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Wer oder was bewegt den DAX?

IFO-Index und Rohölpreis

Einmal monatlich finden Sie hier die neuesten IFO-Indikatoren

und den MOVING MARKETS-Kommentar zum Geschäftsklima in Deutschland.

ifo Institut für Wirtschaftsforschung, München

25.02.2007 DAX 6.992

Gegenüber der Bewertung vom November 2006 veränderte sich etwas:

1. Die ifo Indikatoren zeigen einen Knick nach unten.

2. Die Moving Markets Indikatoren signalisieren keinen Pessimismus mehr, sondern hohe Investitionsquoten und Überhitzungserscheinungen.

3. Der DAX ist mit einem KGV von 15,8 (2007er Gewinnschätzungen) bei gleichzeitigem Gewinnwachstum von rund 10 Prozent bis 2008 zu teuer.

Das stört das harmonische Zusammenspiel der Indikatoren: Seit Juli 2006 (DAX 5.585) ist das erstmalig ein Warnsignal. In welcher Richtung der ifo Geschäftsklimaindex künftig interpretiert werden sollte, bleibt offen.

Auf jeden Fall scheidet das Kriterium eines preiswerten Aktienmarktes aufgrund von pessimistischer Einschätzung der Wirtschaftlage und allzu skeptischen Erwartungen der Analysten aus (Bewertung vom 26.07.2006).

Empfehlung für den Börsendienst Trend Gedanken, der das Musterdepot von Moving Markets führt: Es erscheint angebracht, skeptischer als bisher auf die Kursentwicklung des Deutschen Aktienindex zu schauen. Short Positionen zur Absicherung des Depots sind erwägenswert.

23.11.2006 DAX 6.475,25

Der ifo Geschäftsklima Index verbesserte sich weiter: Weil die Erwartungen gegenüber der tatsächlichen Lage abrutschten, ist der Pessimismus groß genug für die Börse:

Die Multiplikatoren (Geschäftsführung > Analysten/Presse) kalkulieren vorsichtig und betreiben womöglich Schwarzmalerei. Deshalb ist in den Gewinnschätzungen für 2007 (Wachstum 12,6 Prozent) eine große Portion Pessimismus enthalten.

Das Börsenpublikum greift die kritischen Argumente auf und verhält sich ebenfalls zurückhaltend. So bleibt den mutigeren Anlegern/Insidern viel Raum, die Positionen stetig weiter auszubauen. Anhaltender Pessimismus ist anhand der Moving Markets Indikatoren ablesbar.

Für das Moving Markets Depot bedeutet das: Der ifo Geschäftsklima Index stützt das Szenario von anhaltend steigenden Notierungen.

04.10.2006 DAX 6.042

Ideale Voraussetzungen für einen stabilen Aktienmarkt: Pessimismus pur.

Die Geschäftserwartungen erreichten im Vergleich zur aktuellen Lage den tiefsten Stand seit 1999. Erstmalig ging die Schere zwischen Hoffnung und Realismus weit zum Vorteil der Optimisten auf. Zwischen Lage- und Erwartungsindex liegt ein Minus von über 12 Punkten.

Das darf zum Anlaß genommen werden, die Gewinnschätzungen der Analysten

a) mindestens als realistisch

und eventuell

b) als übertrieben pessimistisch

anzusehen.

Für die Moving Markets Strategie bedeutet das: Der ifo Geschäftsklimaindex stützt die aktuelle These von bevorstehend steigenden Notierungen. Die Moving Markets Umsatzindikatoren, z.B. Indikator Aktienvolumen, signalisieren eine geringe Investitionsquote der Marktteilnehmer und viel an der Seitenlinie befindliches Kapital.

Rückschläge bieten weiterhin günstige Einstiegsgelegenheiten zur kurzfristigen Long-Spekulation. Die DAX Werte BASF, Münchener Rück und TUI werden weiterhin gehalten.

26.07.2006 DAX 5.585

Die jüngste Entwicklung des ifo Geschäftsklimas ist die erfreulichste seit Beginn meiner Beobachtungen des Indikators:

Die Erwartungen liegen unter der tatsächlichen Lage.

Damit kehrt mehr Realismus ein.

Für die Analysten-Prognosen bedeutet das: Die Gewinnschätzungen für 2006/2007 dürften mit hoher Wahrscheinlichkeit zutreffen. Die Gefahr einer Spekulationsblase erscheint gebannt.

Allerdings besteht kein Anlaß zu jubeln. Denn ein Gewinnwachstum von zurzeit 11,6 Prozent bis 2007 ist im Vergleich zu den Vorjahren recht mager. Das KGV von 13 - 14 erscheint dadurch gut bezahlt - weder besonders teuer, noch zu billig. Kursphantasie für eine Aufwärts- oder Abwärtsbewegung läßt sich daraus nicht ableiten.

Für das Moving Markets Depot bedeutet das: Es besteht kein Handlungsbedarf - vorerst.

Es erscheint ratsam, die Short Positionen anhand der Indikatorenlage laufend kritisch zu prüfen. Denn aus fundamentaler Sicht muß es keine Fortsetzung der Talfahrt geben. Aus dem Blickwinkel des ifo Geschäftsklimas erscheint es auch möglich, dass sich der DAX oberhalb von 5.300/5.400 Punkten stabilisiert. In welcher Richtung es weitergeht, muß das Zusammenspiel der Moving Markets Indikatoren zeigen.

25.04.2006 DAX 6.100

Nach den anderen bei Moving Markets beobachteten Indikatoren droht beim Deutschen Aktienindex eine Top Bildung. Das würde die Interpretation einer Übertreibung nach oben stützen. Danach würde der ifo Geschäftsklimaindex eine "Euphoriespitze" signalisieren - die Erkenntnis der vergangenen Monate und damit nichts Neues.

Spannend erscheint als Ergänzung dazu folgender Gedanke: Der gestiegene ifo Geschäftsklimaindex könnte ein Frühindikator für die deutsche Binnenkonjunktur sein. Danach würden weniger die internationalen Großkonzerne davon profitieren, sondern mehr binnenwirtschaftlich orientierte Unternehmen. Konsumnahe Gesellschaften, Mittelstand, Kleinunternehmen.

Für den DAX bedeutet das:

Die international ausgerichteten DAX-Konzerne, wie z.B. Siemens, SAP, Dt. Bank, Münchener Rück, könnten unter Druck geraten. Das sind überwiegend Trendsetter aus der ersten Reihe mit hohem Beta Faktor.

Unternehmen mit niedrigem Beta Faktor, z.B. Dt. Telekom, TUI, BMW, Altana könnten statt dessen mehr von der erstarkten Konjunktur profitieren und steigen.

Für das Moving Markets Depot bedeutet das:

Die aktuelle Strategie wird beibehalten.

1. Edelmetalle, um die Geldentwertung zu mildern und dem Langfristtrend zu folgen.

2. Short Position auf den DAX Gesamtmarkt, weil entsprechende Warnsignale dafür vorliegen.

3. Hoher Anteil von Aktien aus der zweiten, dritten und vierten Reihe, die von höheren Konsumausgaben des Staates, der Unternehmen und Verbraucher profitieren. Eine Verbesserung in dem Bereich wird auch vom steigenden ifo Geschäftsklima für Dienstleistungen signalisiert. Auch im ifo Index für Groß- und Einzelhandel gab es in den vergangenen Monaten eine deutliche Verbesserung.

Möglicherweise entsteht gerade ein neuer Trend einer verbesserten Binnenkonjunktur in Deutschland. Es fällt zwar schwer, daran zu glauben. Denn die Rahmenbedingungen sind mit hoher Staatsquote, höheren Steuern, höheren Energiekosten ungünstig.

Aber das Depotschwergewicht, die Adolf Ahlers AG (Depotanteil 9,3 Prozent) zeigt mit einem Gewinn von über 50 Prozent, dass in konsumnahen Bereichen Gewinne geschrieben werden. TUI, Premiere, Lycos, Stoffkontor Kranz, Mifa dürften bei verbesserter Binnenkonunktur ebenfalls profitieren und stellen dadurch aussichtsreiche Investitionen dar.

11.03.2006 DAX 5.804

Der kräftige Anstieg des ifo Geschäftsklima Index wirft Rätsel auf.

Entweder liefert er eine geniale Konjunkturprognose, indem er der Entwicklung als Frühindikator weit voraus eilt.

Oder er ist ein genialer Kontraindikator - wie es seit 2000 oft der Fall war - weil er unter falschen Grundvoraussetzungen berechnet wird.

Es entsteht der Eindruck, dass sich das Umfrageergebnis an der DAX Entwicklung orientiert. Je nach DAX Stand urteilten die Unternehmenslenker optimistisch, so dass der Verdacht entsteht, dass sie als Grundlage ihrer Beurteilung mehr die Dax Kurve im Auge haben als ihren eigenen Geschäftsverlauf.

Gern lasse ich mich vom Gegenteil überzeugen. Aber hinter das Zusammenspiel zwischen DAX und ifo Index und deren Eignung als Frühindikatoren setze ich ein Fragezeichen - möglicherweise gegenseitig beeinflußt und von übertriebenen Erwartungen getrieben.

03.02.2006 DAX 5.675

Der vergangene Woche vom ifo Institut für Wirtschaftsforschung veröffentlichte Geschäftsklimaindex kletterte kräftig von 99,7 auf 102. Das ist angesichts des moderaten Gewinnwachstums für 2007 (Analysten rechnen mit einem Plus von 12,1 Prozent bei den DAX Unternehmen) ein überraschend starker Anstieg. Mögliche Hintergründe wurden in der Bewertung vom 16.12.2005 beschrieben (s.u.).

Hinzu kommt im Januar ein kritischer Aspekt: Der Index für die Erwartungen notiert 3,2 Punkte höher als der Index zur tatsächlichen Lage. Dadurch erhöhte sich die Gefahr einer Erwartungsblase.

