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Aktueller Bericht zu DAX & DOW

Hier finden Sie: Kurzfristige Strategien und Börsenanalysen. Das MOVING MARKETS-HANDELSSYSTEM im Einsatz. Je nach Börsensituation berichten wir auch mehrmals täglich.


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TRENDS! - Aktueller Bericht vom 21.09., 09.30 Uhr

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Wünsche, Stinnes, Loewe, KWS Saat: Gründe, die zur Aufnahme in unserem Musterdepot führten.

Zunächst beschränken wir uns auf eine Kurzvorstellung der Aktien. Sollte sich die erwartete positive Entwicklung bestätigen, werden wir in Form einer Studie berichten, vergleichbar mit SGL Carbon.

Das waren die Kaufdaten vom 15.09.1999 im Musterdepot:

Wünsche, WKN 779810, 600 Aktien zu 6,50 EUR, Stop Loss 5,50 EUR

KWS Saat, WKN 707400, 10 Aktien zu 555 EUR, Stop Loss 520 EUR

Stinnes, WKN 726430, 200 Aktien zu 14,50 EUR, Stop Loss 13,50 EUR

Loewe, WKN 649410, 250 Aktien zu 15,90 EUR, Stop Loss 14,50 EUR

Wichtiger Hinweis:

Die Redaktion von MOVING MARKETS besitzt, wenn der Auftrag am 21.09. tatsächlich zum Limit von 6,40 EUR ausgeführt wird, 300 Aktien der Wünsche AG.

Wünsche

Charttechnische Situation:

Nach 24 Monaten Talfahrt hat die Aktie gute Chancen für eine Bodenbildung im Bereich 5,00/6,00 EUR. Ein Kaufsignal mit Überschreiten von 7,00 würde den Turnaround einleiten.

Kursziel: Über dem bisherigen Allzeithoch von 14 EUR.

Das Unternehmen:

Der Geschäftserfolg hängt überwiegend von den Fähigkeiten des Vorstands, Peter Littmann, ab. Er hat große Pläne, und sollte er seine Ideen tatsächlich verwirklichen können, dürften Wünsche erhebliche Kurssteigerungen bevorstehen.

Als Littmann 1997 die Vorstandsführung von Wünsche übernahm, explodierte die Aktie zunächst. Aber schnell war klar, daß noch etliche und schwerwiegende Aufräumarbeiten nötig waren: Konsolidierung des bisherigen "Gemischtwaren-Beteiligungskreises" | Gewinnung der Banken und der Großaktionäre für die neue Strategie, Wünsche zum "Lifestyle-Konzern" umzubauen | Trennung von früheren Entscheidungsträgern | Überzeugung von Wolfgang Joop, daß die Designerfirma JOOP Gmbh zusammen mit Wünsche erfolgreich sein kann | Erwerb des Modeunternehmens Cinque.

Daß Umstrukturierungen und die Neuausrichtung nicht einfach waren, spürte auch der Aktienkurs, der wegen kritischer Bemerkungen und leider auch wegen Falschmeldungen der Wirtschaftspresse unter Druck geriet.

Dabei hat Littmann alle Fähigkeiten, die ihn für einen Erfolg bei Wünsche auszeichnen. Er sollte nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins FOCUS 1996 sogar Aufsichtsratmitglied der Mercedes-Benz AG werden (was dann aber nicht geschah). Zuvor konnte er sich glänzend bei VORWERK und BOSS profilieren. Hier dürfte er auch die internationalen Verbindungen geschaffen haben, die er nun bei Wünsche gut gebrauchen kann. Dabei dürften ihm auch die Aktivitäten im Verwaltungsrat der Ciba Spezialitätenchemie, Schweiz und im Board of Direktors der Schugruppe Bata, Toronto, helfen.

Peter Littmann und Wolfgang Joop, die herausragenden Persönlichkeiten des Wünsche-Konzerns, waren bisher erfolgreiche Manager. Für Wünsche entwickelten sie die Vision eines internationalen Lifestyle-Konzern. Was das per Definition sein wird, hat bisher keine Vorbilder, weshalb der Aktienkurs immer noch vor sich hindümpelt.

Littmann über den neuen Begriff Lifestyle:

"Lifestyle ist das, womit sich die Menschen umgeben, wie sie ihr Lebensumfeld gestalten und womit sie sich identifizieren. Für uns ist Lifestyle im Kern Mode und darum herum modeähnliche Aktivitäten. Mode allein ist zu wenig. Joop macht ja auch Brillen und eines Tages Teller. Wünsche ist ein schöner Name - der vieles offenläßt."

Wir können gespannt sein, wie die Pläne umgesetzt werden und gehen davon aus, daß die negativen Nachrichten über Wünsche heraus sind. Der Aktienkurs dürfte dadurch gut nach unten abgesichert sein.

Die Aussichten

Kurzfristig könnte das bevorstehende Weihnachtsgeschäft die Erlöse des Unternehmens beflügeln. Eine mögliche Internet-Story (z.B. über eine neue Handelsplattform bei JOOP!) könnte die Basis des Erfolges verbessern. Außerdem gab es in der jüngsten Vergangenheit Veränderungen in der Aktionärsstruktur (Kai Wünsche verabschiedete sich von einem Teil seines Aktienpaketes). Möglicherweise wird mit dem freigewordenen Aktienanteil ein weiterer erfolgversprechender Baustein ins Unternehmen geholt.

Die Aussichten sind bereits positiv. Jetzt fehlen nur noch entsprechende Nachrichten, die den Kurs der Aktie nach oben treiben.

KWS Saat

Saatguthersteller mit Tradition: 1885 wurde KWS eine Aktiengesellschaft.

