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Über den Barron's Confidence-Index

Zur Berechnung des Barron's Confidence wird ein Vergleich der Renditen zwischen Anleihen guter und schlechter Qualität vorgenommen. Gemessen wird jeweils die Renditespanne zwischen beiden Anleihegattungen.

* Werden überwiegend Anleihen guter Bonität gekauft, geht das Vertrauen in die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zurück - -> der Indikator fällt.

* Kommt es nach längerem Kursrückgang auch bei der Renditespanne zu einer Trendwende, dergestalt, daß sich die Marktteilnehmer aus Anleihen guter Bonität zurückziehen, verbessert sich das Vertrauen in die Wirtschaftskraft - - > der Indikator steigt.

Zur Zeit notiert der Indikator auf einem historisch niedrigen Niveau, was anzeigt, daß das im Laufe der letzten Jahre erhebliches Kapital aus unsicheren Marktsegmenten in Richtung der Anleihen mit guter Bonität umgeschichtet wurde. Sollte dieses Kapital freigesetzt werden, z.B. für den Aktienmarkt, könnte das erhebliche Kurssteigerungen zur Folge haben.



TRENDS! - Aktueller Bericht vom 05.12.2001, 15.00 Uhr

Gibt es doch eine Erholung in den USA? Dann hätte der Anstieg der Blue Chips gerade erst begonnen!

Mitte November fand genau das statt, was wir in unserem Bericht vom 09.11.2001 vermutet hatten: Nach der Rallye mußten etliche professionelle Vermögensverwalter ihre Strategie überdenken. Schon in der folgenden Woche zeigte sich das an einer wichtigen Aktion:

Der Rentenmarkt knickte scharf ein, wobei erhebliche Kapitalmengen umgesetzt wurden. Sie sehen das anhand unseres überdurchschnittlich gefallenen Bund Future Umsatzindikators.

Und zwar fielen nicht nur deutsche Anleihen, weil Finanzminister Eichel unvernünftig gewirtschaftet hätte, sondern auch in den USA purzelten die Anleihenotierungen. So stiegen die Renditen mit 10jähriger Laufzeitvon 4,20 auf 5,00 Prozent. Das war schon fast ein "Rentencrash".

Zur gleichen Zeit gab es eine weitere wesentliche Veränderung, auf die wir schon seit einigen Wochen vergeblich warteten:

Der "Barron's Confidence" Index, kletterte erstmals deutlich seit Mitte April 2001. Der Indikator signalisiert, ob die Marktteilnehmer eher Aktien oder Anleihen bevorzugen. Das Vertrauen in Aktien war bis Anfang November auf den Nullpunkt gesunken (tiefster Stand seit Mitte der 80er Jahre!), was für uns auch ein Grund war, an den short-Positionen festzuhalten.

Aber seitdem verwandelte sich das Bild vollständig. Anleihen wurden Mitte November massiv verkauft, weil das Vertrauen in Aktien zunahm. Ein Anstieg des Vertrauenindex von Barron's war in der Vergangenheit regelmäßig ein Hinweis darauf, daß große Kapitalmengen für Aktienkäufe freigesetzt wurden, so daß anschließend die Kurse klettern konnten.

Trifft das zu, stehen wir erst am Anfang eines kräftigen Aufschwungs.

Über den Barron's Confidence-Index

Die Grafik zeigt, daß der Indikator so funktioniert, wie es die Gründer gewollt haben. Allerdings ist er kein Trading-Instrument. Sowohl bei der Bodenbildung im Herbst 1998, als auch in diesem Jahr lieferte er sehr späte Kaufsignale.

Außerdem zeigte er die Technologie-Euphorie überhaupt nicht an. Dem "smart money" war die Rally von Cisco Systems & Co zu suspekt, um deswegen Anleihen mit guter Bonität aufzugeben.

Anhand des Indikators sehen wir auch, daß er mit den Aktien der "old economy", den DOW JONES-Werten korreliert. Nach dem jüngsten Kaufsignal müßte ein kräftiger Anstieg der DOW JONES-Werte bevorstehen

Schlußfolgerungen aus dem Barron's Confidence-Index:

1. Das tiefe Niveau des Indikators signalisiert entweder echte Crashgefahren oder immer noch, trotz der gestiegenen Kurse, historisch einmalige Einstiegsgelegenheiten.

2. Weil der Indikator seit zwei Wochen steigt, wird aus Staatsanleihen guter Bonität, die ein historisch hohes Niveau erreicht haben, erstmalig Kapital abgezogen. Das ist ein Kaufsignal, so daß offenbar die Crashgefahr geringer zu bewerten ist.

3. Das bedeutet für die Märkte: Top-Bildung bei den Anleihen (= steigende Zinsen, z.B. w.g. wachsender Inflationsgefahr bei anziehender Konjunktur), weiterer Anstieg der Aktienmärkte, wobei insbesondere Old Economy-Werte und Substanzaktien profitieren dürften, z.B. DOW JONES-Aktien, Konsum, Bau, Rohstoffe, Immobilien, Automobile, Chemie. Das klingt für einen "Börsenbären" absolut unrealistisch. Aber wir räumen dem Indikator auf lange Sicht eine hohe Prognosequalität ein, zumal das "smart money" nach einer langen pessimistischen Phase erstmalig von tiefem Niveau ausgehend die Richtung wechselt.



GERT SCHMIDT FINANZINFORMATIONEN