Das ifo Institut schreibt dazu:

"Mit ihrer momentanen Geschäftslage waren die befragten Unternehmen zufriedener als im Dezember. Nochmals deutlich zuversichtlicher schätzten sie zudem ihre Perspektiven für die nächsten sechs Monate ein. Zweifel an der Festigkeit des Aufschwungs, der seit dem Sommer letzten Jahres im Gange ist, werden durch diese Ergebnisse noch weiter zurückgedrängt. Der Aufschwung hat an Breite und Stärke gewonnen."

Der Kommentar des ifo Präsidenten liefert keinen Hinweis auf eine Spekulationsblase, so dass Interpretationsbedarf besteht - und zwar mit folgenden Thesen:

* Es besteht die Gefahr, dass der Aktienmarkt die ifo Stimmungsumfrage beeinflußte.

* Das voraussichtlich schwache Gewinnwachstum der DAX Unternehmen und höheren Geschäftserwartungen stehen in einem ungesunden Verhältnis zueinander.

* Das Mißverhältnis wird von den Umfrageteilnehmern, Meinungsmultiplikatoren und Marktteilnehmern an der Börse nicht wahrgenommen. Niemand möchte die gute Stimmung - oder ist es Hoffnung - gefährden.

Auf den ersten Blick erscheint alles in Ordnung, weil auch die DAX Indikatoren noch keine Überhitzungserscheinungen zeigen.

Aber sollte es in den nächsten Wochen und Monaten eine euphorische Übertreibung mit den typischen Warnsignalen einer Top Bildung geben, würde das die Gefahr einer Erwartungsblase im Zusammenhang mit dem ifo Geschäftsklimaindex stützen.

16.12.2005 DAX 5.335

Die positive Sicht vom 25.11.2005 muß relativiert werden. Zwar ist keine Überhitzung des Geschäftsklimas zu erkennen. Aber die Rückkehr zu mehr Realismus bedeutet auch: Es fehlen die Visionen.

Das ist angesichts der geringen Wachstumsdynamik keine Überraschung: Nur noch 10,8 Prozent Gewinnwachstum bei einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 15,3 bieten keine berauschende Perspektive für mehr Dynamik bzw. steigende Kurse des DAX.

Im November lag der Wachstumswert für die Gewinne der DAX Unternehmen noch bei 14,5 Prozent.

Der ifo Geschäftsklimaindex kletterte überraschend. Während Analysten einen Anstieg auf 98,2 erwarteten, kletterte der Indikator auf 99,6 Punkte. Das paßt gar nicht zum reduzierten Gewinnwachstum.

Deshalb stellen sich folgende Fragen:

1. Wurden die interviewten Unternehmenslenker vom steigenden DAX beeinflußt und vernachlässigten sie dabei das schrumpfende Gewinnwachstum? Dann würden sie der tatsächlichen Entwicklung hinterher hinken. Dann könnte der Aktienmarkt fallen, weil der aktuelle ifo-Index nur ein nachlaufender Spätindikator wäre.

2. Eilen die Unternehmenslenker der Gewinnentwicklung voraus, weil sie spüren, dass es mit Deutschland aufwärts geht? Dann wäre der ifo Geschäftsklimaindex ein Frühindikator - so wie es das Münchener Forschungsinstitut es selbst gern sieht.

Die nächsten Wochen bis Ende Januar werden zeigen, wohin die Reise geht. Tatsächliche Ereignisse werden uns den Antworten näher bringen.

25.11.2005 DAX 5.180

Der Geschäftsklimaindex fiel etwas zurück, was nichts am Szenario der vergangenen Monate ändert (Bewertungen seit 25.08.2005, s.u.): Weil Überhitzungserscheinungen nicht erkennbar sind, Umsätze und Gewinne der DAX Unternehmen in diesem Jahr gestiegen sind und im nächsten Jahr weiter zulegen dürften - von Analysten geschätzte Wachstumsrate rund 14 Prozent -, bleibt es aussichtsreich, steigenden Notierungen zu folgen.

Es gibt zur Zeit keinen Grund, an den Analystenschätzungen zu zweifeln. Seit 2003 waren ihre Prognosen realistisch und trafen die tatsächlichen Unternehmensgewinne. Gab es Überraschungen, was sie, von kleineren Ausnahmen abgesehen, meistens positiv.

03.11.2005 DAX 5.009

Am 25.08.2005 (s.u.) stellte ich die These auf, dass es - im Gegensatz zur Meinung der Massenmedien - der Börse gleichgültig sein könnte, wer Deutschland regiert.

Inzwischen steht das Wahlergebnis fest: Es kam zu einer Pattsituation ohne Mehrheiten der beiden politischen Lager. Daraufhin hätte der DAX schwer einbrechen müssen, wäre er den Börsenkommentatoren vom Sommer gefolgt. Statt dessen kletterte er nach dem Wahltag auf 5.138 Punkte und reagierte praktisch gar nicht auf die uneinheitliche politische Entwicklung.

Das stützt die These, dass es der Wirtschaft gleichgültig ist, wer politisch führt.

Deshalb ist es auch nicht mehr überraschend, dass in einem solchen Umfeld der ifo Geschäftsklimaindex auf den höchsten Stand seit Oktober 2000 kletterte.

Ebenfalls spannend: Trotz in den Medien breitgetretener desolater Lage und vagen Aussichten zeigen sich die Unternehmer nicht leichtsinnig. Es gibt keine Schere zwischen den Erwartungen und der tatsächlichen Lage.

Im Gegensatz zu 2002 und 2003 schauen die Unternehmenslenker nicht durch die rosa Brille. Sie haben eine realistischeren Blick für die Zukunft als vor zwei, drei Jahren - eine erfreuliche Entwicklung für die Börse denn: Wenn keine Luftschlösser gebaut werden, erscheint es gut möglich, dass der Blick fürs Wesentliche erhalten bleibt.

Für manchen Beobachter mag die Stimmung an Schwermut grenzen. Aber ein solches Verhalten darf insbesondere in schlechten Zeiten als eine Lebensversicherung und Basis für erfolgreiches wirtschaftliches Handeln angesehen werden.

Für das Moving Markets Depot bedeutet das: Nach den ifo-Zahlen vom Oktober erscheint es aussichtsreich, steigenden Notierungen zu folgen und DAX Aktien - sofern keine herausragenden Warnsignale auftreten - einige Wochen, vielleicht sogar Monate zu halten.

30.09.2005 DAX 5.048

Der Erwartungsindikator fiel wieder unter das Niveau der tatsächlichen Lage. Das ist grundsätzlich eine positive Entwicklung, denn überschäumende Euphorie wird vermieden.

Dennoch zeigt der ifo Geschäftsklimaindex nicht klar aufwärts. Es würde dazu eine größere Portion Pessimismus fehlen.

Zusätzlich liefern auch die anderen Moving Markets Indikatoren widersprüchliche Signale (z.B. Anstiegs des Umsatzindikators Aktienvolumen als Warnsignal), so dass kein klares Bild gezeichnet werden kann.

Die Bewertung vom 25.08.2005 (s.u.) gilt weiterhin: "Es erscheint jedoch ratsam, für alle Richtungen vorbereitet zu sein."

25.08.2005 DAX 4.847

Die Stimmung trübte sich etwas ein. Offenbar reicht die Perspektive einer neuen EU Verfassung oder einer neuen Regierung in Deutschland nicht aus, die Erwartungen an gute Geschäfte zu verbessern. Verständlich!

Das ist für viele anderen Beobachter sicher eine überraschende Entwicklung. Denn in den vergangenen Wochen berichteten die Nachrichtenticker über die angeblich verbesserten Aussichten:

Eine veränderte EU Verfassung und geschicktere Regierung sollte mehr Schwung in die Wirtschaft bringen. Jedenfalls wurde das regelmäßig als Grund für die Outperformance des DAX angeführt. Eigentlich hätte mit einer solchen Perspektive der ifo Geschäftsklimaindex steigen sollen.

Dass er statt dessen abbröckelte, paßt nicht zu dem Szenario der Börsenkommentatoren. Damit bleibt festzustellen, dass

1. die zum ifo-Geschäftsklima befragten Entscheidungsträger keinen Vorteil durch einen Regierungswechsel erwarten.

2. es falsch ist, den wahrscheinlichen Regierungswechsel als Grund für den Aufschwung des DAX anzusehen.

Die Börse folgt der Gewinnentwicklung der Unternehmen und keiner politischen Strömung. Deshalb darf die These aufgestellt werden, dass es gleichgültig ist, wer Deutschland regiert - die Börse/Wirtschaft macht, was sie will und notwendig ist.

Möglicherweise würde die Börse sogar dann steigen, wenn keine vorgezogene Neuwahl des Bundestages stattfände.

Dass es dem DAX gelang, an der 5.000 Punkte-Marke zu kratzen, war entweder eine Spekulationsblase oder, viel spannender, weil unerwarteter: Die Börse könnte einen wirtschaftlichen Aufschwung vorweg nehmen.

Die Moving Markets Indikatoren liefern zur Zeit ein uneinheitliches Bild. Eine Prognose, für welche Variante sich der Markt entscheidet, fällt deshalb schwer. Es erscheint jedoch ratsam, für alle Richtungen vorbereitet zu sein.

27.07.2005 DAX 4.557

Das ifo Institut kommentiert seinen Geschäftsklima Indikator folgendermaßen:

"Der ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im Juli stark gestiegen, nachdem er sich bereits im Vormonat leicht verbessert hatte. Die befragten Unternehmen schätzten vor allem ihre Perspektiven für die nächsten sechs Monate deutlich günstiger ein. Die Urteile zur aktuellen Situation hellten sich ein wenig auf. Ein erster Silberstreif am Konjunkturhorizont ist zu sehen."

Es ist gut möglich, daß der "Silberstreif" tatsächlich zu sehen ist. Aber es ist genauso angebracht, eine Gegenthese aufzustellen:

Es besteht die Gefahr, dass es sich bei dem jüngsten Anstieg des Indikators nur um eine vorübergehende Optimismusspitze handelt. Nach den Turbulenzen um die EU Verfassung und den geplanten Neuwahlen in Deutschland könnten die befragten Unternehmen irrtümlich davon ausgehen, daß das Schlimmste überstanden ist.

