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Analysearchiv

Analysen + Indikatoren
Das erwartet uns in der nächsten Woche

Deutscher Aktienindex, US-Aktien

Ausblick für die nächste Woche. Grafiken und Analysen mit Stand 15./18.10.2004.

Vorwoche




15.10.2004, DOW JONES 9.933, S + P 500 1.108, NASDAQ100 1.430

Markttechnik USA

1. NYSE A/D-Linie vs DOW JONES (1 Tag verzögert) | US-Statistik

2. Russell 2000 vs. DOW JONES: Intraday 5 Tage | 3 Monate | 6 Monate |

3. DOW JONES mit Umsatz (1 Tag verzögert)

4. NASDAQ-Computerindex vs. NASDAQ Composite (Hintergrund/Auftaktbewertung am 21.02.2003)

5. Microsoft vs. Nasdaq 100 (Hintergrund/Auftaktbewertung vom 07.06.2003)

Bewertung vom 18.10.2004

Am 15.10. hatte ich geschrieben:

"Was mit Wirtschaftsdaten allerdings nichts zu tun hat und für Turbulenzen sorgen könnte, ist die Wahl des US Präsidenten: Bislang sah es so aus, als ob es eine "Wahlrallye" geben könnte. Es sah so aus, als ob die Stimmung zugunsten eines Präsidenten Bush die Kurse nach oben ziehen könnte. Aber was geschieht mit dem Amtsinhaber, wenn einflußreiche, kapitalkräftige Marktteilnehmer eher seine Abwahl bevorzugen würden? Die heute über die Nachrichtenticker herumgereichte Statistik ist interessant: Danach könnte Bush die Wahl verlieren, wenn die Märkte einknicken. Fallen kurz vor der Wahl auch noch die Kurse, steht Bush zusammen mit anderen niederschmetternden Faktoren als Verlierer da. Fast entsteht der Eindruck, als ob er mit seiner Mannschaft systematisch als Versager aufgebaut wurde, der sich bis zuletzt gegen alle Widrigkeiten erfolglos wehrte. Soll Bush aus dem Amt gedrängt werden, weil Kerry mehr Möglichkeiten bietet, Einfluß gelten zu machen? Das politische Geschäft ist objektiv und subjektiv demokratisch. Aber wenn es im Hintergrund Interessen gibt, die die öffentliche Meinung in der einen oder anderen Richtung steuern können, haben die gleichen Initiatoren auch die Möglichkeit, die Märkte zumindest vorübergehend zu steuern. Deshalb ist gerade jetzt der Blick auf den Dow Jones nützlich: Er wird zusammen mit dem Nasdaq100 weltweit am meisten beachtet und kann als Trendsetter für die Stimmungmache genutzt werden."

Am vergangenen Wochenende sprach die ansonsten republikanisch ausgerichtete New York Times eine Wahlempfehlung für Kerry aus. Das vervollständigt das Bild eines scheidenden amtierenden Präsidenten Bush.

Das unterstellt, erscheint folgendes Szenario denkbar:

* Die Wahlrallye "pro Bush" scheidet aus.

* Statt dessen könnten die US Märkte gedrückt bleiben, solange die öffentliche Stimmung zugunsten des Präsidenten Bush besteht.

* Je schwächer Bush wirkt, desto mehr dürfte Kandidat Kerry aufgebaut werden.

* Kerry könnte als neuer, starker Präsident beschrieben werden, der das Land aus der Krise führen kann.

* Gelingt das noch vor der Wahl, könnte es bereits im Vorfeld steigende Notierungen an der Wall Street geben.

* Bleibt die Situation unklar, dürften die Märkte seitwärts tendieren.

* Präsentiert sich Kerry als strahlender Präsident mit großer Mehrheit und der Vision, die Vereinigten Staaten erfolgreich zu konsolidieren, könnte es nach seiner Wahl ein Kursfeuerwerk geben.

Zu den Indikatoren:

Zu 1.

Die Bewertung der Vorwoche gilt weiterhin: "Trotz massiver Warnsignale des Indikators gab es keinen Kurseinbruch, sondern nur einen moderaten Rückgang. Auf die mögliche Spekulationsblase hatte ich in der Bewertung vom 24.09.2004 hingewiesen. Das gilt unverändert als ein stilles Warnsignal, das im Hintergrund "wartet", um zu gegebener Zeit, wenn z.B. die anderen Indikatoren auch abwärts zeigen, aktiviert zu werden."

Zu 2.

Russell2000 und Dow Jones präsentierten sich in der vergangenen Woche uneinheitlich - neutral.

Zu 3.

Der Dow Jones Umsatzindikator zeigt sich deutlich schwächer als der Dow Jones - ein kurz-, mittel- und langfristiges Kaufsignal.

Zu 4.

Computeraktien und Gesamtmarkt liefen in der vergangenen Woche parallel zueinander - neutral.

