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Analysen + Indikatoren
Das erwartet uns in der nächsten Woche

Deutscher Aktienindex, US-Aktien

Ausblick für die nächste Woche. Grafiken und Analysen mit Stand 07./08.01.2005.

Vorwoche




07.01.2005, DOW JONES 10.603, S + P 500 1.186, NASDAQ100 1.564

Markttechnik USA

1. NYSE A/D-Linie vs DOW JONES (1 Tag verzögert) | US-Statistik

2. Russell 2000 vs. DOW JONES: Intraday 5 Tage | 3 Monate | 6 Monate |

3. DOW JONES mit Umsatz (1 Tag verzögert)

4. NASDAQ-Computerindex vs. NASDAQ Composite (Hintergrund/Auftaktbewertung am 21.02.2003)

5. Microsoft vs. Nasdaq 100 (Hintergrund/Auftaktbewertung vom 07.06.2003)

Bewertung vom 08.01.2005

Zu den Indikatoren:

Zu 1.

Die NYSE A/D-Linie stellt sich im kurzfristigen Bereich als neutral dar. Sie pendelte in den vergangenen Wochen mit dem Dow Jones, so daß sich keine neuen Impulse ableiten lassen - wobei allerdings die kritischen langfristigen Warnsignale immer noch bestehen bleiben (z.B. Bewertung vom 03.12.2004).

In den vergangen 20 Monaten des Aufschwungs reichte häufig eine solche neutrale Entwicklung des Indikators aus, um steigende Notierungen folgen zu lassen. Oft war keine negative Divergenz (= kein stärkerer Rückgang der NYSE A/D-Linie) für einen Anstieg erforderlich.

Zu 2.

Kaufsignal: Der Nebenwerteindex Russell2000 fiel in der vergangenen Woche deutlich stärker zurück als der Dow Jones, was regelmäßig im Vorfeld steigender Notierungen geschieht. Die Marktteilnehmer trennen sich von den kleineren Titeln mit geringer Marktkapitalisierung, um freiwerdende Mittel bei den Blue Chips unterzubringen.

Zu 3.

Der Dow Jones Umsatzindikator fiel in der vergangenen Woche stärker zurück als der Dow Jones, was ein Kaufsignal darstellt. Sei sehen das anhand der nachfolgenden Grafik: Aufgrund hoher Umsätze mit fallenden Notierungen entstand eine negative Divergenz des Indikators.

Ein solches Zusammenspiel zwischen Indikator und Index war in der Vergangenheit regelmäßig die Basis für einen Kursanstieg der US-Märkte.

Zu 4.

Computerwerte fielen in der vergangenen Woche etwas stärker zurück als der Index für den Gesamtmarkt. Das ist grundsätzlich eine positive Entwicklung, die auf eine nahes Ende der Konsolidierung hinweist. Aber für ein stärkeres Kaufsignal reicht die Divergenz noch nicht aus. Dazu hätte der Computer-Branchenindex stärker fallen müssen.

Sollte es in der kommenden Woche einen Rückschlag geben, von dem Computeraktien besonders betroffen sind, dürfte der untere Wendepunkt des Marktes erreicht sein.

Zu 5.

Die Indikatormechanik „feste Microsoft-Aktie = schwacher Gesamtmarkt“ traf in der vergangenen Woche zu. Als die Aktie am 04. Januar zulegte, war das der Auftakt für den zweiprozentigen Rückschlag des Nasdaq100.

Anschließend änderte sich daran nur wenig: Auf jedes Zwischenhoch der Aktie folgte ein Rückschlag des Gesamtmarktes. Lediglich zum Wochenschluß verlor der Titel etwas stärker als der Index, so daß sich die Situation etwas entspannte.

Für ein Kaufsignal reicht das Zusammenspiel zwischen Kontraindikator und Index jedoch nicht. Deshalb besteht die Gefahr, daß die positive Entwicklung der anderen Indikatoren noch nicht so schnell zu steigenden Notierungen führt. Erst müßten die Marktteilnehmer ihr Sicherheitsinvestment aufgeben.