Sie unterstellen, daß die Schwierigkeiten in Wirtschaft und Gesellschaft gelöst werden und neuer Schwung zu mehr Wachstum führt. Dabei folgen Sie dem oft beobachteten Phänomen, dass eine unbekannte Größenordnung regelmäßig zu groß, zu positiv - letztendlich zu optimistisch beurteilt wird.

Lesen Sie dazu die Spieltheorie des Prof. Axel Ockenfels.

"Der Fluch des Gewinners", bei dem die Zukunft der Wirtschaft und die Möglichkeiten eines Turnarounds zu optimistisch eingeschätzt wird, könnte auch auf die aktuelle Situation zutreffen. Danach wäre der Anstieg des ifo Geschäftsklimaindex weiterhin kritisch zu betrachten - zumal es seit 2000 noch keine richtige Zäsur in der ifo-Stimmung gegeben hat.

Die Erwartungen lagen lange in der Nähe der tatsächlichen Lage. Für ein "Tal der Tränen" hätten die Erwartungen monatelang auf niedrigem Niveau liegen müssen. Das fand jedoch nicht statt, so daß die Risiken erhalten bleiben.

Sollten die Moving Markets Indikatoren stärkere langfristige Warnsignale liefern, erscheint es angebracht, von einem oberen Wendepunkt auszugehen.

25.04.2005 DAX 4239

Der Geschäftsklimaindex legte den Rückwärtsgang ein, wobei die Differenz zwischen Erwartungen und Lage auf 0,5 Punkten zusammenschmolz. Im Januar 2004, als der DAX nur 100 Punkte tiefer notierte, lag die Differenz bei über 10.

Dadurch besteht die Gefahr, daß das im Februar 2004 beschriebene Szenario (s.u.) zutrifft:

"Die seit 2000 bestehende Erwartungsblase gilt unverändert. Positive Stimmungmache in der Öffentlichkeit ist ein Teil der Pressearbeit und Verkaufstrategie, was jedoch gegenüber Kapitalanlegern zu einem verzerrten Bild führt. Das Risiko: Der Aktionär fühlt sich genauso umgarnt, wie der Käufer eines Produktes. Er kauft Aktien, ohne mit spitzem Bleistift Renditeberechnungen anzustellen."

Die gute Stimmung vor einem Jahr nutzte nichts. Zwar verbesserte sich die Gewinnsituation der Unternehmen. Aber das war offenbar schon in den Kursen von vor 15 Monaten enthalten.

Weil die Börse trotz günstiger Bewertung nicht stieg, sondern in den vergangenen Tagen von 4.400 auf 4200 Punkte fiel, darf die These aufgestellt werden, daß die Marktteilnehmer an den Gewinnaussichten zweifeln. Sie befürchten, daß die reduzierten Kosten nur zu vorübergehender Bilanzkosmetik führen und keine Grundlage für den Aufschwung darstellen.

Aus antizyklischem Gesichtspunkt ist das ein Kaufsignal. Denn wenn die Mehrheit an den Gewinnaussichten zweifelt, ist das grundsätzlich eine gute Voraussetzung für steigende Notierungen. Ich würde im Musterdepot auf auf eine Rallye setzen - wenn nicht die Warnsignale der anderen Indikatoren wären.

Weil die anderen beobachteten Indikatoren signalisieren, daß die Gefahr einer "großen Umverteilung" besteht und Zweifel an den Prognosen der Wirtschaftsforscher aufkommen, erscheint es ratsam, den ifo Geschäftsklimaindex weiterhin kritisch zu betrachten (Bericht vom 16.02.2005).

In der nächsten Woche werden die Gewinnschätzungen für die Gewinne/Renditen-Indikatoren aktualisiert. Dann wird sich zeigen, ob der im Februar gestartete Schrumpfungskurs (Gewinnwachstum fiel von 20 auf 10 Prozent) fortgesetzt wird oder sich die Situation stabilisiert. Nach der Talfahrt der ifo Indikatoren und dem Rückschlag des DAX rechne ich damit, daß die Analysten ihre Gewinnschätzungen reduzieren werden.

23.03.2005 DAX 4290

Die Stimmung blieb gedrückt, wobei sich die Situation gegenüber den Vormonaten kaum änderte. Hinweise, die den Bericht vom 16.02.2005 bestätigen würden (zu großer Optimismus der Volkswirte und Analysten), gibt es bislang noch nicht. So blieben die Gewinnschätzungen für die 30 DAX Werte nach der jüngsten Erhebung Anfang März vergleichsweise konstant.

Außerdem signalisieren die anderen DAX Indikatoren, daß der Markt abkühlte und bald mit einer Bodenbildung gerechnet werden kann. Dabei ist lediglich offen, ob die Stabilisierung schon oberhalb von 4250 Punkten oder erst im Bereich 4170/4200 gelingt.

Aus dem ifo Geschäftsklimaindex lassen sich weiterhin keine Risiken ableiten. Allerdings bleibt es ratsam, das Zusammenspiel aus Gewinnschätzungen, Indikatorentwicklung und Stimmung in der Wirtschaft aufmerksam zu betrachten, um eine eventuelle kritische Situation erkennen zu können. Der jüngste DAX Rückschlag von 4435 auf zuletzt 4275 Punkte half, die Gefahr einer großen Top Bildung des Markte zu mildern.

23.02.2005 DAX 4280

Die Bewertung der Vormonate gilt weiterhin. Allerdings verweise ich auf den Bericht vom 16.02.2005. Den ifo Geschäftsklimaindex betrachte ich seitdem kritischer als zuvor.

26.01.2005 DAX 4230

Der Ifo Geschäftsklimaindex kletterte heute unerwartet. Allerdings sorgte das nicht für steigende Notierungen des DAX, sondern für einen Rückgang. Die gute Nachricht wurde von der Börse als schlechte Nachricht interpretiert - ein Hinweis dafür, daß der DAX mit 4325,77 Punkten am 07.01.2005 ein vorläufiges Zwischenhoch markiert haben könnte. Die erfreuliche Entwicklung des Geschäftsklimas war offenbar schon in den Kursen enthalten, so daß in den nächsten Wochen eine Konsolidierung stattfinden könnte.

Wichtig dabei: Der Optimismus ist aufgrund der nah beieinander stehenden Indikatoren zur Lage und den Erwartungen gering genug. Die Bewertung vom 25.11.2004 (s.u.) darf deshalb weiterhin aufrecht gehalten werden: Die Analysten und Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft haben zur Zeit keinen Blick durch die "rosa Brille", sondern einen realitätsbezogenen Blick in die Zukunft.

Von depressiver Stimmung kann aber noch keine Rede sein. Dazu müßte der Erwartungsindex unter den Lageindex abrutschen.

20.12.2004 DAX 4195

Es gibt eine weitere Verbesserung des Indikators, weil sich Erwartungen und tatsächliche Lage auf 0,4 Prozentpunkt annäherten. Die Bewertung vom 25.11.2004 gilt weiterhin.

25.11.2004 DAX 4150

Der Index für die Erwartungen der Unternehmen näherte sich dem Index zur tatsächlichen Lage bis auf 0,5 Prozentpunkte an - der niedrigste Stand seit Ende 2001.

Die Gefahr, daß Vorstände und Analysten zu optimistisch in die Zukunft schauen, ist dadurch vergleichsweise gering. Es bleibt aussichtsreich, eine positive Überraschung in der Anlagestrategie einzukalkulieren: Möglicherweise liegen die 2005er Gewinne sogar über den aktuellen Schätzungen. Dann würde der DAX mit seinem jüngsten Anstieg eine solche erfreuliche Entwicklung vorweg nehmen.

Die Bewertung vom 26.08.2004 (s.u.) gilt deshalb weiterhin: Sofern die anderen, täglich gemessenen Stimmungsindikatoren keine Überhitzung zeigen, bleibt es aussichtsreich, auf steigende Notierungen zu setzen.

29.10.2004 DAX 3960

Die Bewertung vom 26.08.2004 gilt weiterhin.

26.08.2004 DAX 3820

Geschäftserwartungen und die Einschätzung der aktuellen Lage näherten sich einander an. Das ist eine erfreuliche Entwicklung, die dem Markt hilft. Eine bodenständige, realistische Sichtweise der Vorstände, Analysten, Medien, führt zu einer gesunden Konsolidierung und Mobilisierung der Kräfte für den Aufschwung.

Sofern die anderen, täglich gemessenen Stimmungsindikatoren keine Überhitzung zeigen, bleibt es aussichtsreich, auf steigende Notierungen zu setzen.

27.07.2004 DAX 3770

Die These des vergangenen Monats wurde bestätigt, weil die Marktteilnehmer mit Optimismus in eine Bullenfalle liefen. Als die Optimismus-Schere zwischen den Erwartungen und tatsächlicher Lage im Frühjahr am größten war, markierte der DAX einen potentiellen oberen Umkehrpunkt.

Nur: Die Talfahrt blieb bislang vergleichsweise harmlos. Auf frühere Spekulationsblasen reagierte der Markt mit höheren Verlusten - ein Hoffnungsschimmer, denn: Weil der Rückschlag mit hohen Umsätzen und mit großer Marktbreite stattfand, gab es eine Bereinigung der zuvor überhitzten Situation. Deshalb erscheint es möglich, daß der jüngste Anstieg des ifo Geschäftsklimas die Bodenbildung einleitet.

In den vergangenen Jahren konnte aus dem ifo Geschäftsklima abgeleitet werden, daß es vor einer Stabilisierung zunächst ein "Tal der Tränen" geben müßte (Erwartungsindikator würde dann unterhalb des Indikators für die tatsächliche Lage liegen). Aber die verbesserte technische Verfassung des DAX zeigt keine Überhitzung mehr an, sondern weist sogar auf eine Unterkühlung hin.