Die Zukunftsphantasie liegt in den Geschäftsfeldern Bio- und Gentechnologie. Im Bereich Saatgut ist KWS weltweit tätig und profitiert von neuen Technologien in der Landbewirtschaftung, der wachsenden Weltbevölkerung, steigenden Grundnahrungsmittel-Preisen und Ernte-Ausfällen bei Naturkatastrophen und möglicherweise schon sehr kurzfristig von neuen Nachrichten auf der Messeveranstaltung BIOTECHNIKA, Hannover (05. - 07.10.1999).

Aus charttechnischer Sicht erwarten wir ein Kaufsignal mit dem Überschreiten von 600 EUR. Dann wäre die seit 1998 bestehende Konsolidierungsphase beendet. Kursziel mindestens: 900 EUR.

Stinnes

Die Aktienemission war fast ein Flop. Der Logistik-Spezialist konnte nur wenige Privatanleger begeistern. Dadurch blieb der Kreis der Aktionäre überschaubar und die Aktie selbst am ersten Handelstag fair bewertet. Der Aktionärskreis: Nur 3,9 Prozent Privatanleger, aber 30,6 Prozent institutionelle Investoren, Rest Veba AG.

Auf der Stinnes Homepage können Sie sich ausführlich über die Aktie informieren.

Spekulanten sind bei Stinnes nicht engagiert, so daß hier im Gegensatz zu etlichen anderen Neuemissionen kein Konsolidierungsbedarf besteht. Für 1999 kündigte das Unternehmen Umsatz- und Gewinnzuwächse an. Nach den bisherigen Zahlen erscheint das möglich. Die Aktie dürfte sich spätestens nach Vorlage des 1999er Geschäftsberichts deutlich steigen.

Stinnes profitiert von einem erfolgreichen Management (Vorstand Bernotat will die Gesamtkapitalrendite von 7 auf 11 Prozent im Jahr steigern, sowie bis 2008 den Umsatz von zur Zeit 13 Mrd Euro verdoppeln), das seinen markigen Ankündigungen auch Taten folgen läßt, sowie als entscheidende Schnittstelle zwischen den Unternehmen vom weltweiten Handel.

Aus charttechnischer Sicht dürfte mit 14,00/14.40 EUR das untere Ende des Tradingkanals erreicht sein. Sollte es am Gesamtmarkt vorübergehende Turbulenzen geben, dürfte Stinnes nur wenig davon berührt sein. Kursziel deutlich über 18 EUR, dem oberen Ende der geplanten Emissionsbandbreite vom Juni 1999.

Loewe

Die Basis des Unternehmens ist die seit Jahren erfolgreiche Hightech-Produktpalette im Bereich der Unterhaltungselektronik. Das allein reicht reicht für ein Engagement aber noch nicht aus:

Wirklich interessant ist das neue i-home-Konzept: Die Vernetzung von Information, Kommunikation und Unterhaltung privaten Bereich. Internetfähige Fernseher, mit denen man auch noch telefonieren und Musik hören kann.

Mit dem "Loewe-Channel" nimmt Loewe auch am Internet-Geschehen teil.

Aus charttechnischer Sicht ist die Loewe-Aktie auf dem Sprung: Gute Nachrichten von einem erfolgreichen Jahresschluß könnten die Aktie nach oben ausbrechen lassen. Auf der IFA waren die Daten nach Auskunft des SDAX-Unternehmens bereits überraschend positiv.

Ein Kursanstieg über 18 EUR würde den Weg nach oben frei machen.

Ergänzung zu Wünsche und Loewe

Die schöne Multimedia- und Lifestyle-Welt wird niemanden interessieren, wenn es in den kommenden Monaten mit Deutschland bergab geht. Behalten die Pessimisten recht, verstärken sich die Zukunftsängste um Arbeitsplätze, Gesundheit und politischer Entwicklung. All das gefährdet die Konsumlaune und es besteht dann die Gefahr, daß sich die positiven Aussichten im Freizeit- und Modemarkt (und auch in anderen Branchen) in Luft auflösen.

Dann würde unser dunkles Börsenszenario, das wir zu Beginn des Jahres zeichneten, wieder in den Mittelpunkt rücken. Der DAX könnte deutlich unter 4.000 Punkte abrutschen und eine längere Baisse einleiten. Darunter dürften dann insbesondere Konsumaktien wie Wünsche oder Loewe leiden.

Die Entscheidungsträger und Meinungsmacher in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben es selbst in der Hand: Sie können auf der Basis der bekannten Daten eine Reform einleiten, sie beschleunigen und einen Stimmungsumschwung hin zu Optimismus und Zuversicht erreichen.

Bürger und Unternehmen, die im Vertrauen auf positive Zukunftsaussichten handeln, werden dann von allein alle Kräfte mobilisieren, um aus einer festgefahrenen Situation herauszukommen

An die roten, grünen, gelben und schwarzen Regierungsparteien: Kritik und Infragestellen des Erreichten ist zwar wichtig und erforderlich für einen konstruktiven Fortschritt. Aber ab einem Punkt ist eine Schwelle überschritten und Kritik würde nur der Selbstdarstellung dienen. Auch wenn nicht immer alle Risiken überschaubar sind, ist es wichtig, mit dem Diskutieren aufzuhören und überhaupt einmal Entscheidungen zu treffen. Sonst besteht die Gefahr des Stillstands oder sogar des Rückschritts.

Als Börsianer achten wir jetzt auf die Fortsetzung der positiven Zeitqualität. Die für Loewe erfreulich verlaufene Internationale Funkausstellung ist bereits ein wichtiger Eckstein dafür, daß es in unserem Land schon besser läuft, als Skeptiker vermuten.

Die nächsten Wochen werden zeigen, in welche Richtung es gehen wird.

Wir werden berichten.


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