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TRENDS! - Aktueller Bericht vom 25.02.2002, 22.55 Uhr

Morgen im Blickpunkt: ifo-Geschäftsklima

Der ifo-Geschäftsklimaindex ist ein wichtiger Bestandteil unserer Trendanalyse und aus drei Gründen interessant für unsere Arbeit:

1. Er präsentiert die Ergebnisse einer Umfrage unter den Großunternehmen in Deutschland. Wir erhalten dadurch einen Stimmungs- und Lagebericht, der geeignet ist, nachzuvollziehen, wie sich die Unternehmen positionieren.

2. Weil das ifo-Institut eine hervorragende Pressearbeit macht, wird der Indikator von den Analysten, Medien und politischen Entscheidungsträgern beachtet und kommentiert. Die Interpretationen und Veröffentlichungen wirken sich direkt auf das Anlegerverhalten aus. Wir sehen dadurch, wie die Märkte auf den Indikator reagieren.

3. Bei der Interpretation des Indikators beobachteten wir das Phänomen, daß keine Meinungsvielfalt vorherrscht. Über viele andere Indikatoren wird erbittert gestritten. Aber beim ifo-Geschäftsklimaindex scheint es nur eine Interpretationsvariante zu geben. Als antizyklisch denkender Anleger wissen Sie, was das mit hoher Wahrscheinlichkeit bedeutet: Die Mehrheit irrt.

Auf die aktuelle Situation übertragen bedeutet das:

* Dem Erwartungssindikator wird ein viel zu großes Gewicht beigemessen, indem unterstellt wird, daß sich die Aussichten wegen der verbesserten Stimmung verbessern würden.

* Der Indikator zu Geschäftslage wurde dagegen von den Kommentatoren vernachlässigt, so daß sich der Optimismus weit von der aktuellen Lage entfernt hat.

Damit entstand eine euphorische Übertreibung, in der die Märkte im "Einheitsblick" eine allzu positive Erwartungshaltung zeigen. Das ist das gefährliche an der Situation: Solange die Schere der Indikatoren (Erwartungen vs. Lage) auseinandergeht, besteht die Gefahr, daß eine große Portion Übertreibung in den Kursen enthalten ist - vergleichbar mit dem Zusammenspiel der Indikatoren Ende 1999/Anfang 2000.

Im vergangenen Jahr erlebten wir mehrfach, daß einige Marktteilnehmer nach Veröffentlichung der ifo-Daten in eine Bullenfalle gerieten (z.B. Berichte vom 22.05.2001 und 23.07.2001). Die Gefahr besteht morgen auch: Mit der freundlichen New Yorker Vorgabe könnten bei einem Anstieg des Indikators noch mehr Anleger in den Markt gelockt werden.

Szenario 1.)

Nach Veröffentlichung von positiven Zahlen könnte der DAX noch einmal zulegen. Die Marktteilnehmer werden sich in ihrer positiven Sichtweise bestätigt fühlen.

Szenario 2.)

Nach negativen Zahlen könnte der DAX trotzdem klettern, weil wieder - wie im vergangenen Jahr - die "Zinskarte" ausgespielt wird, d.h. negative Daten setzen die Notenbank unter Druck, die Zinsen zu senken.

Für beide Szenarien gilt: Bereits seit Oktober 2001 vertreten wir die These, daß der Indikator zu positiv interpretiert wird. Damals notierte der DAX bei 4.500 Punkten. Der DAX sollte deshalb mindestens unter diese Marke fallen, um den übertriebenen Optimismus zu neutralisieren. Deshalb besteht die Gefahr, daß der DAX nach einem kurzen Freudenhüpfer einknickt.

Szenario 3.)

Die neuen Zahlen signalisieren eine sehr negative Erwartung der Unternehmen und zusätzlich eine Verschlechterung der Lage. Dann könnte der DAX scharf einknicken, weil es nicht zur aktuellen, positiven Sicht der Märkte paßt.

Bei allen drei Szenarien rechnen wir nach Veröffentlichung der ifo-Zahlen mit fallenden Kursen. Wenn die Zahlen positiv ausfallen, dürfte die Talfahrt etwas langsamer ablaufen als bei schlechten Umfrageergebnissen.

Und außer Konkurrenz das Szenario 4.)

Klettern Erwartungs- und Lageindikator kräftig und viel stärker als von Analysten unterstellt wurde, hätte der DAX die Chance für eine Stabilisierung oder sogar eine kräftige Rallye. Das würde allerdings nicht zu dem Verlauf der anderen Stimmungsindikatoren passen.

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Wir werden berichten.



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