Ausblick für die nächste Woche. Grafiken und Analysen mit Stand 11./14.06.2004. |
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11.06.2004, DOW JONES , S + P 500 , NASDAQ100 Markttechnik USA 1. NYSE A/D-Linie vs DOW JONES (1 Tag verzögert) | US-Statistik 2. Russell 2000 vs. DOW JONES: Intraday 5 Tage | 3 Monate | 6 Monate | 3. DOW JONES mit Umsatz (1 Tag verzögert) 4. NASDAQ-Computerindex vs. NASDAQ Composite (Hintergrund/Auftaktbewertung am 21.02.2003) 5. Microsoft vs. Nasdaq 100 (Hintergrund/Auftaktbewertung vom 07.06.2003) Bewertung Zu 1. Zu 2. Zu 3. Zu 4. und 5.
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11.06.2004: Deutscher Aktienindex 4014,5 Die nachfolgende Grafik zeigt die Risiken, denen der Deutsche Aktienindex ausgesetzt ist:
Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre dürfte der DAX solange konsolidieren (in Form einer Seitwärtsbewegung oder mit einem Rückschlag), bis die A/D-Linie ihre positive Divergenz abgebaut hat. Es ist deshalb riskant, auf einen nachhaltigen Anstieg des Gesamtmarktes zu setzen. Die zugrunde liegende Indikatormechanik: Die Marktteilnehmer kauften seit Mitte März überwiegend kleine DAX-Werte, wie z.B. Metro, Fresenius Medical Care. Das ließ die A/D-Linie stärker steigen als den DAX. Eine solche Branchenrotation geschieht regelmäßig an oberen Wendepunkten. Fällt die A/D-Linie während der Konsolidierung im Intraday-Vergleich stärker als der DAX, dürfte es immer wieder Gegenbewegungen nach oben geben. Die Marktteilnehmer bauen dabei ihre Positionen bei den Leichtgewichten ab, was zu einer Marktbereinigung führt. Grundsätzliche Handelsregeln: Je stärker die A/D-Linie fällt, desto kräftiger dürfte der DAX anschließend zulegen. Je höher der Indikator steigt, desto größer ist das Abwärtspotential.
Die stark gefallenen Umsatzindikatoren signalisieren, daß in den vergangenen Monaten viel Kapital abgeflossen ist. Während der Gegenbewegung nach oben waren immer weniger Marktteilnehmer bereit, den steigenden Notierungen zu folgen. Grundsätzlich ist eine solche Indikatormechanik positiv zu bewerten, denn es wird eine große Portion Skepsis angezeigt. Würde die A/D-Linie nicht so hoch stehen und dadurch ein Warnsignal liefern, wäre es aussichtsreich, komplett Long zu gehen, dabei das Risiko zu erhöhen und Sicherheitsinvestments zu meiden. Aber weil beide Indikatoren gegensätzliche Interpretationen erlauben, stellen sich die Frage, 1. warum sich die Marktteilnehmer auf eine Top-Bildung einrichteten und Index-Leichtgewichte orderten, 2. so viel Kapital abgezogen und während des Anstiegs nicht mehr eingesetzt wurde. Eine Theorie als Antwort darauf hatte ich in den vergangenen Wochen beschrieben: Es wurde das Kapital vom Aktienmarkt abgezogen, weil es in überdurchschnittlichem Umfang vor gut einem Jahr in den Markt hineinfloß. Damals kletterten die Umsatzindikatoren überdurchschnittlich, weil die Notenbanken reichlich billiges Geld zu Verfügung stellten. Das Geld wurde bei anderen Anlagen untergebracht und steht für den Aktienmarkt nicht mehr bereit. Weil das die Insider wissen und einen weiteren Rückgang erwarten, halten sie sich mit Käufen zurück und schichten frei Mittel in Richtung der Leichtgewichte um. Dieses Szenario würde auf eine bevorstehend anhaltende Baisse hinweisen, insbesondere dann, wenn die Analystenschätzungen für 2005 bei einem KGV von 12,8 von den Analysten mit der rosa Brille berechnet wurden. Aber wo Schatten an der Börse