Ausblick für die nächste Woche. Grafiken und Analysen mit Stand 02/03.04.2004. |
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02.04.2004, DOW JONES 10.470,59, S + P 500 1.41,81, NASDAQ100 1.490,30 Markttechnik USA 1. NYSE A/D-Linie vs DOW JONES (1 Tag verzögert) | US-Statistik 2. Russell 2000 vs. DOW JONES: Intraday 5 Tage | 3 Monate | 6 Monate | 3. DOW JONES mit Umsatz (1 Tag verzögert) 4. NASDAQ-Computerindex vs. NASDAQ Composite (Hintergrund/Auftaktbewertung am 21.02.2003) 5. Microsoft vs. Nasdaq 100 (Hintergrund/Auftaktbewertung vom 07.06.2003) Bewertung Zu 1. In der nachfolgenden Grafik sehen Sie, daß sich der Aktienmarkt in einer außergewöhnlichen Situation befindet. Die Dynamik, mit der die Nebenwerte kletterten, sprengt den Rahmen jeder vorherigen Bärenmarktrallye. Während der Dow Jones unter seinen Höchstständen notiert, sprang die NYSE A/D-Linie deutlich über das Niveau von 2000. Charts zu Dokumentationszwecken aus BigCharts.com
Die zugrunde liegende Marktmechanik: Wegen des reichlich vorhandenen Kapitals und des dadurch entstehenden Investitionsdrucks, floß in den vergangenen Monaten viel Geld in Richtung der Nebenwerte. Die großen Blue Chips erreichen allmählich ihre Wachstumsgrenzen, so daß die renditestärkeren, kleineren Unternehmen gefragt waren. Darüber hinaus floß jedoch nicht nur viel Geld in Richtung Aktien, sondern auch zu anderen Geldanlagen und Sachwerten, wie Anleihen, Edelmetalle, industrielle und landwirtschaftliche Rohstoffe, Immobilien. Das ist ein interessantes Phänomen mit vielschichtigen Ursachen. Meine Thesen dazu: Es gibt den zu verwirklichenden Traum vom arbeitenden Geld, das nichts weiter machen muß, als sich allein zu vermehren. Und: Wegen der bestehenden Risiken in Wirtschaft und Gesellschaft wurde das Kapital so breit wie möglich gestreut, um bei einem möglichen Crash eines Bausteins aus dem Geldanlagesystem nicht einseitig erwischt zu werden. Zur Inflation der Vermögenswerte seit 1999/2000 kam in den vergangenen Monaten die Inflation der Rohstoffwerte hinzu. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Denn es wird nicht investiert, weil ein Anlageobjekt preiswert ist, sondern weil 1. einfach viel Geld vorhanden ist, das untergebracht werden muß und 2. Unternehmen Gewinnerwartungen für die Zukunft wecken, die kaum erfüllbar sind. Der schwächste Baustein des Gesamtbildes könnte einknicken: die Zukunftserwartungen der Unternehmen und politischen Entscheidungsträger. Während sich "echte" Werte vertrauenswürdig begreifen und in der Hand halten lassen, stehen auf der anderen Seite die widersprüchlichen Handlungen der Entscheidungsträger in Wirtschaft und Gesellschaft, die zwar fast immer erfolgreiche Projekte in Aussicht stellen aber häufig genug scheitern. Eine Systemkrise. In einem solchen Umfeld wird das klar strukturierte, einfach zu überschauende Anlageobjekt bevorzugt, insbesondere kleinere Unternehmen, die in der Vergangenheit solide gewirtschaftet haben und eine vergleichsweise sichere Rendite erwarten lassen. Dabei könnte ein neuer Trend entstehen: Nachdem es bis zum Jahrtausendwechsel erstrebenswert war, zu wachsen, z.B. durch Unternehmenskäufe und -zusammenschlüsse, könnte in den nächsten Jahren eine Periode der Dezentralisierung bevorstehen. Aber das hat natürlich noch keine konkreten Auswirkungen auf die aktuelle Börsensituation. Ich wollte damit beschreiben, daß die A/D-Linie nicht nur als ein einfacher Indikator anzusehen ist, wie z.B. das Momentum, sondern sich dahinter eine Zustandsbeschreibung verbirgt, das Anlageverhalten der privaten und professionellen Vermögensverwalter. Der Markt nimmt zukünftige Ereignisse vorweg - und das war in der Vergangenheit regelmäßig anhand der A/D-Linie ablesbar. Beispiel Frühjahr 2000
