Ausblick für die nächste Woche. Grafiken und Analysen mit Stand 04./06.02.2005. |
|
|
|
04.02.2005, DOW JONES 10.716, S + P 500 1.203, NASDAQ100 1.534 Markttechnik USA 1. NYSE A/D-Linie vs DOW JONES (1 Tag verzögert) | US-Statistik 2. Russell 2000 vs. DOW JONES: Intraday 5 Tage | 3 Monate | 6 Monate | 3. DOW JONES mit Umsatz (1 Tag verzögert) 4. NASDAQ-Computerindex vs. NASDAQ Composite (Hintergrund/Auftaktbewertung am 21.02.2003) 5. Microsoft vs. Nasdaq 100 (Hintergrund/Auftaktbewertung vom 07.06.2003) Bewertung vom 06.02.2005 Zu den Indikatoren: Zu 1. In der Vorwoche - wie auch in den vergangenen Monaten - wurde die NYSE A/D-Linie als zur Zeit kaum aussagekräftig beschrieben. Das gilt weiterhin. Allerdings weigere ich mich, die positive Divergenz der NYSE A/D-Linie als "Frühindikator mit Vorlaufcharakter" anzusehen. Eher vermute ich, daß irgendwann, vielleicht erst in einigen Monaten oder Jahren, die Quittung für den ungewöhnlichen Kapitalzufluß bei den Nebenwerten präsentiert wird - in Form eines Crashs. Bis dahin gilt: Nur alle Indikatoren zusammengenommen ergeben ein aussagekräftiges Bild - und das ist von einer solchen Zäsur noch weit entfernt. Zu 2. Mit der NYSE A/D-Linie bewegte sich auch der Russell2000 schneller als der Dow Jones aufwärts. Im Dezember 2004 war das ein Warnsignal, das schließlich zu fallenden Notierungen führte. Allerdings gab es zuvor schon lange von den Nebenwerten eine solche Übertreibung nach oben, ohne daß sie zu Konsequenzen (= Talfahrt) geführt hätte. Für die kurzfristige Indikatormechanik gilt: Sollte es dem Dow Jones gelingen, den Russell2000 zu überholen, dürfte damit ein stabil anhaltender Aufwärtstrend angezeigt werden. Weil das zur Zeit aber nicht geschieht, sondern der Nebenwerteindex als Outperformer auftritt, sollte die jüngste Rallye mit einer kleinen Portion Skepsis betrachtet werden. Zu 3. Der Dow Jones Umsatzindikator kletterte langsamer als der Dow Jones. Verglichen mit dem Zwischenhoch von Mitte Dezember hinkt der Indikator dem Index hinterher.
Bewertung: Der Aufwärtstrend ist intakt. Gefährdet wäre er erst, wenn der Markt mit hohen Umsätzen steigen und der Umsatzindikator dadurch gegenüber dem Dow Jones eine positive Divergenz entwickeln würde. Zu 4. Computeraktien legten Ende vergangener Woche stärker zu als der Gesamtmarkt - ein Warnsignal, daß der Markt ein vorläufiges Hoch erreicht haben könnte und ein Rückschlag droht. Zu 5. Die Microsoftaktie zeigte sich schwächer als der Nasdaq100 - eine positive Entwicklung die den Aufwärtstrend stützt. Aufgrund der kurzfristigen Warnsignale des Russell2000 und des Computer-Branchenindex' ist es jedoch ratsam, den Kontraindikator im Auge zu behalten: Sollte Microsoft dem Nasdaq100 nach davon laufen, könnte eine technische Reaktion auf die Kursgewinne folgen. Bleibt Microsoft schwach, dürfte die Rallye vorerst weitergehen. ** ** Der Aufwärtstrend in den USA ist intakt, so daß dadurch auch der DAX gestützt werden dürfte. Solange von den US Indikatoren keine stärkere Überhitzung abzuleiten ist (Dow Jones Umsatzindikator und Microsoft), darf mit steigenden Notierungen gerechnet werden. Allerdings dürfte das Tempo nicht mehr so hoch sein, wie am vergangenen Freitag: Die Warnsignale von Russell2000 und Computerwerteindex reichen aus, um kleinere Rückschläge einzuleiten. Bei anhaltenden Kaufsignalen laden untere Umkehrpunkte zum Einstieg ein. |
|
