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14.06.1999, 01.15 Uhr |
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Am 08.06.1999 erhielten wir folgenden wachrüttelnden Leserbrief: Ich lese Ihre Seite sehr gern, denn sie ist ein hervorragender Kontraindikator. Wer Ihren Analysen folgt müßte eigentlich schon pleite sein! M. B. ** ** Wenige Tage später folgte ein Leserbrief, der sich mit Details auseinandersetzte: Sehr geehrter Herr Schmidt, es hat mich gefreut, daß ich Ihre Seite lesen konnte. Ihre Beiträge sind interessant, vor allem weil Sie etwas unkonventionell das Börsengeschehen angehen. Ich habe mich bisher intensiv mit Charttechnik und der Elliott-Theorie befaßt und wollte eben auch andere Betrachtungsweisen kennenlernen. Was mich jedoch in der letzten Zeit an Ihren Beiträgen massiv stört, daß Sie keine klare Linie mehr vertreten, sondern von Tag zu Tag opportunistischer werden. Einmal heißt es "der crash kommt", am nächsten Tag "bereitet Euch auf eine Rallye vor", "CMI" hin- "CMI" her. Es ist nicht schlimm mit Einschätzungen falsch zu liegen, aber man kann doch nicht langfristige Perspektiven und Intraday-Ereignisse so miteinander zu vermischen, daß man sich im Endeffekt gar keine Meinung bilden kann, oder einen klaren Eindruck zu gewinnen. Vielleicht besteht Ihre Zielgruppe aus Intraday-Junkies (den Eindruck habe ich langsam), aber als öffentliches Medium gibt es auch so etwas wie Verantwortung. Sie sprechen von einer Rallye, aber wollen gar nicht darauf hinweisen, daß es gleichzeitig erhebliche Risiken bestehen, daß es tatsächlich zu einer beträchtlichen Abkühlung der Märkte kommen kann. Na ja, sei es drum. Ich war in der letzten Zeit etwas enttäuscht. Trotzdem finde ich Ihre Seite inhaltlich sehr erfrischend und wünsche Ihnen viel Erfolg. |
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MOVING MARKETS antwortet auf diesem Weg: Sehr geehrter Herr B., sehr geehrter Herr S., ob eine Börsenpublikation wirklich erfolgreich ist, läßt sich wunderbar an einem Musterdepot ablesen. Und da treffen Ihre Anmerkungen zu einem günstigen Zeitpunkt: Wir müssen jetzt zeigen, was MOVING MARKETS wirklich kann. Nachdem wir im Frühjahr vom Erfolg der "Winter-Empfehlungen" zehren konnten, setzten leichtfertige Optionsschein-Spielchen die Performance unter Druck. Im Nachherein betrachtet war das vollkommen überflüssig. Aber leichte (Rück-)Schläge erhöhen das Denkvermögen, was Sie bereits feststellen konnten: * Wir aktualisieren seit sechs Wochen häufiger unsere TRENDS!-Berichterstattung. Das wurde erforderlich, weil die Börsentrends mit nachlassender Volatilität immer kürzer wurden. Wenn es hier einen Ausbruch geben sollte, gleichgültig, ob nach oben oder unten, wollen wir das mitmachen und dabei voll investiert sein. * Mit unserem Partner-Informationsdienst GLOBAL TRADING SERVICE veröffentlichen wir ein professionelles Handelssystem (CMI), das sich insbesondere für kurzfristige Börsengeschäfte eignet. Trends werden in einem Zeitraum "von Intraday bis zu ca. zwei Wochen" mit hohen Trefferquoten erfaßt. Das ist weniger spekulativ, als es auf den ersten Blick aussieht. Zwar wollen wir auch, wie Sie schreiben, "Intraday-Junkies" ansprechen. Aber kurzfristige Spekulationen bei DAX-Werten führen wir insbesondere deshalb durch, weil sie ein hohes Maß an Sicherheit bieten:
Wären wir in den vergangenen Wochen mit unserem Musterdepot erfolgreich gewesen, hätten Sie Ihre Leserbriefe wahrscheinlich nicht verfaßt. Schließlich zählt nur das Ergebnis. Der Weg dorthin ist im Erfolgsfall sehr wichtig, insbesondere wenn sich die Erfolge wiederholen lassen. Mit dem GTS CMI Handelssystem, der Astrologie, der Chartanalyse und weiteren Bausteinen haben wir einen derartigen Weg gefunden. Der CMI rückte in den Mittelpunkt unserer Berichterstattung. Auf jeden Fall steckt mehr dahinter als es auf den ersten Blick erscheint. Sie sollen das Indikatorensystem kennenlernen, weil es die Testphase von Dezember 1998 bis Juni 1999 erfolgreich beendete. Währenddessen erlebten wir bei den DAX-Titeln interessante Situationen: Als z.B. Adidas-Salomon Mitte Mai stark fiel, zeigte das der CMI ebenso rechtzeitig an, wie der jüngste Rückschlag von SAP. Die DAX-Signale kennen Sie. Das Potential, das in dem CMI-System steckt, wollen wir Ihnen vorführen. Und anhand der Zugriff-Statistiken sahen wir sehr schnell, dass der CMI in der Beliebtheits-Skala weit oben rangiert. Die Zahl der Benutzer, die den Indikator mehrmals täglich abfragten, nahm ständig zu und bestätigte uns bei unserem Vorgehen (daher die CMI-Lastigkeit). Weil unser Musterdepot "zufällig" in diesen Tagen eine "Infusion" benötigte, nahmen wir den neuen Indikator in unserer Berichterstattung auf, um einen kurzfristigen Erfolg zu erzielen (was uns hoffentlich mit HypoVereinsbank und Münchener Rück gelingen wird). Die Kurve der Depotstatistik soll wieder steil aufwärts zeigen. Das ist aber nur mit höherem Risiko und mit mehr Beweglichkeit zu schaffen, was angesichts der augenblicklichen Börsenphase angemessen erscheint. Die durchschnittliche Schwankungsbreite der Aktien ließ nach, wobei aber gleichzeitig das Sterben der ehemaligen Favoriten begann. Wer zu spät reagiert, verpaßt möglicherweise den "Big Move" des Jahres 1999. Als "Timing-Spezialisten" müssen wir unbedingt dabei sein, was bei einer Seitwärtsbewegung, wie wir sie zur Zeit erleben, sichtbar schwerfällt. Aber der anschließend zu erwartende länger andauernde Trend wird die Mühe belohnen. Wenn das Gesamtbild unserer Indikatoren ein Szenario nicht mehr bestätigt, muß die Analyse wieder bei "Null" beginnen. Dabei können sogar vollständig konträre Auffassungen über die Börsensituation herauskommen. Das gilt insbesondere für die augenblickliche technische Stärke des DAX gegenüber dem DOW JONES. Wie lange mag das noch anhalten? 1998 erreichte der DAX täglich neue Rekorde, während US-Aktien gedrückt blieben. Sie erinnern sich: Damals gingen wir davon aus, daß der DOW JONES den DAX ausbremsen würde, was sich als falsch erwies. Das könnte sich 1999 (vor dem Absturz) vorübergehend wiederholen. Solange unsere Indikatoren für den deutschen Aktienmarkt steigende Kurse anzeigen, kann die Divergenz zwischen USA und Deutschland anhalten. Sie haben Recht: Es bestehen weiterhin erhebliche Risiken für Aktien. Wir versäumten es, darauf ausführlich einzugehen. Deshalb an dieser Stelle nachgeholt: Sie brauchen nicht befürchten, daß wir unkritisch und opportunistisch ins Lager der "Bullen" wechseln. Unsere "Prognose 1999" lassen wir nicht fallen und gehen weiterhin davon aus, daß mittel- bis langfristige Anlagechancen (Anlagezeitraum > 2 Jahre) grundsätzlich frühestens im Herbst 1999 zu erwarten sind. Wenn wir in diesen Wochen eine Rallye erleben, schwebt ständig das Damoklesschwert einer plötzlichen und heftigen Abwärtsbewegung über den Märkten. Mit unseren Timing-Werkzeugen haben wir uns