Zu 5.

Microsoft und Nasdaq100 liefen in der vergangenen Woche parallel zueinander - neutral.

** **

Insgesamt ist festzustellen, daß die US Indikatoren das oben beschriebene Szenario stützen würden. Insbesondere das Kaufsignal des Dow Jones Umsatzindikators läßt einen kräftigen Kursanstieg erwarten - was auch immer der Auslöser dafür sein mag.

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15.10.2004: Deutscher Aktienindex 3.922,11

Bewertung vom 18.10.2004

Der Indikator Aktienvolumen stellt sich als neutral dar - weder positiv noch negativ. Damit erfüllt er grundsätzlich die Voraussetzung einer Stabilisierung des Marktes. Ideal wäre zwar eine deutlich sichtbare negative Divergenz, weil sie eine geringere Investitionsquote anzeigen würde. Aber seit dem Zwischenhoch von Anfang Oktober (was ein Verkaufsignal darstellte) fiel der Indikator deutlich genug, um die kurzfristig überhitzte Situation zu bereinigen.

Das gilt für den DAX Future Umsatzindikator nicht: Er fiel deutlich stärker als der DAX, was anzeigt, daß die Marktteilnehmer an der Eurex pessimistischer sind als am Aktienmarkt. Das ist eine erfreuliche Entwicklung: Je mehr Marktteilnehmer der Meinung sind, daß es erforderlich ist, Absicherungsgeschäfte zu tätigen, bzw. Short zu spekulieren, desto größer werden die Chancen für eine Gegenbewegung nach oben.

Ein massives Kaufsignal kommt von der A/D-Linie: Der Indikator fiel stärker zurück als der DAX, was signalisiert, daß die Marktteilnehmer wahllos, trendlos ihre Aktien verkaufen. Sie sorgen sich um die künftigen Aussichten, was den DAX mit hoher Marktbreite fallen läßt.

Dadurch ist eine wichtige Voraussetzung für steigende Notierungen erfüllt. Wie in ähnlichen Situationen in den vergangenen Jahren dürfte sich deshalb der DAX bald stabilisieren und zu einer Gegenbewegung nach oben starten. Wegen der ausgeprägten negativen Divergenz des Indikators darf mindestens mit einer mehrwöchigen und je nach Indikatorentwicklung eher mit einer mehrmonatigen Aufwärtsbewegung gerechnet werden.

Die Gewinne/Renditen-Indikatoren stützen die These von bevorstehend steigenden Notierungen:

Anleihe/Aktien-Ratio und DAX KGV blieben schwächer als der DAX, was signalisiert, daß sich Aktien insgesamt kaum verteuerten und im Vergleich zu Anleihen sogar preiswert sind.

Das deutlich gedrückte Anleihe/Aktien-Ratio, die negative Divergenz des Indikators, stellt ein Kaufsignal dar. Indem er zusätzlich bei lediglich 60 Punkten notiert, gibt es ein weiteres Argument, das für bevorstehend steigende Notierungen des Marktes spricht (Bewertung vom 20.08.2004). Denn im Vergleich zu 10jährigen Staatsanleihen weist der Aktienmarkt einen erheblichen Risikoabschlag auf. Der DAX ist zur Zeit so günstig wie im Sommer, als er bei 3750 Punkten notierte.

Dadurch wird eine große Portion Skepsis angezeigt. Die Optimisten, die daran glauben, daß die Analystenschätzungen für 2005 zutreffen, sind in der Minderheit. Das bewerte ich positiv für den Aktienmarkt. Denn an der Börse geschieht nur selten das, was die Mehrheit erwartet. Sind die Skeptiker in der Überzahl, wachsen in gleichem Umfang die Chancen für eine Aufwärtsbewegung des DAX.

Die aktuelle Situation stellt sich heute besser dar als zum Jahresbeginn, weil die Marktteilnehmer nicht mehr durch die rosa Brille schauen. Der ifo Geschäftsklimaindex erlaubt eine solche These. Deshalb bestehen gute Chancen, daß die Gewinnschätzungen der Analysten realistischer sind, als die Börse erwartet.

Insgesamt bleiben die Aussichten für steigende Notierungen günstig. Ideal wäre eine schwache Entwicklung des Indikators Aktienvolumen, um die Basis für den Anstieg zu verbessern. Aber weil die anderen Indikatoren bereits aufwärts zeigen, erscheint eine deutlich sichtbare negative Divergenz, wie z.B. beim Anleihe/Aktien-Ratio nicht erforderlich.

Für das Musterdepot bedeutet das: Alle Positionen werden gehalten. Um den unteren Umkehrpunkt zu erkennen, stehen folgende Indikatoren im Mittelpunkt der Beobachtungen.

A/D-Linie | Aktienvolumen | Anleihe/Aktien-Ratio und KGV | G5 Depot


GERT SCHMIDT FINANZINFORMATIONEN