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Analysen + Indikatoren
Das erwartet uns in der nächsten Woche

Deutscher Aktienindex, US-Aktien

Ausblick für die nächste Woche. Grafiken und Analysen mit Stand 13./16.08.2004.

Vorwoche




13.08.2004, DOW JONES 9825,35, S + P 500 1064,8, NASDAQ100 1.307,82

Markttechnik USA

1. NYSE A/D-Linie vs DOW JONES (1 Tag verzögert) | US-Statistik

2. Russell 2000 vs. DOW JONES: Intraday 5 Tage | 3 Monate | 6 Monate |

3. DOW JONES mit Umsatz (1 Tag verzögert)

4. NASDAQ-Computerindex vs. NASDAQ Composite (Hintergrund/Auftaktbewertung am 21.02.2003)

5. Microsoft vs. Nasdaq 100 (Hintergrund/Auftaktbewertung vom 07.06.2003)

Bewertung

Zu 1.

Die A/D-Linie liefert die gleichen Signale wie in der Vorwoche - anhaltend positive Divergenz:

"Hätte die NYSE A/D-Linie in der Vergangenheit wie die DAX A/D-Linie funktioniert, wäre die Situation brenzlig. Denn dann hätte der Dow Jones noch erhebliches Abwärtspotential. Aber der Chart zeigt, daß der Markt nicht auf jede positive Divergenz mit fallenden Notierungen reagierte. So kletterte der Dow Jones Ende 2004, obwohl der Indikator noch nicht bereinigt war.

Deshalb erscheint es angemessen, die NYSE A/D-Linie als kurzfristiges Warnsignal zu ignorieren, wenn die anderen Indikatoren aufwärts zeigen. Auf die aktuelle Situation übertragen bedeutet das: Die NYSE A/D-Linie betrachte ich als mittel- bis langfristiges Warnsignal für den amerikanischen Aktienmarkt. Die ungewöhnliche Entwicklung des Indikators signalisiert, daß es ungewöhnliche Vorgänge an der Wall Street gibt - was immer den Aufschwung der Nebenwerte in den vergangenen 18 Monaten ausgelöst haben mag."

Zu 2.

Der Russell 2000 tendierte in der vergangenen Woche etwas schwächer als der Dow Jones - ein Kaufsignal.

Zu 3.

Hohe Umsätze während der Talfahrt und niedrige Umsätze beim Anstieg ließen eine negative Divergenz des Umsatzindikators entstehen - ein kurz-, mittel- und langfristiges Kaufsignal.

Zu 4.

Computeraktien tendierten uneinheitlich: Auf die schwache Tendenz zur Wochenmitte folgte eine Gegenbewegung nach oben. Das Kaufsignal aus dem starken Rückgang von 11.08. (Hewlett Packard-Kurseinbruch) blieb jedoch erhalten.

Hier der Bericht vom 12.08. zu Dokumentationszwecken, um ggf. in ähnlichen Situationen Vergleichsmöglichkeiten zu haben.

17:47 Uhr Hewlett Packard: Die Aktie steigt als letztes in einem Aufwärtstrend und fällt, wenn der Abwärtstrend beendet ist - ein Kontraindikator. 1 Jahres-Chart | Berichte vom 21.05.2003 | 14.02.2003. Danach wäre das aktuelle Minus von über 16 Prozent ein Kaufsignal für den Gesamtmarkt.

Für den möglichen Aufwärtstrend sollten Computeraktien weiterhin schwächer als der Gesamtmarkt tendieren.

Zu 5.

Microsoft verhalf dem Markt noch nicht zum entscheidenden Dutchbruch. Die Aktie muß von den Insidern gemieden, ggf. sogar abgestoßen werden, um ein starkes Kaufsignal auzulösen. Wenn bei dem Softwareunternehmen geringere Kursgewinne erwartet werden als beim Gesamtmarkt und dadurch die Aktie als Sicherheitsinvestment überflüssig wird, wäre das ein weiteres wichtiges Kaufsignal für den Nasdaq100.

Deshalb in dieser Woche wieder im Mittelpunkt: Um das Gesamtbild von bevorstehend steigenden Notierungen abzurunden, sollte die Microsoft-Aktie dem Blue Chip Index hinterher hinken.

** **

16.08.2004: Deutscher Aktienindex 3646,99

Ein kurzfristiges, selten zu beobachtendes Kaufsignal entstand vergangenen Freitag beim Indikator Aktienvolumen:

Normalerweise bewegt sich der Indikator mit dem DAX - parallel mit ihm fallend und steigend. Geschieht das nicht, wird dadurch eine besondere Situation angezeigt: Es fließt dann trotz fallender Notierungen mehr Kapital in den Markt als abgezogen wird.

Das läßt sich nach langer Talfahrt mit schlechter Stimmung als Auftakt für eine Trendumkehr interpretieren. Erstmalig waren die Anleger bereit, wieder etwas zu riskieren und sich FÜR den Markt zu entscheiden. Aufgrund der zuvor hohen Umsätze mit fallenden Notierungen liefert Aktienvolumen ein kurz-, mittel- und langfristiges Kaufsignal.

Das Kaufsignal wird bestätigt, wenn der DAX ab sofort die Talfahrt beendet und heute in der Gewinnzone oberhalb von 3646 Punkten schließt. Geschieht das, könnte der DAX auch seine erwartete Aufwärtsbewegung starten.

