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Lycos: Depotübersicht mit aktueller Stop Loss-Marke, Lycos-Homepage, aktueller Kurs,



19.02.2004: Gemäß Geschäftsbericht 2003 wurden Umsätze in Höhe von 85 Mio EUR erzielt, wobei ein Verlust von 58 Mio EUR entstand - ein Grund für den berechtigten Crash der Aktie von 23 EUR (2000) auf 0,21 EUR (2002). Das Unternehmen verfügt über flüssige Mittel von 78 Mio EUR und kurzfristige Einlagen von 62,5 Mio EUR. Ein bis zwei Jahre könnte es deshalb noch durchhalten - falls sich die Rahmenbedingungen nicht verschlechtern. Lycos steht deshalb immer noch mit einem Bein über dem Abgrund, was die Spekulation auf steigende Kurse riskant macht.

Der Vorstand plant, in zwei bis vier Jahren profitabel zu arbeiten. Ob ihm das gelingen wird, ist schwer abzuschätzen. Allerdings gibt es einen Geschäftsbereich mit interessanten Wachstumsraten. Kann sich das in den nächsten Monaten fortsetzen, wäre der Gedanke an einen Turnaround gar nicht so abwegig.

Zitat aus dem Geschäftsbericht:

Bereinigt um den Verkauf von (...) stiegen die Umsätze aus kostenpflichtigen Diensten und Shopping um 64 Prozent. Dieser Anstieg ist das Ergebnis kürzlich implementierter kostenpflichtiger Dienste und des anhaltenden Wachstums bei bestehenden Produkten.

Bereinigt um den Verkauf von (...) trugen die Umsätze aus kostenpflichtigen Diensten und Shopping 21 Prozent im Geschäftsjahr 2003 beziehungsweise 11 Prozent im Geschäftsjahr 2002 zu den Gesamtumsätzen bei.

DAS ist die Lycos-Spekulation. Gelingt es dem Unternehmen, den Bereich kostenpflichtige Dienste und Shopping weiter auszubauen, die Wachstumsraten beizubehalten und mindestens kostendeckend zu arbeiten, rückt der Turnaround in greifbare Nähe. Deshalb bleibt die Aktie trotz des hohen Bilanzverlusts in den vergangenen Monaten haltenswert. Wegen der weiterhin bestehenden Risiken (Totalverlust möglich, wenn sich der Vorstand verkalkuliert), bleibt der Depotanteil vorerst gering.

25.08.2003: Kauf für das Moving Markets-Depot: 500 Aktien Lycos zu 0,90 EUR, WKN 932728.

Interessante Vorgänge gibt es beim Internet-Dienstleister Lycos Europe:

1. Ende Juli gab das Unternehmen neue Daten bekannt, die für 2003/2004 die Chance eines Turnarounds zulassen (keine Umstrukturierungsaufwendungen geplant, reduzierte Kosten, Ausrichtung auf ein neues Geschäftsmodell mit Premiumdiensten). Der Nachricht war bereits ein stetiger Anstieg von 0,35 EUR auf 0,50 EUR vorangegangen.

2. Am 20. August gab das Unternehmen bekannt, dass der niederländische Finanzinvestor J.H.H. de Mol einen 5%gen Aktienanteil an Lycos Europe erworben hat. Daraufhin kletterte die Aktie bis einschließlich heute auf 0,90 EUR.

Bewertung: Die Aktie kletterte in den vergangenen Wochen mit hohen Umsätzen. Angefacht wurde die Phantasie der Börsianer insbesondere vom Einstieg von de Mol. Tatsächlich könnte es bei Lycos, das die Umwandlung von einer Suchmaschine in Richtung zu einem Unterhaltungskonzern eingeschlagen hat, mit de Mol/Bertelsmann positive Überraschungen geben. Eine rasche Fortsetzung der Rallye ist möglich, aber auf Grund der technischen Verfassung der Aktie eher unwahrscheinlich.

Insbesondere bei dem zu erwartenden schwachen Börsenumfeld in den nächsten Monaten könnte der Titel in Richtung seiner Unterstützung im Bereich 0,45/0,55 EUR zurückfallen. Auf dem ermäßigten Niveau bieten sich neue Einstiegsgelegenheiten. Wer Überraschungen bei Lycos erwartet, kauft jetzt einen kleinen Anteil, um dabei zu sein, wenn es - wider Erwarten - weiter steil nach oben geht.

GERT SCHMIDT FINANZINFORMATIONEN