs. Nasdaq 100 (Hintergrund/Auftaktbewertung vom 07.06.2003) Bewertung Zu 1. Die A/D-Linie steigt seit Wochen stärker als der Dow Jones, was zwar ein Verkaufsignal darstellt, aber bisher nicht zu fallenden Kursen führte. Die Aussagekraft des Indikators darf vorübergehend bezweifelt werden - mit einer Einschränkung: es entstand dadurch eine große Spekulationsblase. Zu 2. Die Aussage zur A/D-Linie trifft auch auf den Nebenwerteindex Russell 2000 zu. Zu 3. Umsatz- und Kursentwicklung laufen parallel zueinander. Hier ist kurzfristig keine Überhitzung erkennbar, die Fortsetzung der Aufwärtsbewegung erscheint daher wie in den vergangenen Monaten möglich. Zu 4. Computeraktien tendierten in den vergangenen Tagen fester als der Nasdaq Composite Index, was ein Verkaufsignal darstellte. Dennoch setzte der Markt seine Aufwärtsbewegung fort. Heute fiel der Indikator etwas zurück, was die kurzfristige Überhitzung etwas neutralisierte. Im Rahmen einer Spekulationsblase könnte das schon ausreichen, die Rallye in der kommenden Woche fortzusetzen. Zu 5. Die Microsoft-Aktie tendierte in den vergangenen Tagen deutlich schwächer als der Nasdaq 100. Entsprechend der bekannten Marktmechanik stellt das ein Kaufsignal dar. ** ** Die in den vergangenen Monaten wenig aussagekräftigen Indikatoren Russell 2000 und NYSE A/D-Linie ausgeklammert, weist der amerikanische Aktienmarkt weiteres Aufwärtspotential auf. Die Spekulation auf steigende Kurse erscheint daher aussichtsreich. Nur: Wegen der Outperformance der Nebenwerte, die auch zur Spekulationsblase 2000 so zu beobachten war, erscheint es riskant, auf einen längeren Aufschwung zu setzen. Schon wenige Tage mit steigenden Notierungen, gleichzeitig hohen Umsätzen, steigender Microsoft-Aktie und überdurchschnittlich kletternden Computerwerten würden die Trendwende nach unten einleiten. |
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09.01.2004: Deutscher Aktienindex 4016,18 Die folgende Grafik zeigt das Zusammenspiel zwischen DAX, CMI Depot und durchschnittlichem Ordervolumen (DOID):
Auffällig ist, dass das CMI Depot trotz heftiger Auf- und Abwärtsbewegungen des DAX vergleichsweise stabil blieb. Daraus lässt sich das Verhalten einer speziellen Anlegergruppe herauslesen. Denn die Zusammensetzung des CMI Depots (4 renditestarke und 7 spekulative Aktien) gibt zusammen mit dem in den vergangenen Tagen hohen DOID-Wert Aufschluss darüber, dass 1. überwiegend professionelle Vermögensverwalter an der Börse aktiv waren 2. die Marktteilnehmer bereit waren, höhere Risiken einzugehen, weil sie ihre Depots spekulativer ausrichteten als in den Vorwochen 3. ihre optimistische Positionierung nicht aufgaben. Dadurch lässt sich die These aufstellen, dass der deutsche Aktienmarkt, repräsentiert durch den DAX, in bedeutendem Umfang von Optimisten bewegt wird, sich möglicherweise sogar in einer Spekulationsblase befindet. Wurde dadurch der obere Umkehrpunkt erreicht oder hat der DAX weiteres Aufwärtspotential? Die Antwort darauf könnten folgende Indikatoren geben:
Der CMI Germany signalisiert trotz des hohen DAX Niveaus keine Überhitzung des Marktes. Im Gegenteil: Die vergangenen Tagen der Seitwärtsbewegung waren von Kapitalabfluss begleitet, so dass sich der Indikator auf einem derartig niedrigeren Niveau befindet, von dem aus in den vergangenen Wochen jedesmal ein neuer Aufwärtsschub startete. Der CMI Germany signalisiert dadurch im intakten Aufwärtstrend eine Konsolidierung auf hohem Niveau. Für eine Spekulationsblase müsste der Indikator im Bereich 115/120 notieren. Die A/D-Linie bewegte sich trotz der Aufwärtsbewegung des DAX Ende 2003 seitwärts. Das war ein Hinweis darauf, dass sich die Marktteilnehmer überwiegend bei den Indexschwergewichten engagierten und dadurch den Markt nach oben zogen. Sie sammelten während der Seitwärtsbewegung der A/D-Linie im November und Dezember in Ruhe ein und bereiteten sich so auf die steigenden Kurse zum Jahreswechsel vor. Dabei fand die Positionierung hauptsächlich im Bereich von 3800/3900 Punkten statt (erkennbar an den Zwischentiefs der A/D-Linie im Dezember). Mit dem Anstieg auf 4000 Punkte begann eine neue Situation: Der Gesamtmarkt zog nach, auch die leichtgewichtigen Aktien kletterten. Das war eine typische Umverteilungsphase/Branchenrotation am (vorläufigen) Ende der Rallye. Das leitete schließlich die Konsolidierung ein, der DAX kam nicht mehr vom Fleck. Unter den Eindruck der Umverteilung wurden schließlich im Musterdepot long-Gewinne mitgenommen, weil das kurzfristige Aufwärtspotential begrenzt erschien. Wichtig dabei: Topbildung