04.02.2005: Deutscher Aktienindex 4.339,28 Bewertung vom 06.02.2005 In der vergangenen Woche wurden die Gewinnschätzungen der Analysten für 2005 aktualisiert. Herausragend dabei: Bei Infineon wurden die Schätzungen herabgesetzt, so daß das KGV der Aktie von 25 auf 202 kletterte. Dadurch explodierte das durchschnittliche DAX KGV auf 19,8. Das ist zwar grundsätzlich ein hoher Wert. Aber weil eine einzige Aktie dafür verantwortlich ist, stellt der starke Anstieg des Indikators kein Verkaufsignal dar. Deshalb ist es von Vorteil, als Vergleichswert die Renditeberechnung durchzuführen, was beim Anleihe/Aktien-Ratio geschieht: Die Gewinnrendite (Gewinn je Aktie vs. Aktienkurs) verschlechterte sich für den Gesamtmarkt kaum, weil hier eine Zehntelung des ohnehin schon niedrigen Infineon-Gewinns kaum ins Gewicht fällt. Beim Vergleich der Anleiherendite mit den DAX Gewinnen errechnet sich immer noch der günstige Wert von 67,7. Bei einem Wert von 100 würden Anleihe- und Aktienmarkt gleich teuer sein. Die 30 DAX Werte weisen deshalb einen angemessenen Risikoabschlag aus, so daß es unverändert attraktiv ist, DAX-Werte zu kaufen - insbesondere solche Titel, deren Gewinnrendite deutlich über dem Gesamtmarkt liegt, z.B. Thyssen-Krupp, Münchener Rück (preiswerteste DAX Aktie!), Dt. Post, Allianz. Das Zusammenspiel beider Indikatoren mit dem DAX sehen Sie anhand der nachfolgenden Grafik:
Zum Vergleich: Im Januar 2004, als der DAX an der 4200 Punkte-Hürde scheiterte, notierte das Anleihe/Aktien-Ratio für 2003er Gewinne bei 140 Punkten. Das damit vergleichbare 2004er Anleihe/Aktien-Ratio notiert heute bei 86. Daraus folgt: Vor einem Jahr steckte in den Aktienkursen fast doppelt so viel Phantasie und hochgeschraubte Erwartung als zur Zeit. Deshalb kam der DAX damals zunächst nicht vom Fleck und tauchte auf 3600 Punkte ab. Erst als die Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte 2004 nicht enttäuschten und die Analystenschätzungen realistisch waren, kletterte der DAX. Zur Zeit hat der DAX eine ganz andere Ausgangsbasis als vor einem Jahr: Die Marktteilnehmer sind immer noch skeptisch, so daß der DAX deutlich preiswerter ist als vor 12 Monaten. Es darf deshalb mit einer positiven Entwicklung gerechnet werden. Möglicherweise ist das auch der Grund, weshalb sich der DAX gegenüber den US-Indizes überraschend als Outperformer behaupten kann. Das SP500/DAX-Ratio von 3,6 war zwar früher ein Verkaufsignal. Aber damals war der DAX viel teurer als heute. Gemessen daran könnte das SP500/DAX-Ratio vielleicht sogar auf 3,8 steigen und dadurch erst auf deutlich höherem Niveau ein Überhitzungs-Verkaufsignal liefern. Die zur Zeit niedrige Bewertung könnte der Grund dafür sein, daß der DAX besonderes Aufholpotential hat und kaum auf die Outperformance reagierte. Hinter die Bewertung vom 07.01.2005 gehört deshalb ein Fragezeichen. Daß der DAX von einer Überhitzung ein gutes Stück entfernt und dadurch der mittel- und langfristige Aufwärtstrend intakt war, sehen Sie anhand der nachfolgenden Indikatoren:
Sowohl A/D-Linie und Aktienvolumen hinken dem DAX hinterher (zum CMI Germany s.u.), so daß keine Überhitzungssignale abzuleiten sind. Es gab weder eine "Kaufpanik" unter den Marktteilnehmer, noch eine "Mobilisierung der Massen". Erst wenn beide Indikatoren schneller als der DAX geklettert sind, ist ein solches Signal zu erwarten. Aber dann könnte der Index schon 400, 500 Punkte höher notieren. Aus diesem Grund wurden die Aktien im Moving Markets Depot gehalten. Daß in den vergangenen Wochen eine Konsolidierung auf hohem Niveau stattfand, die mit dem Frühjahr 2000 vergleichbar