Ausblick für die nächste Woche. Grafiken und Analysen mit Stand 09./10.07.2004. |
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09.07.2004, DOW JONES 10.213, S + P 500 1.112, NASDAQ100 1.440 Markttechnik USA 1. NYSE A/D-Linie vs DOW JONES (1 Tag verzögert) | US-Statistik 2. Russell 2000 vs. DOW JONES: Intraday 5 Tage | 3 Monate | 6 Monate | 3. DOW JONES mit Umsatz (1 Tag verzögert) 4. NASDAQ-Computerindex vs. NASDAQ Composite (Hintergrund/Auftaktbewertung am 21.02.2003) 5. Microsoft vs. Nasdaq 100 (Hintergrund/Auftaktbewertung vom 07.06.2003) Bewertung Zu 1. In der nachfolgenden Grafik sehen Sie das Zusammenspiel zwischen Dow Jones und A/D-Linie in den vergangenen Monaten. Dabei fällt auf, daß die Handelsregel "positive Divergenz der NYSE A/D-Linie ist ein Verkaufsignal" nicht uneingeschränkt angewendet werden darf. Was auf den DAX regelmäßig mit hoher Trefferquote angewendet werden kann, scheint für die US Börse nicht zu gelten.
Im vergangenen Jahr lieferte die NYSE A/D-Linie zwar Verkaufsignale. Aber der Dow Jones setzte seine Aufwärtsbewegung unbeirrt fort. Im Februar wechselte das Bild: Auf positive Divergenzen des Indikators folgten jedesmal fallende Notierungen. Die unterschiedliche Indikatormechanik erschwert die aktuelle Bewertung. Aus zwei verschiedenen Möglichkeiten kann der Markt auswählen: 1. Gilt weiterhin der Marktzusammenhang, daß positive Divergenzen zu fallenden Notierungen führen, könnte der Dow Jones noch einmal deutlich einknicken und sogar das Zwischentief von Mitte Mai unterschreiten. 2. Gilt die Handelsregel des vergangenen Jahres, würde die aktuelle Indikatorkonstellation eine Konsolidierung im Aufwärtstrend beschreiben, so daß die 10.200 Punkte Unterstützung hält und der Dow Jones in Richtung 10.500/10.600 Punkte klettert. Für welche Variante sich die Börse entscheidet, könnten die anderen Indikatoren anzeigen. Zu 2. Der Russell 2000 fiel in der vergangenen Woche deutlich stärker zurück als der Dow Jones, was ein kurzfristiges Kaufsignal darstellt. Es ist daher wahrscheinlich, daß die Unterstützung von 10.200 Punkten zumindest vorübergehend hält. Ob sich daraus ein neuer Aufwärtstrend entwickeln kann (2. Variante der NYSE A/D-Linie) oder der Dow Jones am nächsten Widerstand, z.B. 10.400 Punkte, abprallt, läßt sich allerdings noch nicht sagen. Grundsätzlich gilt: Bleibt der Russell 2000 im Vergleich zum Dow Jones schwach, würde das den Aufwärtstrend stützen. Laufen dagegen die Nebenwerte den Blue Chips nach oben voraus, würde die 1. Variante der NYSE A/D-Linie zutreffen). Zu 3. Die nachfolgende Grafik zeigt das Zusammenspiel zwischen Umsatzindikator und Dow Jones:
Folgende Handelsregel konnte dabei in der Vergangenheit abgeleitet werden: 1. Auf positive Divergenzen (rote Markierung) folgten regelmäßig fallende Notierungen. 2. Auf negative Divergenzen (blaue Markierung) folgen regelmäßig steigende Notierungen. Zusammen mit der NYSE A/D-Linie läßt sich folgende Handelsregel aufstellen: 1. Liefern A/D-Linie und Umsatzindikator gemeinsam Verkaufsignale, besteht die Gefahr fallender Notierungen. 2. Liefert die A/D-Linie Warnsignale, aber der Umsatzindikator gleichzeitig Kaufsignale, dürfen die Umsätze höher gewichtet werden. Denn dann folgt der Markt dem Umsatzindikator. Auf die aktuelle Situation übertragen bedeutet das: Der Umsatzindikator fiel stärker als der Dow Jones, weil die Talfahrt mit hohem Volumen stattfand. Das ist ein Kaufsignal, worauf der amerikanische Aktienmarkt mit steigenden Notierungen reagieren dürfte. Die Warnsignale der NYSE A/D-Linie spielen wie im Herbst/Winter 2003/2004 nur eine untergeordnete Rolle. Zu 4. Computerwerte fielen in der vergangenen Woche stärker zurück als der Gesamtmarkt. Das stellt ein kurzfristiges Kaufsignal dar und stützt die These von bevorstehend steigenden Notierungen. Zu 5. In den vergangenen Wochen habe ich den Anstieg der Microsoftaktie als massives Warnsignal einer bevorstehenden "großen" Top Bildung beschrieben. Danach flüchteten die Marktteilnehmer in Richtung des substanzstarken Wertes, weil sie Verluste für andere Technologieaktien erwarteten. Tatsächlich gerieten die Notierungen in New York ins Rutschen. Die jüngste Talfahrt ist zwar in dem nachfolgenden Chart noch nicht enthalten. Aber die Grafik zeigt einen interessanten Zusammenhang, der schon etwas weiter zurück liegt und der die These der Top Bildung - angesichts der Kaufsignale der anderen Indikatoren - mildert oder sogar vollständig auflöst.