zu sehen ist, muß auch ein Licht sein. Nur pessimistisch in die Zukunft zu schauen, könnte die Blick für Chancen verstellen. Denn im historischen Vergleich wäre der DAX bei einem KGV von unter 13 preiswert und eine ausgezeichnete Einstiegsgelegenheit. Nur: Wie läßt sich das anhand der Indikatoren erkennen? Fakt ist, daß viel Geld angezogen wurde und irgendwo darauf wartet, eingesetzt zu werden. Ob einfach nur überschüssige Mittel reduziert wurden oder tatsächlich große Sorgen der Marktteilnehmer dahinter stecken - wir wissen es nicht. Am gefährlichsten wäre es, wenn die überschüssigen Mittel abgezogen würden, denn das wäre ein Kennzeichen einer schrumpfenden Geldmenge. Dem gegenüber stelle ich eine zweite These, die auf steigende Kurse hinweisen würde: Ausgesprochen positiv wäre es dagegen, wenn große Angst vor weiteren Verlusten die Marktteilnehmer zu den Panikverkäufen und der Branchenrotation getrieben hätten. Das wäre ein Kennzeichen depressiver Stimmung und aus antizyklischer Sicht positiv zu bewerten. Dann wären die schwachen Umsatzindikatoren Kaufsignale und die gestiegene A/D-Linie nur Kennzeichen einer übertriebenen Panikreaktion. Als im Februar/März die Kurse einknickten, gab es keine vorherigen Warnsignale. Es gab keine Indikatorbewegung, die auf eine große Top-Bildung hingewiesen hätte. Dazu hätten A/D-Linie und Umsatzindikatoren stärker als der DAX klettern müssen, was aber nicht geschah. Dadurch wurde die Mehrheit der Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischt. Folge: Sie trennten sich in großem Umfang von den Aktien mit hoher Marktkapitalisierung und bevorzugten renditestarke Aktien aus der zweiten Reihe. Wichtig dabei: Sie handelten erst, nachdem es abwärts gegangen war - nicht vorher. Bis zum Freitag, 11.06. hielt die Branchenrotation an, d.h. die Mehrheit der Marktteilnehmer setzte in großem Umfang auf Sicherheit, weil sie eine weitere Talfahrt befürchtete. Aber das stellt nur eine Reaktion auf die Verluste von Februar/März dar - kein vorausschauendes Handeln der Insider. Sie hätten im Januar/Februar zu höheren Kursen die Gelegenheit dazu gehabt, sich auf eine Talfahrt vorzubereiten, die sie jedoch nicht nutzten. Die Panikverkäufe, späten Sicherheitsinvestments und schwache Einstiegsbereitschaft zeigen, daß zahlreiche Börsianer im Dunkeln tappen. Sie trauen sich nicht neue Engagements einzugehen, ob wohl der DAX preiswert ist. Diese Sorge kann aus antizyklischer Sicht positiv interpretiert werden. Für welche Theorie wird sich der Markt entscheiden? In kleinen Schritten dürfte es herauszufinden sein. Für einen neuen Schub nach oben, den intakten Aufwärtstrend, den Irrtum der Pessimisten: Kann sich der DAX auf dem hohen Niveau behaupten und fällt die A/D-Linie gleichzeitig zurück, wäre das ein Hinweis auf eine Branchenrotation in Richtung der Index Schwergewichte. Die Insider würden dann ihre Positionen bei den spekulativen Index Schwergewichten ausbauen und Rückschläge und Abgabebereitschaft der Pessimisten immer wieder für den Einstieg nutzen. Dann könnte der Aktienmarkt am Jahresende deutlich höher stehen als heute. Für die große Top-Bildung, einen neuen Abwärtsschub und die richtige Positionierung der Pessimisten: Steigt die A/D-Linie immer weiter, wäre das ein Hinweis darauf, daß sich die Marktteilnehmer auf eine kräftige Talfahrt einstellen und zur Zeit retten, was zu retten ist. Dann dürfte der DAX zum Jahresende deutlich tiefer stehen als heute. |