Nur wenn sich Microsoft in der nächsten Woche schwächer als der Gesamtmarkt zeigt, erscheint es aussichtsreich, auf steigende Notierungen zu setzen. Erst dann würden die Indikatoren im Gleichschritt aufwärts zeigen. Bis dahin besteht die Gefahr, daß US Aktien ihre Seitwärts-/Abwärtsbewegung beibehalten.

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07.01.2005: Deutscher Aktienindex 4.316

Bewertung vom 08.01.2005

Die DAX Indikatoren erlauben mittel- und langfristig eine Aufwärtsbewegung des Marktes. Günstige Bewertungen und niedrige Umsätze mit steigenden Notierungen erhalten die seit August 2004 bestehenden guten Aussichten.

Allerdings gibt es im kurzfristigen Bereich Warnsignale, nach denen der DAX vorher noch einmal abtauchen könnte:

Die DAX A/D-Linie kletterte dem DAX in der vergangenen Woche nach oben voraus, was ein Warnsignal darstellt. Aktien aus der 2. Reihe zogen den Index aufwärts. Am 04.01.2005 reagierte der DAX darauf sehr schnell mit einem Rückschlag.

Seit dem 06.01. entstand erneut eine solche positive Divergenz (= Verkaufsignal), auf die der DAX bisher noch nicht reagiert hat. Vergangenen Freitag, kurz vor Börsen verstärkte sich die Divergenz. Obwohl der DAX deutlich unter seinem Tageshoch blieb, schloß der Indikator auf höchstem Niveau.

Trotz schwacher amerikanischer Indizes konnte sich der DAX auf dem hohen Niveau halten - wie zuvor schon in der gesamten Woche. Es entstand eine Outperformance des DAX, die in der Vergangenheit regelmäßig zu fallenden Notierungen führte.

Das Ausmaß der Outperformance erkennen Sie anhand der nachfolgenden Grafik, die den S + P 500, den DAX und das „SP500 DAX Ratio“ zeigt. Um den Indikator zu berechnen, wird DAX durch SP500 dividiert, z.B. 4294,28 : 1186,19 = 3,62.

SP500 DAX Ratio 2003 - 2004

Der Indikator zeigt, daß die DAX Outperformance regelmäßig an ihre Grenzen gestoßen ist, wenn das SP500 DAX Ratio den Bereich 3,6 erreichte oder überschritt. Dann war regelmäßig der Zeitpunkt erreicht, zu dem die DAX Marktteilnehmer allzu rosig in die Zukunft schauten und glaubten, der DAX könnte sich von der New Yorker Börse abkoppeln - ein Irrtum. Der DAX war nie ein Trendsetter, und es nicht zu erwarten, daß sich das diesmal ändern würde.

Deshalb gehe ich davon aus, daß der DAX kurzfristig heißgelaufen ist und ein Rückschlag droht. Schon am kommenden Montag könnte es soweit sein: Sollte der DAX unter die 4300 Punkte-Marke abrutschen, könnte der Anstieg am Freitag auf 4326 Punkte als Bullenfalle entlarvt werden.

Weil die Indikatoren auf Tagesbasis mittel- bis langfristig aufwärts zeigen, und auch die US Indikatoren einen nahen Tiefpunkt signalisieren, gehe ich nicht von einer kräftigen Talfahrt aus. Schon 100 bis 200 Punkte Rückschlag könnten die Situation bereinigen, so daß sich auf ermäßigtem Niveau neue Einstiegsgelegenheiten bieten.

Fällt der DAX statt dessen nicht zurück, sondern baut er seine Outperformance weiter aus, wird es allerdings brisant für die Markttechnik. Es könnten dann auch die anderen Indikatoren eine euphorische Überhitzung signalisieren, die - vergleichbar mit 2004 - zu einer monatelangen Seitwärtsbewegung oder sogar noch stärkeren Talfahrt führen kann.

Für das Musterdepot bedeutet das: 1. Alle Aktienpositionen werden gehalten. 2. Die kurzfristige Short Position wird gehalten, bis die Situation bereinigt ist und z.B. der DAX auf 4200 Punkte gefallen ist.

A/D-Linie | Aktienvolumen | Anleihe/Aktien-Ratio und KGV | G5 Depot


GERT SCHMIDT FINANZINFORMATIONEN