Deshalb muss es ein Abrutschen des ifo Geschäftsklimaindex nicht mehr geben, um die Stimmung zu verschlechtern. Die anderen DAX Stimmungsindikatoren signalisieren bereits, dass die Stimmung schon schlecht genug für eine Aufwärtsbewegung wäre.

So reagierten auch die Aktienanalysten: Sie reduzierten ihre Gewinnschätzungen bislang nicht. Zusammen mit dem gefallenen Geschäftsklimaindex könnte das bedeuten, dass die Ergebnisprognosen vergleichsweise realistisch sind. Sollte das zutreffen, könnte das aktuelle Kursniveau als Basis für den nächsten Aufschwung angesehen werden.

Für die Musterdepotstrategie bedeutet das: Potenzielle untere Wendepunkte mit neuen Kaufsignalen werden für den Ausbau von Aktienpositionen genutzt.

25.06.2004 DAX 3997

Obwohl der ifo Geschäftsklimaindex den Rückwärtsgang einlegte, notiert der DAX immer noch auf hohem Niveau. Der Indikatormechanik von 2002 folgend, könnte der Aktienindex den Rückwärtsgang einlegen. Die schwache Entwicklung des Geschäftsklimas ist noch nicht in den Kursen enthalten.

Aufgrund der verschlechterten Aussichten erscheint es möglich, daß die Analysten ihre Gewinnschätzungen für 2004/2005 senken. Das dürfte dann anhand des Anleihe/Aktien-Ratios und DAX KGV ablesbar sein. Die Indikatoren dürften dann sprunghaft steigen - zur Zeit jedoch nicht erkennbar.

Bislang stützten Kaufsignale der technischen DAX Stimmungsindikatoren die Aufwärtsbewegung. Seit knapp vier Wochen sieht das anders aus: Die A/D-Linie kletterte überdurchschnittlich, was als Warnsignal gewertet werden kann, daß der Markt in eine Top-Bildung hinein läuft.

Allerdings zeigen andere DAX Indikatoren nicht eindeutig abwärts, so daß eine uneinheitliche Situation entstand. Denn: US-Indikatoren würden dagegen schon eine Top Bildung und anschließende Abwärtsbewegung erlauben.

Mögliches Szenario: Während DAX Anleger (leichtsinnig) davon ausgehen, daß sich die Aufwärtsbewegung des Marktes fortsetzt, haben US Anleger die Weichen für fallende Notierungen gestellt. Es besteht dann die Gefahr, daß die DAX Händler auf dem falschen Fuß erwischt werden und in eine Bullenfalle laufen

25.05.2004 DAX 3825

Kaum verändert zeigen sich die ifo Indikatoren nach der neuesten Umfrage. Kurzfristig dürften die Daten deshalb keinen Einfluß haben. Weil die andere DAX Indikatoren eine Aufwärtsbewegung erlauben würden, ist es gut möglich, daß der DAX auf die kurzfristige Markttechnik mit steigenden Kursen reagiert. Keine Verschlechterung der ifo Indikatoren, die ausgebliebene negative Nachricht, könnte dann als Basis für den Anstieg dienen.

Mittel- bis langfristig gilt die Bewertung vom 26.03.2004 weiterhin (s.u.): "Sind die Gewinnprognosen für 2004 und 2005 zu optimistisch, dürfte erneut Ernüchterung an den Märkten einkehren. Die Talfahrt kann so lange anhalten, bis der Stimmungsindikator unter das Niveau der Lagebeurteilung gefallen ist ..."

Aber solange die Indikatoren eine positive Markttechnik zeigen (z.B. hohe Umsätze mit fallenden Notierungen, Intraday schwache A/D-Linie, Kaufsignale der Gewinne/Renditen-Indikatoren), bleibt die kurzfristige Spekulation auf steigende Notierungen aussichtsreich.

26.04.2004 DAX 4147

Der DAX reagierte bisher noch nicht auf die Euphorieblase des ifo Geschäftsklimas.

Allerdings wird es jetzt besonders spannend: Denn Erwartungs- und Lageindex näherten sich einander, was ein Schritt in die richtige Richtung darstellt. Die übertriebenen Erwartungen wurden gesenkt, ohne dass der DAX einknickte. War der Blick durch die rosa Brille deshalb folgenlos?

Das läßt sich aufgrund der veränderten Datenbasis seit Februar 2004 noch nicht sagen. Es ist aber denkbar, daß der Anstieg der Lage wie im Frühjahr 2001 einen oberen Umkehrpunkt markiert und der Rückgang der Erwartungen auch für den DAX negative Folgen haben könnte - als möglicher Auftakt der Erkenntnis, daß die zu lösenden Wirtschaftsprobleme doch viel größer sind als bislang von den Wirtschaftsforschern erwartet wurde.

26.03.2004 DAX 3830

Folgt der DAX der 2002er Entwicklung, könnte eine neue Abwärtsbewegung eingeleitet werden. Damals folgte auf die Euphoriespitze im Frühjahr die Talfahrt von 5400 auf 2200 Punkte. Die Marktteilnehmer erkennen, daß die gute Stimmung nicht ausreicht, um die Aktien auf dem hohen Niveau zu halten. Auf Gewinnmitnahmen folgten Verkäufe der professionellen Vermögensverwalter (insbesondere Lebensversicherungen), um die Schieflagen in den Bilanzen zu bereinigen. Die Aktienquoten wurden gesenkt.

Weil der anschließende Aufschwung schon mit einer unrealistisch optimistischen Ausgangsbasis startete, besteht die Gefahr, daß der DAX auf das damalige Niveau zurückfällt. Sind die Gewinnprognosen für 2004 und 2005 zu optimistisch, dürfte erneut Ernüchterung an den Märkten einkehren.

Die Talfahrt kann so lange anhalten, bis der Stimmungsindikator unter das Niveau der Lagebeurteilung gefallen ist - und das kann einige Monate dauern, bzw. könnte nur durch außergewöhnlich schlechte Nachrichten schnell herbeigeführt werden. Die aktuell schon miserable Situation in den öffentlichen und privaten Haushalten reicht offenbar noch nicht aus.

24.02.2004 DAX 4020

Etwas Euphorie ist entwichen, weil der Erwartungsindex gesunken ist, was grundsätzlich eine positive Entwicklung ist. Aber bis von einem Ende der Spekulationsblase und den übertriebenen Erwartungen gesprochen werden kann, dürften noch etliche Monate vergehen. Deshalb halte ich die These aufrecht, daß der monatelange Anstieg der ifo-Indikatoren das äußere Erscheinungsbild eines Blicks durch die "rosa Brille" darstellt - ein anhaltendes Warnsignal.

Die Börse hat jedoch eine solche Erwartungsblase bislang noch nicht realisiert, denn sie geht von einer natürlichen Entwicklung aus. Deshalb reagierten die Marktteilnehmer in einer ersten Reaktion pessimistisch auf die Nachricht, daß der Klimaindex gefallen ist. Aber anhand der Grafik ist gut erkennbar, daß es sich lediglich um einen kleinen Rücksetzer handelt, der den Aufwärtstrend nicht gefährdet, weil er in den Kursen bereits enthalten ist.

Andere Stimmungsindikatoren haben in den vergangenen Wochen noch nicht auf eine bevorstehende Talfahrt hingewiesen, so daß ich von folgendem Szenario ausgehe:

* Die seit 2000 bestehende Erwartungsblase gilt unverändert. Positive Stimmungmache in der Öffentlichkeit ist ein Teil der Pressearbeit und Verkaufstrategie, was jedoch gegenüber Kapitalanlegern zu einem verzerrten Bild führt. Das Risiko: Der Aktionär fühlt sich genauso umgarnt, wie der Käufer eines Produktes. Er kauft Aktien, ohne mit spitzem Bleistift Renditeberechnungen anzustellen.

* Die Börse läßt sich seit einigen Monaten von der Erwartungsblase leiten, wobei jedoch anhand der anderen Stimmungsindikatoren und der Markttechnik keine übertriebene Euphorie meßbar war.

* In den vergangenen Monaten wurden untere Umkehrpunkte des DAX bereits mit geringem Pessimismusgrad angezeigt. Die abgekühlte Stimmung lockte frisches Kapital an, was jedesmal zu einem neuen Zwischenhoch des Marktes führte. Dem Indikatormuster ähnelt die aktuelle Situation. Deshalb darf die Seitwärtsbewegung als Konsolidierung im Aufwärtstrend angesehen werden.

* Der DAX kann solange steigen, bis zusätzlich zum ifo Geschäftsklimaindex auch die Stimmungsindikatoren aus der Markttechnik eindeutige Warnsignale einer starken Überhitzung liefern. Das ist jedoch zur Zeit nicht erkennbar. Es erscheint deshalb aussichtsreich - so lange die Indikatormechanik intakt bleibt - potentielle untere Umkehrpunkte, die mit einer Stimmungsabkühlung einhergehen, für die kurzfristige Spekulation auf steigende Kurse zu nutzen.

27.01.2004 DAX 4170

Die Moving Markets DAX-Indikatoren würden eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung erlauben, so daß sich die Erwartungsblase vorerst weiter vergrößern kann. Aber mit jedem Anstieg, insbesondere wenn er mit wachsendem Volumen einhergeht, wächst die Gefahr, daß die Markttechnik-Stimmungsindikatoren ein ähnlich hohes Niveau erreichen wie das ifo-Geschäftsklima.

Deshalb: Solange die Markttechnik aufwärts zeigt, kann auch die "Aufwärtstrend-Fata Morgana" beim Aktienmarkt bestehenbleiben. Der Trend kann schnell kippen und dann wäre "Schluß mit lustig": Schon zwei, drei Euphorie-Tage mit hohen Umsätzen und prächtiger Stimmung könnten den oberen Umkehrpunkt einleiten.

17.12.2003 DAX 3850

Die "Erwartungsblase" wächst. Und die anderen Moving Markets Stimmungsindikatoren zeigen an, wie schnell sich die "Nadel", die das Ganze zum platzen bringen kann, nähert.

