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Analysen + Indikatoren
Das erwartet uns in der nächsten Woche

Deutscher Aktienindex, US-Aktien

Ausblick für die nächste Woche. Grafiken und Analysen mit Stand 21./24.01.2005.

Vorwoche




21.01.2005, DOW JONES 10.392, S + P 500 1.167, NASDAQ100 1.503

Markttechnik USA

1. NYSE A/D-Linie vs DOW JONES (1 Tag verzögert) | US-Statistik

2. Russell 2000 vs. DOW JONES: Intraday 5 Tage | 3 Monate | 6 Monate |

3. DOW JONES mit Umsatz (1 Tag verzögert)

4. NASDAQ-Computerindex vs. NASDAQ Composite (Hintergrund/Auftaktbewertung am 21.02.2003)

5. Microsoft vs. Nasdaq 100 (Hintergrund/Auftaktbewertung vom 07.06.2003)

Bewertung vom 24.01.2005

Zu den Indikatoren:

Zu 1.

Die NYSE A/D-Linie liefert kurz- mittel- und langfristig Warnsignale, weil der Indikator fester tendiert als der Dow Jones - wenn die Handelssignale der DAX A/D-Linie angewendet würden. Eine solche Indikatorkonstellation würde bei der DAX Analyse zu einem starken Verkaufsignal führen.

Aber für die New Yorker Börse sind diese "Gesetze" schon seit langem ausgehebelt, so daß ich den Indikator weiterhin als neutral betrachte.

Zu 2.

In der vergangenen Woche wieder sehr schön zu sehen: Nachdem der Russell2000 zur Wochenmitte kräftig zugelegt hatte, war an den Märkten die Luft raus. Dow Jones & Co gingen in die Knie. Entsprechend sieht es auf dem Weg nach oben aus: Ein Kaufsignal gibt es erst, wenn der Nebenwerteindex schwächer als der Dow Jones bleibt. Das gilt auch für einen längeren Aufschwung: Laufen die großen die Blue Chips den Nebenwerten nach oben davon, bleiben die Chancen für einen dauerhaften Anstieg erhalten.

Aber so weit ist der Markt noch nicht. Erst muß er aus dem Tal heraus und sich von der Schwäche der Blue Chips erholen. Gelingt das nicht, dürfte es auch keine Rallye geben.

Zu 3.

Verstärkung des kurz- mittel- und langfristigen Kaufsignals: Aufgrund hoher Umsätze mit fallenden Notierungen fiel der Dow Jones Umsatzindikator stärker als der Dow Jones. Die dadurch abzuleitende niedrige Investitionsquote dürfte zu steigenden Notierungen führen. Das Zusammenspiel zwischen Kurs- und Umsatzentwicklung hat für die Markttechnik eine große Bedeutung, so daß dem Indikator in der Gesamtbewertung großes Gewicht zukommt.

Zu 4. und 5.

Computeraktien und Microsoft bewegten sich ab Wochenmitte neutral im Vergleich zu den Gesamtindizes. Deshalb lassen sich aus den beiden Kontraindikatoren keine neuen Signale ableiten - eine neutrale Entwicklung.

** **

Aufgrund der erfreulichen Umsatzentwicklung kann von einer positiv verlaufenden Konsolidierung gesprochen werden. Die US Märkte können praktisch jederzeit nach oben drehen.

Als kurzfristige Frühindikatoren eignen sich die Russell2000, Computeraktien und Microsoft. Tendieren sie schwächer als ihre Vergleichsindizes, kann die Rallye starten.

** **

21.01.2005: Deutscher Aktienindex 4.213,7

Bewertung vom 24.01.2005, DAX 4.165

Am 21.01.2005 schrieb ich zur Vorbereitung auf die Indikatoranalyse:

"Die Umschichtungen in Richtung Sicherheitsinvestmens gingen am Nachmittag weiter. Bei einem oberen Umkehrpunkt könnte danach ein Rückschlag erwartet werden. Aber nach knapp 150 Punkten Kursverlust - am potentiellen Ende einer Konsolidierung - könnte das auch folgendes bedeuten: Aufgrund der schlechten Stimmung geht die Mehrheit der Marktteilnehmer davon aus, daß es weiter abwärts geht. Auch die "schwachen Hände" haben jetzt gemerkt, daß Unternehmen mit hoher Gewinnrendite die bessere Geldanlage sind. Deshalb setzen sie jetzt auf solche Titel, während sie die spekulativen Werte vernachlässigen. Die Mehrheit der Marktteilnehmer setzt daher auf fallende Notierungen und würde auf dem falschen Fuß erwischt, wenn es in den nächsten Tagen aufwärts geht. Ein Rücksetzer des DAX auf 4150/4170 Punkte könnte in dem Zusammenhang noch einmal Panikstimmung aufkommen lassen und den Schlußpunkt unter die Konsolidierung setzen. Viel besser wäre jedoch ein Ausbruch nach oben: Sollte New York heute mit steigenden Notierungen schließen, wären die Pessimisten überrascht. Sie würden ihre Sicherheitsinvestments aufgeben und so den nächsten Schub nach oben einleiten."

