Ausblick für die nächste Woche. Grafiken und Analysen mit Stand 04./06.03.2005. |
|
|
|
04.03.2005, DOW JONES 10.940, S + P 500 1.222, NASDAQ100 1.520 Markttechnik USA 1. NYSE A/D-Linie vs DOW JONES (1 Tag verzögert) | US-Statistik 2. Russell 2000 vs. DOW JONES: Intraday 5 Tage | 3 Monate | 6 Monate | 3. DOW JONES mit Umsatz (1 Tag verzögert) 4. NASDAQ-Computerindex vs. NASDAQ Composite (Hintergrund/Auftaktbewertung am 21.02.2003) 5. Microsoft vs. Nasdaq 100 (Hintergrund/Auftaktbewertung vom 07.06.2003) Bewertung vom 06.03.2005 Zu den Indikatoren: Zu 1. Wie in der Vorwoche genügte ein kleiner Rücksetzer der NYSE A/D-Linie, um den Boden für eine Rallye zu bereiten: Als der Indikator ein Zwischentief erreichte, ohne daß der Dow Jones fiel, drehte der Markt ohne Verzögerung nach oben. Auffällig ist die schnelle Reaktion des Marktes auf die Aufwärtstrend-Marktmechanik: Als die Marktteilnehmer ihr Geld aus den Nebenwerten abgezogen hatten, investierten sie es unverzüglich bei den großen Blue Chips - als ob keine Zeit zur Verfügung stünde. Tatsächlich bestand die Gefahr einer Top Bildung: Wäre der Dow Jones an der 10.800 Punkte-Marke gescheitert, wäre er zum zweiten Mal dort abgeprallt - ein mögliches Doppeltop wurde vermieden. Trotz der jüngsten Rallye hinkt die A/D-Linie dem Dow Jones hinterher. Nach der Indikatormechanik ist deshalb der kurzfristige Aufwärtstrend intakt. Mittel- und langfristig gelten die bekannten Warnsignale. Zu 2. Im kurzfristigen Bereich neutral: Russell2000 und Dow Jones bewegten sich parallel zueinander. Das langristige Warnsignal aufgrund der Outperformance des Russell2000 besteht jedoch weiterhin - ein Signal, das mit der Entwicklung vom Frühjahr 2000 vergleichbar ist. Sollte auch im kurzfristigen Bereich eine Outperformance des Indikators entstehen, besteht die Gefahr, daß der Markt für einige Monate, vielleicht sogar über Jahre hinweg, den Rückwärtsgang einlegt. Aber so weit ist der Markt noch nicht, denn es fehlen zusätzliche Hinweise der anderen Indikatoren. Zu 3. Niedrige Umsätze mit steigenden Notierungen erhielten den Aufwärtstrend. Das Kaufsignal vom Februar wurde bestätigt (Bewertungen vom 25.02.2005, 06.02.2005). Der Dow Jones Umsatzindikator liefert keine Hinweise dafür, daß es bald eine Wende nach unten geben könnte. Es steht dadurch im Gegensatz zum DAX Indikator Aktienvolumen (s.u.) Zu 4. Computeraktien zeigten sich am 03. März schwächer als der Nasdaq Composite Index, worauf ein Tiefpunkt des Gesamtmarktes markiert wurde. Anschließend bewegten sich beide Indizes parallel zueinander, was im kurzfristigen Bereich eine neutrale Vorgabe bedeutet. Im 3-Monats-Vergleich ist jedoch zu sehen, daß eine Outperformance des Indikators besteht: Während der Nasdaq Composite unter dem Zwischenhoch von Anfang Januar notiert, liegt der Computer-Branchenindex darüber. Deshalb stellt jedes neue Vorauslaufen des Indikators ein Warnsignal dar, daß sich der Abwärtstrend seit Januar fortsetzen könnte. Sollte der Computerindex stärker zulegen als der Gesamtmarkt, könnte ein oberer Umkehrpunkt erreicht sein. Zu 5. Solange sich die Microsoft Aktie als Underperformer zeigt, fehlt ein wichtiger Hinweis für eine Top Bildung des amerikanischen Aktienmarktes. Denn im Vorfeld fallender Notierungen dürfte das Unternehmen als Sicherheitsinvestment gefragt sein. Insider werden dann hierhin umschichten, um ihre Risiken zu mindern. Sollte die Aktie in der kommenden Woche klettern, würde sie die auf fallende Notierungen hinweisenden DAX Indikatoren bestätigen. ** ** Was ist mit den amerikanischen Technologiewerten los? Während Dow Jones und S + P 500 auf Klettertour gingen, hinken Nasdaq100 und Nasdaq Composite hinterher - sehr schön im 3-Monats-Chart zu erkennen. Das Phänomen schwacher Wachstumsaktien setzte sich auch in der vergangenen Woche fort. Im 2-Jahres-Chart sehen Sie, daß in den vergangenen Jahren stets die Technologiewerte den anderen Indizes vorausgelaufen sind, d.h. die Nasdaq-Werte zogen den Gesamtmarkt bisher regelmäßig nach oben. Weil diese Marktmechanik