Zur Zeit sehen die Indikatoren noch vorteilhaft aus, weil die Umsätze niedrig blieben und der DAX mit geringer Marktbreite kletterte. Sobald sich das ändert und auch von dieser Seite Verkaufsignale entstehen, kann es eine monatelange Talfahrt geben. Denn es dürfte wie nach dem Frühjahr 2000 länger dauern, bis die euphorische Stimmung nüchternen Überlegungen Platz macht.

Es erscheint weiterhin riskant, beim Anstieg der ifo-Indikatoren von einem bevorstehenden Aufschwung auszugehen.

25.11.2003 DAX 3733

Die Erwartungen befinden sich auf dem Niveau vom Frühjahr 2000, während im Gegensatz dazu die aktuelle Lage als miserabel beschrieben wir. Der realistische Blick in die Zukunft wird weiterhin durch rosafarbene Gläser getrübt.

In der aktuellen Situation könnte das trotzdem den Markt stabilisieren und für ein neues Zwischenhoch des DAX sorgen. Denn die Euphoriewelle / Spekulationsblase könnte durch positive Kommentare zum ifo-Klimaindex in den nächsten Tagen weiter angeheizt werden. Sollte der DAX wirklich noch einmal steigen können, dienen die ifo-Indikatoren als Warnsignal.

28.10.2003 DAX 3560

Es steckt in den neuesten Daten der IFO Umfrage immer noch eine große Portion Hoffnung. Dabei ging die Schere zwischen den Erwartungen und der tatsächlichen Lage weiter auseinander, was mit der Entwicklung vom Frühjahr 2002 vergleichbar ist. Damals lief der DAX in eine Topbildung hinein und ging anschließend auf Talfahrt (Bewertung vom 26.02.2002, s.u.). Ein ähnliches Szenario sollte zur Zeit wieder eingeplant werden.

25.09.2003 DAX 3336

Die Schere zwischen den Erwartungen und tatsächlicher Lage geht immer weiter auseinander. Gleichzeitig klettert der DAX nicht mehr. Das nährt die in den vergangenen Monaten immer wieder aufgestellte These, daß sich der Aktienmarkt an einem oberen Umkehrpunkt befindet - vergleichbar mit den Ereignissen vom Frühjahr 2000 und 2002. Nach den bisherigen Erfahrungen mit dem ifo-Geschäftsklima erscheint es riskant auf steigende Kurse zu setzen.

26.08.2003 DAX 3483

IFO Geschäftsklimaindex kletterte auf ein neues Zwischenhoch. Dabei gehe ich davon aus, dass sich die an der Umfrage teilnehmenden Unternehmenslenker von steigenden Aktienkursen blenden ließen - vergleichbar mit Frühjahr 2002.

In einer ersten Marktreaktion auf die neuen IFO-Daten kletterte der DAX zwar rund 15 Punkte, ging dann jedoch um 50 Punkte in den Keller. Trotz der oberflächlich betrachtet guten Nachricht fielen die Notierungen - ein Hinweis auf die mögliche Bullenfalle im Rahmen der Topbildung.

28.07.2003

Die Börse wird von Stimmungen getragen, so das die Hoffnungen, die an die positiven Geschäftserwartungen geknüpft werden, grundsätzlich berechtigt erscheinen.

Aber auf Dauer kann das eigentlich nicht gut gehen. Denn wenn die Börse überwiegend von optimistischer Stimmung und kaum von fundamentalen Daten bewegt wird, fehlt der bodenständige Realismus. Dann kann der Markt zwar vorübergehend klettern, aber es besteht die Gefahr, das er sich zu weit von der Wirklichkeit entfernt.

Deshalb ist die aktuelle Situation mit den Ereignissen vom Frühjahr 2002 vergleichbar. Auch vor rund 16 Monaten folgte der DAX dem aufwärts zeigenden IFO Geschäftsklimaindex. Er überwand damals kurzfristig die charttechnische Hürde von 5000 Punkten, fiel dann jedoch zurück, weil ein zu hohes Gewinnwachstum in den Kursen einpreist war. Die Gefahr besteht diesmal wieder.

Es gibt noch keine klaren Hinweise (allenfalls Vermutungen, zum Beispiel das ungewöhnlich stark steigende Bulls/Bears-Ratio oder den Barron's Confidence Index), die es erlauben, von einer Trendwende nach oben auszugehen. Statt dessen könnte es eine 3. Verkaufswelle geben. Seit 2000 reagierte der DAX auf die weit auseinander laufenden Erwartungs- und Lageindikatoren mit Kurseinbrüchen. Es erscheint deshalb weiterhin ratsam, auf Überhitzungserscheinungen der täglich beobachteten Stimmungsindikatoren zu achten.

01.07.2003

Die Schere zwischen den Erwartungen an die Zukunft und der Einschätzung der aktuellen Lage schließt sich nicht - im Gegenteil: Die Differenz ist so groß wie zum Zeitpunkt der Spekulationsblasen Anfang 2000 und 2002. Es besteht unverändert "Ernüchterungsgefahr".

27.05.2003, Ergänzung zur Bewertung vom 26.05.2003

Das Handelsblatt schreibt heute auf der Titelseite: "Wirtschaft präsentiert sich in überraschend guter Stimmung". Die Zeitung zitiert im gleichen Artikel den ifo-Chef Hans-Werner Sinn: "Die Chancen für eine leichte konjunkturelle Belebung im zweiten Halbjahr haben sich verbessert."

Das ist wieder klassisches Schönreden und einseitiges Hervorheben von Chancen, ohne Benennung der erheblichen Risiken. Aber immerhin sehen "fast alle Bankenvolkswirte noch keinen Anlaß, ihre Prognosen eines sehr schwachen Wachstums für Deutschland nach oben zu revidieren," heißt es weiter in dem Artikel - ein erster Schritt in die richtige Richtung. Eine Heraufsetzung der Prognosen wäre wirklich überraschend, denn für 2004 erwarten die Analysten der DAX-Unternehmen ohnehin schon einen Gewinnanstieg über 29 Prozent.

Die Gewinne sollen aufgrund von Kostensenkungen steigen und werden kaum durch organisches Wachstum der Märkte möglich. Es fehlt das Vertrauen für neue Investitionen. Frisches Geld wird knapp, weil jahrelang leichtsinnig gewirtschaftet wurde. Banken erwarten zusätzliche Sicherheiten, denn bisherige Grundlagen zur Bewertung von Anlagen werden Makulatur. Das Vertrauen der privaten Anleger ist wegen der geplatzten Spekulationsblase ohnehin im Keller.

Dabei haben die Aktienmärkte einen wirtschaftlichen Aufschwung längst vorweg genommen. In den Kursen ist die verbesserte Stimmung, wie sie im ifo-Geschäftsklimaindex zum Ausdruck kommt, bereits enthalten: Seit Herbst 2002 messe ich anhand der Umsatzindikatoren erhebliche Mittelzuflüsse.

Das Risiko: Jederzeit können auf den ersten Blick gesunde Unternehmen in eine Schieflage geraten, weil die Bewertungsansätze zur Finanzierung in den vergangenen Jahren zu optimistisch ausfielen und revidiert werden müssen. Die Fehler der "Großen" können auf die "Kleinen" durchschlagen: Aufgrund der knappen Eigenkapitalausstattung von Kleinbetrieben und mittelständischer Unternehmen droht ein Teufelskreislauf mit immer geringer werdenden Finanzierungsspielräumen.

Brisant: Die Mehrheit der Marktteilnehmer setzt aufgrund des ständigen Blicks durch die rosa Hoffnungsbrille auf die Wende nach oben - und zwar in nahezu allen Branchen. Das führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu (Ent-)Täuschungen und zu weiter fallenden Kursen. Es bleibt riskant, den optimistischen Veröffentlichungen zur künftigen Entwicklung von Unternehmensgewinnen und der Staatsfinanzierung zu folgen.

26.05.2003 DAX 2.855

Die aktuelle Situation ähnelt den Ereignissen vom Sommer 2001, Winter 2001/2002 und Herbst 2002: Die Erwartungen stiegen, aber die tatsächliche Lage blieb gedrückt. Jedesmal fielen anschließend die Notierungen, weil die Unternehmen, Volkswirte, politische Entscheidungsträger und Meinungsmacher in den Medien zu optimistisch in die Zukunft geschaut hatten.

Die Börse reagierte heute wieder typisch auf den Anstieg des Index für Erwartungen: In einer ersten Reaktion kletterte der DAX von 2.830 auf 2.855. Die Marktmechanik, die in der Vergangenheit zu Bullenfallen führte, funktioniert offenbar immer noch.

Wie müßte ein Turnaround aussehen, der auch langfristige Investitionen bei großen Standardwerten an der Börse erlauben würde? Die Erwartungen der Unternehmen sollten unter die aktuelle Lage abrutschen. Denn wenn die Optimisten in der Minderheit sind und keine Aussichten auf rasche Besserung bestehen, dürfte sich die Wirtschaft zwar in einer ausgeprägten Rezession befinden. Aber der Tiefpunkt an den Aktienmärkten wäre dann bereits Vergangenheit.

Doch angesichts des Indikatorverlaufs der vergangenen Jahre und den Fehlschlüssen, die die Wirtschaftsforscher daraus zogen (z.B. Bewertung vom 24.10.2001, s.u.), daß es noch einige Zeit, vielleicht sogar Jahre dauern kann, bis die Optimusmusfalle nicht mehr existiert und mehr Realismus einkehren kann.

28.04.2003 DAX 2.900

Seit Anfang 2001 ist anhand des ifo-Geschäftsklimaindex erkennbar, daß lediglich Zweckoptimismus verbreitet wird. Aber leider verbesserte sich die Lage gar nicht, so daß die Aktienkurse berechtigerweise in den Keller gingen.

Zu hohe Erwartungen sind immer noch in den Kursen enthalten: Die Schere zwischen "Realität und Vision" klafft weit auseinander. Es besteht deshalb die unveränderte Gefahr, daß die unkritischen Marktteilnehmer an der Börse auch weiterhin Opfer dieser viel zu optimistischen Sichtweise werden und mit der jüngsten Aufwärtsbewegung in die x-te Bullenfalle geschickt werden.