Als die Märkte ab März den Rückwärtsgang einlegten, behauptete sich die A/D-Linie auf hohem Niveau. Die Marktteilnehmer flüchteten in Richtung der renditestärkeren Index-Leichtgewichte. Beispiel Frühjahr 2002
Kurz bevor sich die Aktienmärkte nach unten verabschiedeten (der S + P 500 verlor von März 2002 bis Juli 2002 rund 32 Prozent), blieb die A/D-Linie auf hohem Niveau stabil. Beispiel Herbst 2003, Frühjahr 2004
Mehrfach lieferte die NYSE A/D-Linie in den vergangenen Monaten mit ihrer positiven Divergenz Verkaufsignale. Jedesmal fand jedoch nur eine vorübergehende Konsolidierung statt (der Nasdaq 100 tendierte von Oktober bis Dezember seitwärts). Das erste Mal reagierten die US-Märkte im Januar auf die A/D-Linie. Im Februar/März gab es den nächsten, stärkeren Knick - ein kleiner Vorgeschmack auf künftige Ereignisse. Denn: Wiederholt sich die Geschichte und das Indikatormuster der A/D-Linie, dürfte der jüngste Anstieg der NYSE A/D-Linie die Vorbereitung auf die nächste Talfahrt darstellen - analog zu den Beispielen aus 2000 und 2002. Zu 2. Der Nebenwerte Index Russell 2000 lief in der vergangenen Woche dem Dow Jones nach oben voraus und beschleunigte am Freitag noch einmal. Es entstand ein kurz-, mittel- und langfristiges Verkaufsignal. Zu 3. Der Umsatzindikator blieb etwas schwächer als der Dow Jones. Nach der bisher bekannten Marktmechanik wirkt das stützend für den Markt. Interpretation: Es steht noch Geld an der Seitenlinie bereit, was investiert werden kann. Andererseits: Es erscheint auch möglich, daß aufgrund der Hausse bei anderen Anlageobjekten das Geld vom Aktienmarkt abgezogen wurde und nicht mehr zur Verfügung steht. Dann könnte die negative Divergenz des Indikators zur Ergänzung des oben beschriebenen Szenarios als Verkaufsignal bewertet werden. Zu 4. Darf die Computerbranche weiterhin als Kontraindikator bewertet werden? (Bewertung vom 21.02.2003). Im Februar liefen die Aktien dem Gesamtmarkt nach unten voraus. Das entsprach nicht mehr der Aufwärtstrend-Handelsregel, die seit März 2003 Bestand hatte. Danach hätte der amerikanische Aktienmarkt schon Mitte Februar steigen sollen, was jedoch nicht geschah (Bewertung vom 13.02.2004). Statt dessen fielen sie trotz des Kaufsignals auf ein neues Tief. Die Rahmenbedingungen könnten sich verändert haben, so daß die in den Indizes hoch gewichteten Computeraktien neuerdings als Trendsetter auftreten und dem Markt nach unten vorauslaufen. Zu 5. Erstmals seit einigen Tagen tendierte die Microsoft-Aktie etwas fester als der NASDAQ100. Möglicherweise war das die Vorbereitung auf die erwartete Top-Bildung des Marktes - Flucht in Richtung Sicherheit am Ende der Rallye. Dann sollte die Aktie in den nächsten Tagen weiterhin als Outperformer auftreten. ** ** Folgendes Szenario ist in der nächsten Woche denkbar: Nach der Rallye dürfte zunächst die Luft raus sein, so daß die Märkte seitwärts tendieren. Bleiben dabei die Nebenwerte fest, dürfte der Aktienmarkt auf direktem Weg in Richtung Top-Bildung zusteuern. |
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02.04.2004: Deutscher Aktienindex 4.007,60 Wachsendes Vertrauen der Marktteilnehmer führt dazu, daß sie sich den spekulativen Geldanlagen mit Wachstumschancen zuwenden. Nachlassendes Vertrauen bewirkt Kapitalzufluß bei den Aktien mit hoher Rendite. Wird dieses Zusammenspiel vom Moving Markets Confidence Index (MMC) richtig erfaßt, dann sieht es für den DAX in den nächsten Wochen schlecht aus. Denn er fiel dem DAX nach unten voraus, was anzeigt, daß 1. das renditestarke Depot (Unternehmen mit Gewinnrendite über 10j. Anleihen) zulegt 2. das spekulative Depot (Unternehmen mit Gewinnrendite unter Durchschnitt des Gesamtmarktes) verliert.