seit einigen Wochen nicht mehr gilt, besteht die Gefahr, daß an der jüngsten Aufwärtsbewegung etwas faul ist. Zuletzt war eine solche Marktmechanik im Dezember 2001 zu beobachten. Auch damals liefen Technologiewerte nach unten voraus. Zum Vergleich ein Blick in die Vergangenheit: Moving Markets-Bewertung vom 01.02.2002 Zusammenspiel zwischen Nasdaq100 und Dow Jones von Oktober bis Dezember 2001. Auf die aktuelle Situation übertragen bedeutet das: Es besteht die Gefahr, daß es nicht zu einer neuen Aufwärtsbewegung der Märkte kommt. Die jüngste Rallye des Dow Jones wäre danach nur Bestandteil einer Top Bildung, in der die Marktteilnehmer die Flucht in Richtung Blue Chips antraten. Sobald auch Microsoft als Fluchthafen folgt, könnten die Märkte schnell nach unten drehen. Alternativ-Szenario: Beim größten Softwareunternehmen der Welt ist etwas faul und die jüngste Schwäche (fallende Umsätze mit fallenden Notierungen) ist nur der Anfang einer Talfahrt. Insgesamt erscheint es ratsam, die jüngste Aufwärtsbewegung aufmerksam zu betrachten, um möglicherweise das Gras wachsen zu hören. |
|
04.03.2005: Deutscher Aktienindex 4.423 Bewertung vom 06.03.2005 Die in der vergangenen Woche beschriebenen Warnsignale verstärkten sich: A/D-Linie und Aktienvolumen zeigten sich gegenüber dem DAX als Outperformer, was regelmäßig an oberen Umkehrpunkten geschieht. Sie sehen das anhand der nachfolgenden Grafik: Mögliches Szenario: Die Marktteilnehmer verteilten freiwerdende Mittel im Vorfeld fallender Notierungen. Es gibt eine spannende Verbindung zwischen der Entwicklung des Barron's Confidence Index und dem Moving Markets Confidence Index. Beide Indikatoren legten im November 2004 den Rückwärtsgang ein: Spannendes Detail: Auch das G5 Depot fällt seit November gegenüber dem DAX zurück: Nimmt man die Indikatoren wörtlich, wäre es erlaubt, einen umfangreichen Kapitalabzug des smart money zu unterstellen. Die Insider sind seit über drei Monaten nicht mehr bereit, den steigenden Notierungen zu folgen und verabschiedeten sich von den höheren Risiken. Statt dessen konzentrierten sie sich auf Investments mit besserer Bonität und geringerem Risiko. Während die Masse noch auf steigende Notierungen setzte, stiegen Insider aus. Zusammen mit den jüngsten Warnsignalen könnte das bedeuten, daß sich der DAX (zusammen mit den US Aktienmärkten) in einer Top Bildung befindet und in den nächsten Wochen/Monaten unter das Niveau vom November 2004 von 4200 Punkten fällt. Ein weiteres antizyklisches Warnsignal, daß der Aktienmarkt heißlaufen könnte, ist der Börsengang des Medienunternehmens Premiere: Bei der Nachrichtenagentur dpa heißt es dazu heute: Großes Interesse für die Aktien des Bezahlfernsehsenders Premiere kurz vor dem Börsenstart: Das Angebot sei bereits siebenfach überzeichnet. Das erfuhr die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» aus Branchenkreisen. Nach Analystenangaben in Frankfurt verspricht der größte Börsengang seit der Postbank-Emission im Juni 2004 ein Erfolg zu werden. Ein Ausgabepreis am oberen Ende der Preisspanne von 24 bis 28 Euro sei sehr wahrscheinlich. Zu Spekulationen, ob Privatanleger bei der geplanten Emission am Mittwoch bevorzugt werden, sagte Premiere-Chef Georg Kofler der Zeitung: «Wir wollen eine liquide Aktie und das ist mehr als ein Lippenbekenntnis. Die Premiere AG ist daran interessiert, zahlreiche Privatanleger unter ihren Aktionären zu haben.» Der Börsengang wird dem Unternehmen voraussichtlich einen Erlös von einer Milliarde Euro einbringen. Die Zeichnungsfrist läuft noch bis kommenden Dienstag. Die Erstnotierung ist für den 9. März geplant. Angesichts der Warnsignale ist es ratsam, die Risiken von Aktieninvestments niedrig zu halten und das Depot mit einer Short Position abzusichern. Sollte es weitere Warnsignale geben, ist es außerdem erwägenswert, den Gewinn der Münchener Rück Aktie mitzunehmen und ein Neuengagement gegebenenfalls auf ermäßigtem Niveau zu prüfen. A/D-Linie | Aktienvolumen | Anleihe/Aktien-Ratio und KGV | G5 Depot | CMI Depot |