26.03.2003 DAX 2.630

"Ifo-Präsident Sinn betonte, mit der März-Umfrage habe sich die Hoffnung auf eine Trendwende vorerst nicht bestätigt," so berichtete die Nachrichrichtenagentur AFP heute. Das ist eine neue Sichtweise. Denn bisher wurde der ifo-Geschäftsklimaindex fast immer positiv bewertet. Mal waren es die wachsenden Erwartungen der Unternehmen, dann die verbesserte Lagebeschreibungen, die zu einer optimistischen Interpretation der Indikatoren führten.

Mit der neuen, im Optimismus etwas gedämpften Sichtweise begeben sich die Analysten des ifo-Geschäftsklimaindex auf den Weg in die richtige Richtung. Aber das dürfte auf dem langen Weg der Konsolidierung nicht ausreichen. Denn:

Der Optimismus ist wegen der hohen Erwartungen zu groß. Zu viele Unternehmen schauen immer noch durch die "rosa Brille". Über PR-Arbeit und Weitergabe von Informationen an Analysten, Journalisten, Unternehmensberatern und politischen Entscheidungsträgern wird eine allzu optimistische Sicht an die Öffentlichkeit getragen. Dadurch kann sich die Börse über die realistisch erzielbaren Gewinnaussichten keine objektive Meinung bilden. Es besteht die Gefahr von Enttäuschungen, so daß weitere Kursverluste möglich sind.

25.02.2003 DAX 2.533. Der Anstieg des ifo Geschäftsklimaindex' spielt für die aktuelle Bewertung keine Rolle - allenfalls die, daß der DAX nach der guten Nachricht in die Knie ging und dadurch eine negative Marktmechanik zeigt. Es kommt weiterhin darauf an, daß sich die Schere zwischen aktueller Lage und den Erwartungen schließt. Sie ist weiterhin groß geöffnet, was das mittel und langfristige Abwärtspotential erhält.

18.12.2002 DAX 3.115. Kaum geht es an der Börse etwas aufwärts, schon hellt sich die Stimmung auf. Es entsteht der Eindruck, daß der Indikator der Geschäftserwartungen erheblich auf Kurssteigerungen reagiert, aber von Rückschlägen des Aktienmarktes kaum beeindruckt wird.

Die Schere zwischen kritischer tatsächlicher Lage und optimistischem Zukunftsausblick bleibt weit geöffnet. Die Erwartungen und Hoffnungen an die Zukunft sind so hoch, daß es praktisch nur noch Ent(-)Täuschungen geben kann. Das erhält das Abwärtspotential an den Märkten.

26.11.2002 DAX 3.309. Keine Entwarnung: Die Optimismus-Schere ist immer noch auf dem Niveau vom Frühjahr 2000 und damit viel zu groß - weder für einen Aufschwung noch für eine Bodenbildung. An den Märkten und in den Unternehmen wird zur Verkaufsförderung und Selbstdarstellung abgehobene Stimmung "gemacht". Es fehlt bodenständiger Realismus, der für neues Anlegervertrauen so dringend erforderlich ist.

28.10.2002 DAX 3.190. Der Indikator zeigt immer noch eine Optimismus-Schere von 20 Punkten - angesichts der schwierigen Situation, in der sich der Aktienmarkt befindet ein euphorischer Wert. Meine Interpretation der Vormonate gilt weiterhin. Short-Positionen und defensive, ertragsorientierte Anlagestrategien bleiben mit den neuen Daten aus München erste Wahl.

27.09.2002 DAX 2.991. Der DAX fiel zwar zurück, aber leider wirkte er sich kaum auf die Umfrageergebnisse aus. Im Idealfall hätte er auf die Stimmung der Unternehmenslenker gedrückt, was jedoch nicht geschah. Damit besteht die Gefahr, daß das Abwärtspotential erhalten bleibt. Die Erwartungen sind unverändert viel zu hoch, um als Indikator für eine Bodenbildung zu dienen. Die Bewertung vom 28.08.2002 gilt weiterhin.

28.08.2002 DAX 3.775. Sollte der Rohölpreis in den nächsten Monaten auf hohem Niveau bleiben, dürfte sich das zusätzlich zur miserablen Lage negativ auf die nächsten Umfrageergebnisse auswirken. Außerdem drückt der schwache Aktienmarkt auf die Stimmung, so daß - hoffentlich - bald mehr Realismus einkehrt.

Für eine Stabilisierung der Märkte benötigen wir ganz dringend einen Stimmungseinbruch. Die Kette "Unternehmen - Wirtschaftsforscher - Analysten - Politiker - Medien - Verbraucher/Aktionäre" wird von brüchigem Zweckoptimismus zusammengehalten. Nur wenn die Unternehmenslenker ihre Erwartungen senken, dürften auch die Analysten ihre Gewinnschätzungen reduzieren. Dann würde zwar auch der Aktienmarkt unter die Räder geraten. Aber eine kräftige Talfahrt wäre geeignet, die Umsatzindikatoren, die noch immer eine Überinvestition der Marktteilnehmer anzeigen, zu bereinigen.

Bis dahin gilt: Solange der übermäßige Optimismus intakt ist, dürfte der Druck auf den Aktienmarkt anhalten. Die zugrunde liegende Mechanik: 1. Die Mehrheit ist zur Zeit bereits engagiert und wartet auf steigende Kurse. 2. Sobald höhere Kurse erreicht sind, setzen Verkäufe ein. 3. Weil die Zahl der Aktienbesitzer überwiegt und nur wenige neue Marktteilnehmer frisches Kapital an die Börse bringen, geraten die Kurse unter Druck. 4. Das geschieht so lange, bis die Zahl der Pessimisten überwiegt, die dann durch neue Käufe den Markt nach oben ziehen (erkennbar anhand eines schwachen ifo-Geschäftsklimas und Umsatzindikatoren mit negativer Divergenz).

Unter diesen mittelfristigen Gesichtspunkten (Zeitraum ca. 3 bis 8 Monate) erscheint es aussichtsreich, eine short-Position so lange zu halten, bis Ziffer 4. der oben beschriebenen Marktmechanik eingetreten ist.

27.06.2002 DAX 4.151. Die neuen ifo-Daten zum Geschäftsklima in Deutschland liefern keinen neuen Anhaltspunkt zur Trendanalyse - obwohl die Nachrichtenagenturen schreiben, daß der Rückgang überraschend gewesen sei. Daß der Geschäftsklimaindex fiel, war angesichts der euphorischen Erwartungen in den Vormonaten absehbar. Es bleibt negativ, daß die Schere zwischen den Erwartungen und der tatsächlichen Lage immer noch weit auseinander geht. Die Frage ist jedoch, wie weit der DAX noch fallen muß, damit auch die Erwartungen sinken.

Weil die Konsolidierung im vergangenen Jahr auf halbem Weg abgebrochen wurde und wie sich heute herausstellt, lediglich Zweckoptimismus die Runde machte, besteht die Gefahr, daß der DAX unter das Tief vom September 2001 abrutscht. Mögliche Strategie: Blue Chips zur Langfristanlage (kaufen und halten) erst dann ordern, wenn sich Zukunftserwartungen und tatsächliche Lage mindestens auf 2 - 3 Punkte Differenz angenähert haben. Eine gründliche Konsolidierung und damit der ideale Einstiegszeitpunkt wäre jedoch ein "Tal der Tränen", in dem sich die Erwartungen unter der aktuellen Lage befinden. In dem Fall würden die Unternehmenslenker pessimistischer in die Zukunft schauen, als es die aktuelle Lage erlauben würde. Anfang der 80er Jahre gab es so etwas. Das muß nicht zwangsläufig mit einer Baisse verbunden sein. Auch eine langjährige Seitwärtsbewegung, z.B. zwischen 3.300 und 4.300 Punkten könnte die Folge einer solchen Konsolidierung sein.

27.05.2002 DAX 4.950. Die Schere zwischen den viel zu optimistischen Erwartungen und der miserablen tatsächlichen Lage schloß sich mit den neuesten ifo-Daten immer noch nicht. Das bedeutet für den Deutschen Aktienindex: Die Ertragsschätzungen für 2002/2003 basieren aufgrund einer euphorischen, von der Realität abgekoppelten Sichtweise. Die Börse unterstellt dadurch Wachstumsraten, die kaum erzielt werden können. Eine ausgiebige Konsolidierung, die zu mehr Ernüchterung und Realismus führen würde, hat praktisch noch gar nicht stattgefunden. Dadurch bleibt das Abwärtspotential erhalten.

26.04.2002 DAX 5.070. Nachdem der Geschäftsklimaindex bekanntgegeben wurde, fiel der DAX unter die 5.100 Punkte-Unterstützung, um die 5.000er Marke zu testen. Ist das der Auftakt zu neuen Überlegungen des Marktes? Möglicherweise zweifeln die ersten Marktteilnehmer an der Aussagekraft der Geschäftserwartungen und nehmen Gewinne mit (Astrologie, Stand am 25.04.2002, gegen 10.00 Uhr: "Erkenntnis des Überschwangs" unter Neptun, Saturn, Jupiter, Mond). Schließlich führte der "fabelhafte" Anstieg des Indikators seit November 2001 trotz des vielbeachteten Medienrummels nicht zu der erhofften Rallye. Der DAX bewegte sich seitdem seitwärts, was nun auch für jeden Beobachter objektiv nachvollziehbar Fragen nach Ursachen, Wirkung und Interpretation des Indikators aufwirft.

Bislang konnte ich mich bei der Bewertung des ifo-Geschäftsklimas als "einsamer Rufer in der Wüste" sehen. Aber je länger der DAX seitwärts oder sogar schwach tendiert, desto kritischer müßten auch andere Beobachter das Geschäftsklima betrachten. Das ist das Gefährliche für den Markt: Weil der Indikator in den vergangenen Monaten überwiegend positiv interpretiert wurde, müßte der Aktienmarkt bei einem Seitenwechsel der ersten Optimisten unter Druck geraten und unter 5.000 Punkte abrutschen.