ist, beschrieb ich am 04.02.2005: Als "Konsolidierung auf hohem Niveau", fast wie in alten Zeiten wie in 1999/2000, könnte dann der Anstieg angesehen werden. Die Siemens-Talfahrt wäre dann wie vor vier Jahren ein Kaufsignal gewesen | Analysechart 1999/2000. ... und ... Sollte der DAX nach oben ausbrechen, werden all die Pessimisten, die bislang auf renditestarke Investments gesetzt haben und im spekulativen Bereich unterinvestiert sind, z.B. bei Siemens (s.u.) auf dem falschen Fuß erwischt. Sie wären (aus Performancegründen z.B. bei professionellen Vermögensverwaltungen) gezwungen, den steigenden Notierungen zu folgen und ihre Engagements neu auszurichten. Geschieht das, könnte der DAX Ende Februar die 4500 Punkte-Hürde bereits überschritten haben. ... und ... Zusammen mit dem dramatisch fallenden G5 Depot ist Siemens ungewöhnlich heftig unter Druck geraten. Siemens als schwerster DAX-Wert (Anteil 10,9 Prozent) verdient es, besonders gut hinzuschauen, um Informationen für den Gesamtmarkt abzuleiten. Zwei Interpretationsvarianten sind möglich: 1. Variante: Die Stimmung verschlechterte sich so weit, daß es kaum noch schlechter werden kann. Im intakten Aufwärtstrend markiert dadurch der Titel einen unteren Umkehrpunkt. Dann wäre die Siemens-Schwäche ein Kennzeichen einer Konsolidierung auf hohem Niveau und der DAX könnte in den nächsten Wochen seinen Aufwärtstrend fortsetzen. Beispiel: Januar 2000, als der DAX bei 6500 Punkten notierte, Skepsis aufkam und anschließend der DAX innerhalb von zwei Monaten über 1500 Punkte zulegte. 2. Variante: Die Stimmung ist noch gut, aber die Insider ziehen aus Siemens Kapital ab, um ihre Risiken zu senken. Sie erwarten fallende Notierungen und bevorzugen deshalb Aktien mit einer hohen Rendite, z.B. Index-Schwergewicht EON (DAX Anteil 10,3 Prozent). Die Renditedifferenz zwischen Siemens und EON läßt sich aus den "RP"-Indikatoren ableiten, die sie auf den Chartseiten unten sehen. Ein negativer Wert signalisiert eine unterdurchschnittliche Gewinnrendite, während ein positiver Wert eine überdurchschnittliche Gewinnrendite anzeigt. Danach ist EON das preiswertere, attraktivere Investment. Beispiel: Im Frühjahr 2004 lief Siemens dem DAX nach unten voraus. Nach der Rallye vergangenen Freitag, aufgrund der günstigen Bewertung und aufgrund der positiven Markttechnik von A/D-Linie und Aktienvolumen kristallisiert sich heraus, daß der DAX der oben beschriebenen 1. Variante folgen könnte: Der DAX dürfte, nachdem er seine technische Reaktion beendet hat, in Richtung 4.500 - 4.700 - 5.000 Punkte steigen. Daß trotz des neuen Zwischenhochs erst jetzt eine Aufholjagd starten könnte, sehen Sie anhand des niedrigen CMI Germany (Grafik auf Tagesbasis s.o.). Zur Zeit notiert er bei 94/95. Für eine Übertreibung nach oben könnte er auf 110/120 steigen. Für das Moving Markets Depot bedeutet das: 1. Die seit August 2004 bestehende hohe Aktien-Investitionsquote von fast 100 Prozent bleibt bestehen. 2. Nach der gescheiterten Short-Spekulation ist es wichtig, daß sich aus den Indikatoren wieder zuverlässige Handelssignale ableiten lassen. 3. Wichtig ist im Zusammenhang mit kurzfristigen Spekulationen auf steigende Kurse ist die Intraday-A/D-Linie, die in den vergangenen Tagen mit ihrer negativen Divergenz Kaufsignale lieferte.
Während der Rallye in Richtung 5000 Punkte dürften untere Umkehrpunkte weiterhin mit solchen Indikatorsignalen im Vorfeld markiert werden. A/D-Linie | Aktienvolumen | Anleihe/Aktien-Ratio und KGV | G5 Depot | CMI Depot |