Erstmalig seit Jahresbeginn scheint der Indikator dem DAX vorauszulaufen. Die Kurserholung zu Jahresbeginn, die Stabilisierung, bzw. Seitwärtsbewegung im Februar und die Bullenfalle im März wurden angezeigt. Ob die Marktmechanik tatsächlich gültig ist oder nur ein zufälliges Muster entstand, wissen wir allerdings noch nicht. Denn im gesamten Jahresverlauf 2003 kannte der MMC nur eine Richtung: abwärts. Eine gültige Handelsregel konnte nicht abgeleitet werden. Warum sollten sich die Chancen für treffsichere Signale verbessert haben? Der Indikator hat als Datenbasis die Gewinnschätzungen der Analysten für das Gesamtjahr 2004. Im Sommer und Herbst des vergangenen Jahres spielten die bei den Anlageentscheidungen der Marktteilnehmer kaum eine Rolle. Aber je weiter 2004 fortschreitet, desto konkreter wird das wirtschaftliche Gesamtbild der Unternehmen und größer die Chance, daß die Analystenprognosen halbwegs stimmen. Die Marktteilnehmer schauen jetzt in Richtung Jahresende und kalkulieren die möglichen Gewinne für das 4. Quartal. Deshalb kann die These aufgestellt werden, daß die 2004er Gewinnbasis für die Indikatorentwicklung in den vergangenen Wochen wichtiger war als im Sommer/Herbst 2003. Außerdem wird These, daß die Marktteilnehmer renditestärkere, kleinere DAX-Werte bevorzugen, durch die A/D-Linie gestützt. Die Erläuterungen zur NYSE A/D-Linie (s.o.) ergänzen den Bericht vom 12.03.2004, in dem das Szenario einer "großen Top-Bildung" beschrieben wurde.
Nach der Entwicklung in der vergangenen Woche scheint der Markt reif zu sein, seine im März 2003 begonnene Aufwärtsbewegung zu beenden. Noch nie zuvor während der Rallye gab es einen derartigen Anstieg der A/D-Linie. Deshalb darf unterstellt werden, daß es einen Trendbruch gab und der Markt in eine neue Phase übergegangen ist, die sich von den Rallye-Bedingungen unterscheidet. Und nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre signalisiert der überdurchschnittliche Anstieg den Anfang der Top-Bildung. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, daß der DAX an der Widerstandszone im Bereich 4000/4200 Punkte scheitert, um danach für einige Monate den Rückwärtsgang einzulegen (Jahresprognose 2004). Allerdings dürfte der DAX nicht sofort am kommenden Montag die Talfahrt starten. Wahrscheinlicher ist eine Seitwärtsbewegung, in der sich die Warnsignale verstärken und eine charttechnische Wendeformation die Top-Bildung vervollständigt. Musterdepot-Strategie: An potentiellen oberen Umkehrpunkten die Short Position ausbauen und ggf. Aktieninvestments verkaufen. |