Kursziel könnte der Ausgangspunkt der mutmaßlichen Fehlinterpretationen des Marktes vom Herbst 2001 sein: 3.700 / 4.000 Punkte. Es erscheint weiterhin ratsam, darauf zu warten, daß sich die Schere zwischen den Erwartungen und der tatsächlichen Lage schließt. Erst dann dürften Blue Chips preiswert genug sein, um auf breiter Front einsteigen zu können.

26.02.2002 DAX 5.330. Wer hätte gedacht, daß sich die Stimmung noch mehr verbessern könnte: Kann es eine Steigerung von Euphorie geben? Die aktuellen Daten können als "fabelhaft" beschrieben werden. Sie haben damit gute Chancen, im "Reich der Märchen" einen Platz zu bekommen.

Die Daten zeigen, daß die Zukunftsaussichten nichts mehr mit der aktuellen Lage zu tun haben. Im Chart sehen Sie, daß die Schere zwischen den Erwartungen und der Lage stark auseinander ging. Damit gibt es nur noch zwei Möglichkeiten: 1. Entweder leiden die befragten Unternehmen unter Realitätsverlust und gefährlicher Selbstüberschätzung oder 2. sie haben die herausragende Eigenschaft, die Wende nach oben visionär vorauszusehen.

Nach den bisherigen Erfahrungen mit dem ifo-Geschäftsklimaindex besteht die Gefahr, daß die erste Variante zutrifft. Denn im Frühjahr 2000 hatten die befragten Unternehmen schon einmal die Chance, einen Wendepunkt zu erkennen. Damals scheiterten sie wegen ihrer (unrealistisch) guten Stimmung. Warum sollten sie diesmal richtig liegen? Der ifo-Geschäftsklimaindex läßt sich immer noch als Kontraindikator betrachten, weshalb der DAX in der Nähe eines oberen Umkehrpunktes notieren dürfte.

ABER: Weil die Mehrheit der Marktteilnehmer, Medien, Analysten, politischen Entscheidungsträger die Daten jedoch positiv deutet, könnte der DAX trotzdem noch einmal kräftig klettern. Die große Freude über das "verbesserte Geschäftsklima" könnte dem Markt zumindest vorübergehend Flügel verleihen.

26.02.200 DAX 4.920. Die Euphoriewelle erreicht einen neuen Höhepunkt: Angefacht von einem steigenden ifo-Geschäftsklimaindex erreichte der DAX ein neues Zwischenhoch. Allerdings geht die Schere zwischen den Erwartungen und der tatsächlichen Lage weit auseinander. Die Differenz überschreitet sogar noch das Euphorie-Niveau vom Frühjahr 2000.

25.02.2002 Morgen im Blickpunkt: ifo-Geschäftsklima

28.01.2002 DAX 5.190. Wenn sich die Wirtschaftsforscher einig sind, daß es mit der Konjunktur aufwärts geht | Reuters-Bericht von 11.08 Uhr, heißt das noch lange nicht, daß auch der Aktienmarkt freie Bahn nach oben hat. Denn es gibt noch Unsicherheitsfaktoren (zumal Einigkeit unter Analysten/Wirtschaftsforschern immer kritisch ist): 1. Die Forscher irren, weil sie die ifo-Indikatoren falsch interpretieren (unser Argument mit der Schere zwischen den Erwartungen und der Lage). 2. Die verbesserte Stimmung ist bereits in den Kursen enthalten, so daß erst eine nachhaltige Verbesserung der LAGE, d.h. Verbesserung der Gewinnsituation, zu einem Aufschwung führen kann. Die Situation ist mit der Entwicklung vom August 2001 vergleichbar (s.u., Bericht vom 20.08.2001).

17.12.2001 DAX 4.993

Der Optimismus wächst, obwohl sich die Lage weiter verschlechterte. Der DAX kletterte nach Bekanntgabe der Daten rund 70 Punkte. Die Börse interpretiert das zur Zeit positiv und unterstreicht dadurch die allgemeine Stimmungslage: Unternehmen, Analysten und Investoren schauen trotz einer schwierigen wirtschaftlichen Situation optimistisch in die Zukunft.

Das ist zwar eine wichtige Voraussetzung dafür, daß Aktionäre, Kapitalanlagegesellschaften und Unternehmensvorstände Kapital für Unternehmensprojekte und Geldanlagen locker machen. Aber ebenso wichtig ist es, daß die Verbrauchernachfrage mithalten kann. Gewinne entstehen insbesondere dann, wenn sich die Verbraucher überzeugen lassen, mehr zu konsumieren oder von allein darauf kommen, mehr Geld ausgeben zu wollen. Das ist zur Zeit nicht erkennbar, weil es sich ansonsten schon an der verbesserten Geschäftslage niedergeschlagen hätte.

Die Schere zwischen der Erwartungshaltung der Unternehmen und den tatsächlichen Einnahmen (= Lage) ist immer noch weit geöffnet. Ohne Annäherung der Indikatoren steht der Aufschwung auf tönernen Füßen, was auch die Rückschlaggefahr an den Aktienmärkten erhält.

21.11.2001 DAX 5.100

Die Indikatoren befinden sich zwar auf einem guten Weg, weil sich die Daten zu den Erwartungen und der tatsächlichen Lage annäherten. Aber von einem Szenario, das für eine generelle Trendwende spricht, sind wir noch ein gutes Stück entfernt. Es fehlt die reduzierte Erwartungshaltung der befragten Unternehmen.

Mögliche Auswirkungen für den Deutschen Aktienindex: Die Rallye seit Mitte September wird nicht von den ifo-Indikatoren bestätigt, so daß seit ca. 4.500/4.600 Punkten eine Schieflage entstanden ist. Der Anstieg wird zur Zeit von kurzfristigen, technischen Erwägungen getragen, weil die Erwartungen der Marktteilnehmer zu hoch sind (die "Meinungsmacher" greifen die optimistischen Einschätzungen der Unternehmen auf und multiplizieren sie). Es drohen in den nächsten Wochen/Monaten neue Rückschläge.

24.10.2001

Viele Köche verderben den Brei: Zur Interpretation des ifo-Geschäftsklimaindex

Das Münchener ifo Institut für Wirtschaftsforschung kann stolz auf seine Arbeit sein. In den vergangenen Wochen gab es etliche Statements, in denen Führungskräfte aus verschiedenen Wirtschafts- und Gesellschaftsbereichen (Forscher, Analysten, Notenbanksprecher, Volkswirte, Fondsmanager, Politiker) auf die Umfragen der Münchener Fachleute hingewiesen haben. Das ifo Institut leistet zweifellos eine wertvolle Arbeit, weshalb wir die Stimmungsindikatoren in unserer Berichterstattung verwenden.

Übereinstimmend wird zur Zeit in der Öffentlichkeit folgende Meinung vertreten:

* Der gefallene ifo-Index liefert ein miserables Stimmungsbild der Wirtschaft.

* Deutschland steht am Rande einer Rezession.

Zur Betonung sein nochmal wiederholt: Die Fachleute sind sich einig, daß der ifo-Index zur Zeit eine negative Stimmung widerspiegelt.

Ihnen wird aufgefallen sein, daß die MOVING MARKETS-Redaktion eine andere Meinung vertritt:

Das Zusammenspiel der ifo-Indikatoren liefert angesichts der schwierigen Lage der Wirtschaft ein vergleichsweise positives Bild. Denn solange der Indikator für die Zukunftserwartungen über dem Indikator der aktuellen Lage notiert, überliefern die ifo-Indikatoren ein gutes Stück Hoffnung der Unternehmenslenker. Wir lesen keinen Pessimismus daraus, sondern vielleicht sogar "Blauäugigkeit".

Diese Sicht weicht erheblich von der Mehrheitsmeinung ab und führt zu vollständig anderen Rückschlüssen. Während bei vorherrschendem Pessimismus die Lage nur noch besser werden könnte (was die Börse zur Zeit unterstellt), führen übertriebene Hoffnungswerte zu Leichtsinn bei unternehmerischen Entscheidungen.

Daß Leichtsinn regelmäßig bestraft wird, erlebten wir in den vergangenen Monaten. Überkapazitäten ließen Unternehmensgewinne schmelzen, was die Aktienkurse einbrechen ließ. Sollte die deutsche Wirtschaft immer noch nicht auf dem Boden der Tatsachen angekommen sein, drohen weitere Verluste.

Weil die ifo-Indikatoren in der Öffentlichkeit so stark beachtet werden, haben wir wahrscheinlich ein Problem. Denn es wagt niemand (selbst die ifo-Forscher nicht), die Indikatoren anders zu interpretieren, als es im Nachrichtenstrom dargestellt wird. Ein Beispiel liefert der Bundesbankpräsident Welteke, der auf die "schlechte Stimmung" verwies.

Als Börsianer müßten wir es eigentlich besser wissen: Sobald alle Welt einer Meinung ist, lohnt es sich, eine gegenteilige Position einzunehmen. Erinnern wir uns an die Crash-Warnung eines Analysten im August: Der gute Mann wurde nach seinem Statement "zerpflückt", seine Thesen als abenteuerlich dargestellt.

Die ifo-Daten werden dafür genutzt, kurzfristigen Druck auszuüben: Zinssenkungen, Steuersenkungen, Beschäftigungsprogramme, Subventionen. Das mag angesichts der schlechten Lage beliebt sein. Aber für grundlegende Reformen, die zu einer nachhaltigen Verbesserung führen würden, fehlt dann der Handlungsspielraum und schließlich das Geld.

Es besteht die Gefahr, daß kurzfristiger Aktionismus zu neuen Hoffnungswerten und zu noch mehr Leichtsinnigkeit führt. Es könnte ein Strohfeuer entfacht werden, das am Ende zu einer noch größeren Krise führt. Wer sich zurücklehnt und nach dem Staat ruft, übersieht eigene Schwächen.

