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TRENDS! - Aktueller Bericht vom 02.03.2004, 10.50 Uhr



Die Rosa Brille-Taktik

Gewinne/Renditen-Indikatoren mit neuen Gewinnschätzungen der Analysten: Die Indikatoren beschreiben die fundamentalen Risiken und signalisieren kaum noch Aufwärtspotential. Das Anleihe/Aktien-Ratio 2003 notiert bei 176, was anzeigt, daß der DAX auf Basis der geschätzten 2003er Gewinne über 70 Prozent teurer ist als Staatsanleihen - ein hoher Preis.

Daß das DAX KGV fiel, liegt daran, daß die Hypovereinsbank aufgrund außerplanmäßiger Abschreibungen und Verlusten aus der Berechnung heraus fiel. Interessant ist, daß die Analysten die Verluste nicht eingeplant haben - im Gegenteil: Die Grafik Renditeperformance (RP) Hypovereinsbank zeigt, daß es im Sommer und Herbst 2003 Heraufstufungen gab (steigender RP Hypovereinsbank).

Es wurden die Gewinnschätzungen so lange wie möglich oben gehalten, um den Marktteilnehmern eine heile Welt vorzugaukeln. Das konnte in den vergangenen Jahren auch bei anderen Unternehmen beobachtet werden. Eine interessante Taktik, um stärkere Kursschwankungen zu vermeiden: Das Geschäft wird im Jahresverlauf als planmäßig beschrieben, um die Anleger nicht zu verärgern - die Kurse steigen. Wenn dann im 4. Quartal "ungeplante" Abschreibungen fällig werden und gleichzeitig für das nächste Jahr steigende Gewinne zu erwarten sind, gibt es praktisch keine Kursverluste - denn gehandelt wird immer die Zukunft.

Allerdings läßt sich das nicht beliebig fortschreiben. Die Marktteilnehmer mögen zwar zeitweise durch die rosa Brille schauen. Blind sind sie jedoch nicht.

Das erwartete Gewinnwachstum für 2004 beträgt zur Zeit 56 Prozent - eine Folge der niedrigen Gewinne in 2003 und der gleichzeitig hohen Erwartungen für 2004. Im Vergleich zu März 2003 ist der DAX zur Zeit rund 64 Prozent teurer als vor 12 Monaten. Sie sehen das anhand des Anleihe/Aktien-Ratios 2003 und 2004.







Vor einem Jahr notierte der Indikator 2003 bei 49,9. Das Anleihe/Aktien-Ratio 2004 notiert zur Zeit schon bei 82! Wer mit einer solchen Basis auf steigende Kurse setzt, sollte deshalb einplanen, daß

1. die Gewinnschätzungen für 2004 schon sehr optimistisch sind und zusätzlich

2. der DAX bereits ein hohes Kursniveau erreicht hat. Risiken, die Unternehmensbeteiligungen immer haben, sind kaum in den Kursen enthalten.

Das sind Vorschußlorbeeren für bessere Zeiten, die es möglicherweise gar nicht gibt. Oder anders gesagt: Der Markt verfrühstückt eine Mahlzeit, die er noch gar nicht gekauft hat und bei der offen ist, ob er dafür überhaupt die nötigen Mittel auftreiben kann. Das kann zur "Zechprellerei" führen.

Wer in einem solchen Umfeld sorglos auf steigende Notierungen setzt, geht erhebliche Risiken ein. Die Moving Markets-Indikatoren werden hoffentlich rechtzeitig signalisieren, wann es Zeit ist, auszusteigen. Und: Wenn das im Aktienmarkt investierte Kapital einen sicheren Hafen sucht, dürfte es bei Staatsanleihen und Edelmetalle kräftige Kurssteigerungen geben. Das Moving Markets-Depot ist darauf vorbereitet.



GERT SCHMIDT FINANZINFORMATIONEN