Abgewandelt von einem Sprichwort, daß sich Tonkrüge nicht unendlich lange als Wassertransportmittel eignen, gilt auch für die Börse: Der Trend ist immer solange intakt, bis er bricht.

1. Während eines Trends analysieren die Marktteilnehmer, nach welchen Regeln sich der Markt bewegt.

2. Finden sie wiederkehrende Zusammenhänge, investieren sie nach dem Muster.

3. Je stabiler sich der Trend entwickelt, desto größer sind auch die erzielbaren Gewinne.

4. Sprudeln die Gewinne kontinuierlich Tag für Tag, wächst die Sicherheit, das richtige zu tun und dadurch auch der Leichtsinn, die Gewinnpositionen zu vergrößern.

5. Ist die Mehrheit der Marktteilnehmer überzeugt, daß sie richtig handelt, kippt der Trend. Auf den Trendbruch folgt dann die Gegenbewegung.

Das CMI Depot macht die Ziffern 4. und 5. sichtbar: Der Indikator klettert bei intaktem Trend und der erfolgreichen Anlagestrategie der Mehrheit und er fällt, wenn die Mehrheit falsch liegt. Je länger die Marktteilnehmer erfolgreich spekulieren und je höher der Gewinn ist, desto stärker klettert der Indikator.

In den vergangenen 12 Monaten gab es zwei Situationen, in der der Abwärtstrend leicht durchschaubar war, so daß es den Marktteilnehmern leicht fiel, Gewinne zu erzielen: Im September 2003 und in den vergangenen Wochen (= rote Markierungen).

Weil die Talfahrt an den Aktienmärkten in den Medien präsent ist und keine rasche Auflösung der schwierigen wirtschaftlichen Situation erkennbar ist, fällt es den Marktteilnehmern leicht, auf fallende Kurse zu setzen. Eng mit der Aktientalfahrt verknüpft ist die Erdölhausse. Aber es bestehen gute Chancen, dass es sich bei den ständig neuen Höchstkursen in den vergangenen Wochen um eine Spekulationsblase handeln könnte.

Es gibt ein typisches Kennzeichen dafür, dass in den Rohstoffkursen eine grosse Portion heisse Luft stecken könnte: Der in den Medien präsente Ölpreis drückte an den Aktienmärkten auf die Stimmung. Dass der Rohstoff steigt, WEIL er in den Medien diskutiert wird und dadurch eine Spekulationsblase entstand, räumt offenbar niemand ein - vergleichbar mit der Technologie-Euphorie vor vier Jahren.

Wegen der scheinbar leicht erzielbaren Gewinne, entfacht durch die Medienhysterie, tummeln sich beim Ölpreis Glücksritter, die das schnelle Geld machen wollen. Aber diese Gegenposition scheint zur Zeit - wie bei jeder Spekulationsblase - niemand zu sehen. Offenbar stehen Politiker, Wirtschaftsforscher, Analysten und Marktteilnehmer geschlossen auf einer Seite: Sie gehen davon aus, dass die hohen Ölpreise fundamental gerechtfertigt seien. Aber an der Börse geschieht nur selten das, was die Mehrheit erwartet. Dass eine heissgelaufene Spekulation, die in den letzten Zügen steckt, für steigende Ölpreise und den Abwärtstrend an den Aktienmärkten sorgen könnte, ist deshalb eine Minderheitenmeinung.

Unter solchen Gesichtspunkten erscheint es reizvoll, die Gegenposition einzunehmen und auf steigende Notierungen an den Aktienmärkten zu setzen - zumal es weiterhin Kaufsignale von der A/D-Linie gibt:

Der Indikator fiel kurz-, mittel- und langfristig stärker als der DAX. Damit nimmt er die Gegenposition der Entwicklung vom Frühjahr 2004 ein. Vor rund 5 Monaten war der Indikator stärker als der DAX gestiegen, was ein Verkaufsignal darstellte.

Es ist deshalb gut möglich, daß der DAX oberhalb von 3600 Punkten seinen Boden gefunden hat und in den nächsten Tagen/Wochen/Monaten zu einer Aufwärtsbewegung in Richtung 4000 Punkten startet.

Die Medien dürften dann von einer "technischen Reaktion" berichten, daß der Anstieg keine wirtschaftliche Basis hätte und die Aussichten wegen des hohen Ölpreises schlecht wären (der hohe Ölpreis wäre dann bereits in den Kursen enthalten, bzw. der Markt "spürt", daß die Ölhausse nur eine exzessive Spekulationsblase war). Der DAX könnte dabei mit geringer Marktbreite und niedrigen Umsätzen klettern, was den Aufwärtstrend erhalten würde.

Ein Rückgang des CMI Depots würde dann wie im Herbst 2003 den bevorstehenden Turnaround signalisieren. Der Indikator würde dann anzeigen, daß die Verunsicherung der Marktteilnehmer, die mehrheitlich pessimistisch sind, zunimmt.

Aufgrund der Perspektive, antizyklisch von steigenden Notierungen profitieren zu können, werden die Long Positionen im Musterdepot gehalten.


GERT SCHMIDT FINANZINFORMATIONEN