Die These, daß nun auch die "schwachen Hände" (die erst am Ende eines Trends handeln) verstärkt zu Aktien mit hoher Rendite greifen, läßt sich mit den nachfolgenden Indikatoren begründen:

Zur Berechnung des CMI Depots werden alle DAX Titel, deren CMI WERT über 100 notiert und dadurch in der CMI Tabelle als Outperformer eingestuft sind, in einem Depot aufgenommen. Wenn Tag für Tag die gleichen Outperformer profitieren, darf unterstellt werden, daß kontinuierlich Kapital in eine Richtung fließt. Dadurch werden 1. Massenbewegungen sichtbar gemacht und 2. Börsenzeiten markiert, in denen die Marktteilnehmer kaum wissen, wo sie investieren wollen.

Steigt der Indikator, folgt die große Masse der Anleger einem Trend.

Fällt das CMI Depot, hat die Mehrheit der Marktteilnehmer keine Meinung und ist eher orientierungslos.

In der Grafik charakteristisch: Im Sommer 2004 kletterte der Indikator genauso wie zur Zeit. In beiden Fällen waren überwiegend renditestarke Titel gefragt und spekulative Werte wurden gemieden. Daß Aktien mit hoher Rendite in schlechten Zeiten eine bessere Performance aufweisen, ist klar. Aber wenn es die Mehrheit der Marktteilnehmer gemerkt hat, daß ein Trend entstanden ist (= Anstieg des CMI Depots), ist der untere Wendepunkt zum Greifen nahe.

Sollte das CMI Depot wie im August 2004 den Rückwärtsgang einlegen, beginnt die Branchenrotation: Die renditestarken Outperformer werden dann verkauft, um freiwerdende Mittel bei den spekulativen Titeln unterzubringen - ein erster Hinweis auf den bevorstehenden Trendwechsel.

Den "Exzeß" des Trends, daß renditestarke Werte bevorzugt wurden, gab es zuletzt im August 2004 - begleitet von einem schwachen MMC:

Deshalb dürfte die Kombination "seit Wochen steigendes CMI Depot" und "fallender MMC" auch diesmal wieder ein nützlicher Hinweisgeber dafür sein, daß die Konsolidierung ihrem Ende entgegen geht.

Weil auch die anderen Indikatoren eine Aufwärtsbewegung des Marktes erlauben würden, betrachte ich den Rückschlag ohne Sorge:

Der Aufwärtstrend erscheint nicht gefährdet, weil wie in der Vorwoche die Indikatoren Aktienvolumen und A/D-Linie negative Divergenzen aufweisen. Eine niedrige Investitionsquote und Abwärtsbewegungen mit hoher Marktbreite (zahlreiche Verlierer, wenige Gewinner) waren in der Vergangenheit regelmäßig Hinweise auf bevorstehend steigende Notierungen.

Wie preiswert der DAX zur Zeit ist und deshalb aus fundamentaler Sicht kaufenswert, sehen Sie anhand der nachfolgenden Grafik:

Maßgebend für die künftige Entwicklung und aktuelle Bewertung des Marktes sind die Gewinnschätzungen für 2005. Das vergangene Jahr ist für die Börse abgehakt. Die Marktteilnehmer schauen zur Zeit sechs bis acht Monate in die Zukunft und befürchten Schlimmes.

Sie investieren nur in risikoarme Aktien, obwohl höhere Risiken gewagt werden könnten. Denn im Vergleich zum vergangenen Jahr ist der DAX zur Zeit rund 20 Prozent preiswerter. DAX KGV und Anleihe/Aktien-Ratio notierten vor zwölf Monaten bei 17 bzw. 78, während die Indikatoren heute auf Basis der 2005er Gewinnschätzungen deutlich darunter liegen - ein weiterer Hinweis auf die große Skepsis der Marktteilnehmer und einen preiswerten Aktienmarkt. Sogar im Sommer 2004 bei 3600 Punkten war der DAX teurer als zur Zeit.

Die Kombination von Zukunftsängsten und einem preiswerten Aktienmarkt ist ideal, um den Aufwärtstrend zu stützen. Aktien sollte man immer dann kaufen, wenn sie niemand haben will. Deshalb entstanden durch den jüngsten Rückschlag neue Einstiegsgelegenheiten. Mit einer Perspektive von acht bis zwölf Monaten dürfte der DAX deutlich höher notieren.

Für das Musterdepot bedeutet das: Alle Aktien und die DAX LONG Zertifikate werden gehalten. Aufgrund der hohen Investitionsquote von fast 100 Prozent können die Positionen nicht mehr ausgebaut werden.

A/D-Linie | Aktienvolumen | Anleihe/Aktien-Ratio und KGV | G5 Depot | CMI Depot


GERT SCHMIDT FINANZINFORMATIONEN