und Konsolidierung im intakten Aufwärtstrend gleichen einander - zumindest in den Anfängen des jeweiligen Zyklusses. Aber wie beim CMI Germany lieferte auch die A/D-Linie in den vergangenen Tagen ein positives Signal: Der Indikator fiel etwas stärker zurück als der DAX, was bei einer Spekulationsblase für eine vorübergehende technische Reaktion im intakten Aufwärtstrend ausreichen könnte. Deshalb bewerte ich den kleinen Rückschlag des Indikators positiv. Für das Ende der Aufwärtsbewegung hätte sich die A/D-Linie anders bewegen müssen: Das Aufwärtspotential des DAX wäre ausgereizt, wenn die A/D-Linie bis heute stärker als der DAX gestiegen wäre. Aber durch den Rückschlag der vergangenen Tage verbesserte sich die technische Situation deutlich. Euphorische Übertreibungsphasen kennen wir insbesondere vom Herbst1999/Frühjahr 2000: Damals reichten regelmäßig kurze Rückschläge oder Seitwärtsbewegungen, um die Basis für den nächsten Anstieg zu schaffen. Eine ausgiebige mehrtägige oder mehrwöchige Konsolidierung war nicht erforderlich. Das könnte auch diesmal wiederzutreffen. Dass es sich in der aktuellen Situation um eine Spekulationsblase handelt, lässt sich auch anhand des Indikators Aktienvolumen ablesen:
Er kletterte gestern deutlich stärker als der DAX. Während der Index am Widerstand von 4050 Punkten scheiterte, erreichte der Indikator ein neues Zwischenhoch. Überdurchschnittlich hohe Aktienumsätze ließen den Indikator so stark steigen - eine typische Spekulationsblase. Was geschieht, wenn der Markt heiß läuft, sahen wir im September 2003. A/D-Linie und Aktienvolumen kletterten stärker als der DAX, worauf der Markt einen oberen Umkehrpunkt erreichte und einknickte. Das ist auch das aktuelle Risiko für Anleger, die auf steigende Kurse setzen. Ohne die übrigen Indikatoren würde es sogar äußerst riskant erscheinen, zu diesem Zeitpunkt noch auf eine Fortsetzung der Rallye zu spekulieren. Dass sich der Markt in einer anderen Verfassung befindet als zu früheren Top-Bildungen, lässt sich anhand des LS Indikators ablesen:
Die Umkehrpunkte im April und September 2003 waren dadurch gekennzeichnet, dass die Marktteilnehmer in erheblichem Umfang Indexschwergewichte verkauften, um freiwerdende Mittel bei den kleineren DAX-Werten unterzubringen. Der LS Indikator kletterte jeweils in Richtung 110 Punkte. Davon ist der Markt zur Zeit aber noch ein Stück entfernt. Es gab zwar Umschichtungen in Richtung der Indexleichtgewichte, was den LS Indikator in den vergangenen Tagen klettern ließ. Aber er notiert im Vergleich zu früheren Top Bildungen immer noch auf einem niedrigen Niveau, was anzeigt, dass sich die "Big Player" noch nicht auf eine Abwärtsbewegung eingestellt haben - im Gegenteil: CMI Depot und DOID signalisieren, dass sich die Profis selbst auf dem aktuell hohen Niveau immer noch auf steigende Kurse ausrichteten und dabei sogar noch spekulative Titel bevorzugten. Sie setzen auf eine Fortsetzung der Rallye. Wegen des starken Anstiegs des Bund Futures in den vergangenen Tagen wurde der DAX im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren sogar preiswert:
Hinweis: Der Anstieg des Anleihe/Aktien-Ratios Anfang November kam auf Grund neuer Gewinnschätzungen der Analysten zustande und stellt deshalb kein kurzfristiges Verkaufsignal dar. Das Anleihe/Aktien-Ratio fiel auf das Niveau von Dezember zurück, als der DAX noch bei 3800 Punkten notierte. Im September 2003 sah das noch anders aus: Damals kletterte der Indikator stärker als der DAX, was entsprechend der bekannten Marktmechanik ein Verkaufsignal darstellte. Aber wegen der jüngsten Schwäche des Indikators stellt sich die Situation anders dar: Der DAX ist zwar wegen der absoluten Höhe des Anleihe/Aktien-Ratios teuer. Aber kurzfristig verbilligte er sich so stark, dass das Kursniveau im Vergleich zu Staatsanleihen attraktiv erscheint. Das passt zu einer Spekulationsblase, in der es in den nächsten Tagen noch einmal kräftig aufwärts gehen könnte. Ausblick für Montag, den 12.01.2004: Die New Yorker Börse tendierte heute zwar leichter. Aber weil der DAX den US Indizes heute bereits nach unten vorausgelaufen ist, dürfte das kurzfristige Abwärtspotential gering sein. Ein Eröffnungskurs im Bereich 3990/4010 (Tagestief heute 3982) erscheint möglich. Hält die Unterstützung bei 3980/3990, könnte das schon die Basis für den nächsten Anstieg sein. Verbessern sich die Indikatoren zur Eröffnung (z.B. schwache A/D-Linie), würde das die Voraussetzungen für den Ausbau der Spekulationsblase verbessern und einen freundlichen Wochenbeginn ermöglichen. |