- März 2005
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Sehr geehrter Herr Schmidt,
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am Freitag fand ich die Idee mit dem Sojabohnen-Zertifikat sehr
interessant und habe auch gleich mal eine kleine Position
geordert.
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Über das Wochenende habe ich mich aber mal intensiver
damit beschäftigt und halte das Ganze für
spekulativen Wahnsinn und werde gleich wieder verkaufen.
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Der Stop-Loss für das Zertifikat liegt ca. 100 Punkte
höher. Der Kurs der Sojabohnen lag vor nicht allzu langer
Zeit ca. 400 Punkte höher. Also teuer sind Sojabohnen
nicht.
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Der Sojabohnenmarkt ist stark abhängig von den
Ernteerwartungen und bestimmt nicht vom Soja-Rost, dessen
Thematik schon in den Kursen enthalten ist.
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Das größte Problem ist aber, dass momentan die
Rohstoffmärkte zu den wenigen Märkten gehören,
die hohe Volatilitäten und Trends aufweisen und sich somit
dort die Hedge-Fonds tummeln, die wie die Surfer auf den
Trend-Wellen reiten. Ein antizyklischer Ansatz in diesen
Märkten ist also, wie gesagt, nicht das Richtige. Die
Herde rennt einen um. Wenn überhaupt (handle nur etwas,
was Du kennst: Zu Sojabohnen habe ich keinen Bezug), dann macht
nur Sinn, einen Trend frühzeitig zu erkennen, Verluste zu
begrenzen und mitzusurfen.
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Mit freundlichen Grüßen
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E.B.
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Antwort:
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Sehr geehrter Herr B.,
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grundsätzlich stimme ich mit Ihrer Einschätzung
überein. Die
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Märkte sind so angespannt, daß die Übertreibungen
massiv
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werden können - noch stärker als zur Zeit schon.
Wir kennen
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das so ähnlich von der 2000er Aktien-Spekulationsblase.
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Außerdem halte ich mich auch nicht für einen
ausgewiesenen
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Sojabohnen-Fachmann. Dass ich trotzdem dort aktiv wurde,
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liegt an folgenden Gründen:
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1. In den vergangenen Wochen begegneten mir in
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zahlreichen Quellen im Internet und in Printmedien
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Informationen über den Rohstoffmarkt - ein Hinweis
darauf,
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dass die Zahl der Spekulanten zugenommen haben muß.
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2. Für einen Parallelmarkt, Sojabohnenschrot, beobachte
ich
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für einen Kunden ähnliche Indikatoren wie zum DAX.
Sie
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lieferten Verkaufsignale. Das System ist jetzt "reif",
um einen
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Testballon im aktiven Trading zu starten. Wird es
erfolgreich,
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wäre ich zuversichtlich, daß es funktionieren
könnte. Gern
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würde ich die Berichterstattung bei Moving Markets in
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Richtung der Rohstoffe ausbauen.
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3. Um die Wissenlücke "Rohstoffmarkt" zu
füllen, arbeite ich
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eng mit einem Sojahändler zusammen. Was an den Märkten
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geschieht bzw. in der Öffentlichkeit zum Thema gemacht
wird,
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erfahre ich von dort aus zusätzlichen Quellen.
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Durch diese Aktivitäten erhellte sich die "black
box" Agrar-
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Rohstoffe - zwar noch nicht so deutlich, wie für den
DAX, aber
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ein Anfang ist gemacht.
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Trotz allem ist mir klar, daß die Spekulation
mißlingen könnte.
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Zur Zeit schätze ich das Chance / Risiko Verhältnis
mit 60 : 40
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ein (vor dem Anstieg am Freitag hätte ich noch 70 : 30
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gesagt).
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Die Soja-Spekulation ist als Baustein für eine
langfristige
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Erweiterung der Moving Markets-Berichterstattung gedacht.
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Drücken Sie mir bitte die Daumen, daß sie
gelingt.
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Freundliche Grüße
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Gert Schmidt
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13.03.2005
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Sehr geehrter Herr Schmidt,
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die Daumen drücke ich Ihnen auf jeden Fall.
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Ein Abonnement, das seine Hauptaufgabe und seinen Hauptnutzen
für mich nicht vernachlässigt (DAX), darf gern auch
mal auf zusätzliche Märkte den Fokus richten.
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Auf jeden Fall ist es "bunter". Ich hatte in letzter
Zeit immer wieder den Gedanken, in ein breit diversifiziertes
Rohstoff-Zertifikat zu gehen.
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Eins hat es jetzt auf jeden Fall bewirkt: Wenn sogar Sie sich
als eingefleischter "DAX-Kenner" dem Rohstoffmarkt
zuwenden, dieses Thema in aller Munde ist und von dem Jahrzehnt
der Rohstoffe gesprochen wird, dann wird wohl bald eine saftige
Korrektur in diesem Markt kommen und ich warte unter mittel-
bis langfristigem Anlagehorizont jetzt lieber noch.
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Nach meinen langjährigen Erfahrungen mit Ihnen sind Sie
ein guter Vorläufer für Tendenzen, im konkreten Fall
aber manchmal antizyklisch um Monate zu früh (Bsp. ebay
short).
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Weiterhin viel Prognose-Erfolg und auch Spaß an der
Arbeit.
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Mit freundlichen Grüßen
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E. B.
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