das Ziel gesetzt, einen solchen Umschwung möglichst frühzeitig zu erkennen. Zur aktuellen Situation: Unser Stimmungs-Schwenk in der vergangenen Woche hat auch astrologische Gründe. Die "Himmelsindikatoren" hatten sich Ende Mai für den show down an der Börse vorbereitet. Alles schien zu passen. Auch die technischen Indikatoren deuteten auf die Fortsetzung der Talfahrt. Aber dann geriet alles durcheinander. Insbesondere die Tatsache, daß die Börsentrends von Asien bis USA gegenläufig waren, also keine einheitliche Richtung mehr vorherrschte, ließ uns aufmerken. Seit dem 31.05. rechneten wir mit einer kurzfristigen Bodenbildung. Sicher kennen Sie unsere 1998 formulierte These vom "Zusammenhang" zwischen der Jugoslawienkrise und der Börsenentwicklung. Wichtig dabei ist, daß wir keinen mittelbaren oder unmittelbaren Zusammenhang zwischen den Ereignissen sehen. Beides geschieht voneinander unabhängig und dürfte auch insbesondere aus wirtschaftlicher Sicht kaum gegenseitige Auswirkungen haben. Uns kommt es auf die zeitliche Konstellation und den parallelen Ablauf der Ereignisse an: Die Börsenhausse startete 1992/1993. Damals begann auch der Jugoslawienkrieg. Das ist der gemeinsame Ausgangspunkt für zwei auf den ersten Blick völlig verschiedene Ereignisse. Unsere (astrologisch begründbare) These ist, daß beides auch gemeinsam enden wird. Auf die aktuelle Situation übertragen bedeutet das: Der show down in Jugoslawien und an der Börse wurde vertagt. Die Kriegsparteien in Jugoslawien haben sich zwar angenähert. Aber eine endgültige friedenstiftende Lösung der Probleme ist noch nicht greifbar. Es kann aber jederzeit zu einem überraschenden Ereignis kommen. Die Nachrichten aus der Region zeigen, daß die Situation äußerst angespannt bleibt. Die Börsen befanden sich Ende Mai vor dem Absturz und erholten sich seitdem. Auch wenn sich eine freundliche Tendenz vorübergehend durchsetzen sollte, bleiben zahlreiche Probleme und unrealistische Erwartungen (Internet, Technologie) offen. Insbesondere das weltweite Schuldenmanagement (Risiken Asien, Lateinamerika, Rußland) von Institutionen, Staaten und Unternehmen kann das Finanz-Kartenhaus, so wie wir es heute vorfinden, zusammenbrechen lassen. Die Probleme wurden aufgeschoben, nicht beseitigt. Schon ab der 25./26. Kalenderwoche kann es aus astrologischer Sicht wieder sehr kritisch werden. Bis dahin haben wir die Chance eines "dahinplätschernden und abstumpfenden" Börsengeschehens, wobei die brisanten Themen aber immer unter der Oberfläche "köcheln". Soll heißen: Die Börse kann wieder steigen, weil wir den Eindruck (den Wunsch) haben, daß alle Schwierigkeiten von den Entscheidungsträgern in der richtigen Proportion angegangen werden. Wir hoffen, daß es tatsächlich gelingt. Aber weil schon heute offensichtlich ist, daß nur wenige der vielen drängenden Probleme wirklich gelöst sind, und weiterhin "herumgewurstelt" wird, müssen wir ständig mit neuen negativen Nachrichten rechnen. Was heute zur Entscheidung ansteht, sind die leichtfertig vergebenen "Kredite" auf politischer und wirtschaftlicher Ebene in den 80er und 90er Jahren. Die Entscheidungsträger und politischen Führer sind (weltweit) in einer sehr schwierigen Lage. Sie müssen ein Erbe antreten, das mit herkömmlichen Methoden kaum verwaltet werden kann. In jeder Krise stecken neue Chancen, denn die Märkte bleiben in Bewegung. Darüber werden wir berichten. Gert Schmidt, Herausgeber Minden, 14.06.1999 |