Die Microsoftaktie baute gegenüber dem Gesamtmarkt seit Januar 2003 erhebliches Nachholpotential auf. Das wurde mit der jüngsten Rallye etwas ausgeglichen. Deshalb wäre es zulässig, noch nicht von einer großen Top Bildung zu sprechen, sondern nur von einer technischen Reaktion. Der abgehobene Nasdaq Index fiel zurück, und im Gegenzug holte das Softwareunternehmen auf. Zusammen mit den anderen Indikatoren bedeutet das: Es erscheint gut möglich, daß der Rückschlag seit Ende Juni eine Konsolidierung darstellt und sich die Märkte 1. auf dem aktuellen Niveau behaupten können und 2. in den nächsten Tagen/Wochen zu einer Gegenbewegung nach oben entschließen. Ausblick: Für einen Anstieg von Dow Jones, Nasdaq & Co wäre es wichtig, daß die Microsoft Aktie etwas an Boden verliert. Tendiert sie schwächer als der Nasdaq100, wächst die Wahrscheinlichkeit für steigende Notierungen der Indizes und für einen erfolgreichen Test der 10.200 Punkte Unterstützung des Dow Jones. Schon Anfang kommender Woche dürfte es dazu weitere Hinweise geben. Weil die DAX Indikatoren bereits aufwärts zeigen, erscheint es aussichtsreich, auch von steigenden Notierungen in den USA auszugehen. Die Microsoft Aktie steht dabei im Mittelpunkt der US Indikatoren, um das Szenario zu bestätigen. |
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09.07.2004: Deutscher Aktienindex 3924,49 Der Rückschlag innerhalb weniger Tage von 4.080 auf 3.882 Punkte fand mit großer Dynamik statt. Aus technischer Sicht steht nun eine Gegenbewegung nach oben bevor. Die A/D-Linie fiel mit der Talfahrt stärker als der DAX, was ein kurzfristiges Kaufsignal darstellt. Der Indikator zeigt das Verhältnis zwischen Gewinnern und Verlierern im Vergleich zum Vortag (A/D = Advance/Decline). Die A/D-Linie signalisiert Trendwechsel anhand der Divergenz-Analyse. Sobald der Indikator nach oben oder unten übertreibt, ist ein Wendepunkt zum Greifen nah.
Fällt die A/D-Linie stärker als der DAX, ist die Anzahl der gefallenen Aktien hoch. Häufig werden dann solche Titel verkauft, die innerhalb des Deutschen Aktienindex niedrig gewichtet sind. Das ist ein Vorteil für die Markttechnik, denn im Gegenzug werden überwiegend die trendbestimmenden Schwergewichte des Index bevorzugt. Das ist ein regelmäßig zu beobachtendes Phänomen an unteren Umkehrpunkten: Die Marktteilnehmer schichten ihre Depots in Richtung der etwas spekulativeren Schwergewichte um (z.B. Siemens, Dt. Bank, Versicherungen, Infineon), weil sie eine Aufwärtsbewegung erwarten. Sie handeln dabei antizyklisch und richten ihre Investments mehr auf Wachstum und weniger auf renditestarke Sicherheit aus. Dadurch nimmt die Zahl der täglichen Verlierer zu, was schließlich die A/D-Linie deutlich stärker als den DAX fallen läßt. Denkbar ist auch, daß Insider solche Transaktionen vornehmen. Sie haben einen besseren Überblick zur Aktienbewertung als die Mehrheit der Marktteilnehmer und stellen die Weichen in ihren Depots, bevor es zur Bodenbildung kommt. Auf die aktuelle Situation übertragen bedeutet das: Anhand des Zusammenspiels zwischen A/D-Linie und dem Deutschen Aktienindex sehen Sie, daß in den vergangenen Wochen eine negative Divergenz des Indikators entstand. Die A/D-Linie fiel deutlich stärker als der DAX (Markierungen in der Grafik). Dadurch entstand eine Übertreibung nach unten, die mit der Situation vom März 2004 vergleichbar ist. Der Markt kann so lange steigen, bis er heißläuft: Erst wenn die A/D-Linie stärker als der DAX gestiegen ist, erscheint es aussichtsreich, wieder auf fallende Kurse zu setzen. Wichtig dabei: Die mittelfristige positive Divergenz der A/D-Linie, die seit April 2004 besteht, wurde noch nicht abgebaut. Ein Aufschwung, der den Widerstand von 4200 Punkten überwindet, ist nach derzeitigem Stand nicht zu erwarten. Daß eine Branchenrotation in Richtung der spekulativen Schwergewichte stattfand, ist auch anhand des LS Indikators ablesbar:
LS-Indikator = Leichtgewicht- Schwergewicht-Indikator. Fällt er, findet eine Branchenrotation in Richtung der Schwergewichte statt. Steigt er, werden Leichtgewichte bevorzugt. Die roten Markierungen zeigen, daß der DAX in den vergangenen Monaten jedesmal auf die Umschichtungen in Richtung der Index Schwergewichte reagierte. Weil die Branchenrotation ab ca. 3950 Punkten begann, sich der Markt anschließend stabilisierte und sich die Umschichtungen auf niedrigem Niveau fortsetzten, bestehen gute Chancen, daß die Indikatormechanik diesmal wieder zutrifft. Hohe Trefssicherheit lieferte auch das Anleihe/Aktien-Ratio in der Vergangenheit:
Die Grafik verdeutlicht: Auf ausgeprägte negative Divergenzen, wie wir sie zur Zeit auch wieder beobachten können, folgten jedesmal steigende Notierungen. Zugrunde liegende Indikatormechanik: Niedrige Zinsen und preiswerte Aktien, lassen den Aktienmarkt attraktiv aussehen, was zu neuen Investitionen der Marktteilnehmer führt. Die günstige Bewertung des DAX kann auf zwei Wege zustande kommen: 1. Die Analysten erhöhen ihre Gewinnprognosen. 2. Es fällt der DAX mit hoher Marktbreite, was ihn insgesamt preiswerter werden läßt, als wenn nur einzelne Branchen, bzw. Index Schwergewichte den Markt nach unten ziehen würden. Aufgrund des Rückgangs des Indikators in den vergangenen Tagen entstand eine Situation, die mit früheren unteren Wendepunkten vergleichbar ist. Das Zusammenspiel zwischen DAX und Anleihe/Aktien-Ratio bestätigt dadurch die Kaufsignale der anderen Indikatoren. Für einen Kursanstieg ist aus antizyklischer Sicht eine schlechte Stimmung erforderlich. Ein Indikator dafür ist das Fallen des DAX mit hoher Marktbreite (A/D-Linie). Wenn gleichzeitig Verkaufsdruck aufkommt, der größer ist als die vorherige Kaufbereitschaft, ist das ein weiterer Hinweis auf die miserable Stimmung der Marktteilnehmer - sichtbar gemacht anhand des Indikators Aktienvolumen:
Aktienvolumen fiel stärker als der DAX. Der Indikator befindet sich dadurch auf dem Niveau von Ende Mai, als der DAX bei 3850 Punkten notierte - ein Kaufsignal. Jahrelang war das stets ein eindeutiges Kaufsignal. Aber seit März war die Rolle des Verkaufsdrucks unklar, weil im Gegenzug die A/D-Linie kletterte und damit Warnsignale lieferte. Wenn jetzt erstmalig seit einigen Monaten beide Indikatoren im Gleichschritt den Rückwärtsgang einlegen, ist das eine neue, positive Entwicklung. Auf diese Weise findet eine Bereinigung der überhitzten Situation statt. Die Gefahr, daß eine große Top Bildung unmittelbar bevorstehen würde, mildert sich dadurch deutlich. Vielleicht reicht der Rückschlag mit der positiven Indikatorreaktion sogar aus, den DAX einige Wochen, vielleicht sogar Monate freundlich tendieren zu lassen. Depotstrategie: Short Positionen erscheinen angesichts der Indikatorentwicklung riskant. Aussichtsreicher ist es, an potentiellen unteren Wendepunkten auf steigende Notierungen zu setzen und dabei auch auf Aktien mit Nachholpotential zu setzen. Kaufkandidaten in einem Aufwärtstrend lassen sich anhand der Indikatoren herausfiltern, die Sie bei jedem DAX Titel finden - und zwar mit folgenden Kriterien: * Titel, deren CMI Wert deutlich unter 100 notiert und hohe Umsätze (hoher Dynamik-Wert) auf Panikverkäufe hinweisen (Turnaround-Spekulation). z.B. SAP. * Aktien, deren Gewinnrendite über dem Marktdurchschnitt liegt ("RP" Indikator über "0"), z.B. Münchener Rück. * Titel, deren CMI gegenüber der Aktie eine positive Divergenz aufweisen, der Indikator dem Titel nach oben voraus läuft, z.B. Dt. Bank. Die Long Zertifikate und BMW werden weiterhin gehalten. |