Es sind die Aktionen der staatlichen Institutionen, auf die die Börsianer zur Zeit setzen. Das könnte sich als Fehler herausstellen, denn die eigentlichen Ursachen der Probleme werden dabei unterschätzt.

19.10.2001 DAX 4.515

Eine Kurserholung ist aus den ifo-Indikatoren nicht herauslesbar: Der Trend der Indikatoren zeigt abwärts. Außerdem liegen die Zukunftserwartungen immer noch über der tatsächlichen Lage, was zu viel Optimismus signalisiert. Erst eine verbesserte Lage und verschlechterte Erwartungen können die Bodenbildung einleiten.

Kurzfristige Auswirkungen hatten die neuen Daten nicht. Der DAX fiel kurz nach Bekanntgabe der Zahlen rund 50 Punkte, um sich anschließend wieder zu erholen. Aber der Arm der ifo-Konjunkturumfrage reicht viel weiter: Oberhalb von 4.600 Punkten ist die Bergluft so dünn geworden, daß es der DAX kaum über einen längeren Zeitraum dort aushalten dürfte. 1. Ohne einschneidende Verbesserungen bei den ifo-Zahlen kann der DAX nicht weiterklettern. 2. Das ist nur dann möglich, wenn sich die Stimmung verschlechtert. 3. Eine solche Sichtweise unterstellt weitere bevorstehend schlechte Nachrichten. 4. All das, was wir bisher erlebten, reicht offenbar nicht aus, die Erwartungen zu senken. 5. Welche negativen Ereignisse müssen noch stattfinden, damit mehr Realismus einkehrt?

22.09.2001 DAX 3.787

Das ifo-Institut interpretiert den Anstieg der Geschäftserwartungen positiv. Ifo-Volkswirt Gernot Nerb erwartet trotz des leichten Index-Rückganges im August einen Aufschwung. In einem Reuters-Interview sagte er: "Wir sehen keine Rezession, sondern Ansätze zu einer konjunkturellen Erholung in den kommenden Monaten."

Schon seit Jahresbeginn sorgte ein angeblich bevorstehender Turnaround der Indikatoren für Bullenfallen. Daß der Erwartungsindex eine positive Überraschung darstellen soll, können wir nicht nachvollziehen. Diese Sichtweise führte bisher etliche Marktteilnehmer in die falsche Richtung. Daran sind jedoch nicht die Indikatoren schuld, sondern die Fehlinterpretationen und das, was die Marktteilnehmer und Medien aus dem Indikator herauslesen wollen - eine viel zu optimistische Einschätzung, die auch diesmal wieder zu einer Bullenfalle führen kann.

Allerdings bleibt festzustellen, daß die in den Vormonaten beschriebene Überhitzung des DAX gegenüber den fallenden ifo-Indikatoren vollständig abgebaut sein dürfte. Mit dieser Basis, die als neutral anzusehen ist, könnte der DAX tatsächlich seine Bodenbildung einleiten. ABER: Es sind auch Übertreibungen nach unten möglich, weshalb Skepsis weiterhin angebracht erscheint.

22.08.2001, DAX 5.295, zur Eröffnung noch 5.150

Nach einigen Wochen Talfahrt werden unerwartet positive Aspekte als Chance für einen Turnaround angesehen. Das war auch im November 2000 so, als sich die Geschäftserwartungen verbesserten und daraufhin der DAX rund 200 Punkte kletterte. Nach Bekanntgabe der neuen IFO-Daten kletterte der DAX heute innerhalb von 2 Stunden rund 150 Punkte. Ertrinkende greifen nach jedem Strohalm. War der verbesserte Index des Geschäftsklimas ein solcher Strohhalm?

Der 600 Punkte-Rückschlag seit Juli reichte aus, die Schieflage zwischen IFO-Indikatoren und tatsächlicher Börsenentwicklung weitgehend zu bereinigen. Als "neutral" würden wir die Situation bezeichnen. Insofern war es verständlich, daß der "Strohhalm" neuen Mut verbreitete, für steigende Kurse sorgte.

Allerdings erscheint die 150 Punkte-Rallye als Reaktion auf den minimal verbesserten Klimaindex als "ausreichend". Das bescheidene Plus des Geschäftsklimas von 0,3 Punkten (89,5 auf 89,8) läßt einen Anstieg des von 150 bis 200 Punkte zu, mehr nicht. Für eine Trendwende reicht das nicht aus, zumal immer noch die Gefahr besteht, daß es sich bei der jüngsten Erholung lediglich um eine vorübergehende Optimismus-Spitze handelt.

Die Schere zwischen den Erwartungen und der tatsächlichen Lage ging weiter auseinander, d.h. der Optimismus der an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen schaltete noch einen Gang höher. So stellten wir uns die Bodenbildung nicht vor (Bewertung vom 23.07.2001, s.u.). Daß der Klimaindex kletterte, könnte auch an dem Zwischentief des Ölpreises im Juli gelegen haben. Es erscheint deshalb risikant, aus den neuen Daten die Chance zu einer Trendwende herauszulesen.

23.07.2001, DAX 5.727

Erneut fielen die IFO-Indikatoren. Sie erreichten ein neues Tief, was anzeigt, daß eine rasche Trendumkehr nach oben nicht zu erwarten ist. Auffällig ist die Schere zwischen den Erwartungen und der tatsächlichen Lage: Sie wird trotz der schlechten Stimmung nicht kleiner; d.h. die Erwartungen sinken mit der tatsächlichen Lage, was noch keinen besonderen Pessimismus signalisiert.

Für den Turnaround müßte sich die Situation verschärfen: Erst wenn die Erwartungen deutlich stärker zurückgehen als die Lage, ist die Stimmung schlecht genug. Deshalb rechnen wir in den nächsten Monaten mit einem anhaltend schwachen Geschäftsklimaindex.

Während die IFO-Indikatoren ein neues Tief erreichten, notiert der DAX über seiner Widerstandslinie von 5.700 Punkten. Damit besteht die Gefahr, daß die Marktteilnehmer an der Börse immer noch viel zu optimistisch sind und einen Wirtschaftsaufschwung vorwegnehmen wollen, der aber ausbleibt. In den stabilen Aktienkursen steckt eine große Portion Hoffnung, die enttäuscht werden könnte. Das Zusammenspiel aus IFO-Indikatoren und DAX läßt weiter fallende Kurse erwarten.

22.06.2001, DAX 5.940

Weil der IFO-Klimaindex stärker fiel, als von Analysten erwartet, droht ein deutlicher Rückschlag bei den DAX-Werten. Die Markteinschätzung etlicher Analysten und Marktteilnehmer war in der Vergangenheit zu optimistisch.

Der DAX reagierte kurz nach Veröffentlichung der Zahlen mit steigenden Kursen, was überhaupt nicht zu den negativen IFO-Kennzahlen paßt. Schon im Mai reagierte der DAX mit steigenden Kursen, obwohl die Daten eindeutig negativ waren - es folgten 500 Punkte Kursverlust.

Es ist mit den neuen IFO-Kennzahlen völlig offen, ob kurzfristig eine Trendwende nach oben möglich ist.

22.05.2001, DAX-Schluß 6.270

Obwohl die IFO-Indikatoren weiter fielen - und zwar stärker als von Analysten erwartet -, kletterte der DAX kurz nach Bekanntgabe der Zahlen auf das neue Zwischenhoch von 6.337 Punkten - ein Gewinn von rund 70 Punkten nach Veröffentlichung um 10.00 Uhr.

Das ist eine überraschende Reaktion. Denn mit den schlechten IFO-Zahlen wäre eher ein Rückschlag der Aktien zu erwarten gewesen, denn der DAX kletterte rund 800 Punkte seit Anfang April. Damit koppelte er sich vom vorherrschenden Trend der wirtschaftlichen Entwicklung ab.

Ausblick mit zwei Möglichkeiten:

1. Der DAX nimmt vorweg, was in einigen Monaten geschehen wird. In dem Fall würde er der wirtschaftlichen Entwicklung vorauslaufen. Wichtig dabei: Die IFO-Indikatoren sollten den Aktien in den nächsten Monaten nach oben folgen. Ansonsten besteht die Gefahr, daß lediglich eine Spekulation ohne Basis die Kurse steigen ließ.

Leider hat diese Variante einen Schönheitsfehler: Nicht nur der DAX sollte der Wirtschaft vorauslaufen, sondern auch die IFO-Indikatoren sollen als Frühindikatoren künftigeTrends signalisieren.

2. Der DAX-Anstieg war lediglich eine übertriebene Spekulation auf Zinssenkungen in den USA und eine technische Reaktion im langfristigen Abwärtstrend. Weil das Geschäftsklima ungünstig bleibt, sind weitere Rückschläge an den Aktienmärkten möglich.

In beiden Varianten sind die neuen IFO-Indikatoren eher ungünstig. Das werden wir in unserer Strategie berücksichtigen, in dem wir auf die Signale einer möglichen Top-Bildung achten. So wäre es ein Warnsignal, wenn die Aufwärtstrend-Handelssignale der MOVING MARKETS-Indikatoren nicht mehr korrekt funktionieren. Das wäre z.B. der Fall, wenn trotz eindeutiger Kaufsignale der Markt fällt.

23.04.2001, 10.00 Uhr DAX 6.075

Klima: 93,9

Erwartungen: 97,1

Lage: 90,7

Die Indikatoren zeigen zwar unverändert abwärts. Aber es gab im Gegensatz zum Vormonat keine herausragenden negativen Überraschungen mehr.

Im Chart fällt auf, daß sich Lage, Erwartungen und Klima in den vergangenen Monaten stetig annäherten. Interpretation: Die befragten Unternehmen scheinen sich allmählich dem Boden der Realität zu nähern. Denn während Erwartungen und tatsächliche Lage 1999/2000 weit auseinanderklafften (= großer Optimismus/Euphorie), liegt die Differenz zur Zeit bei nur noch 6,4 Punkten. Das ist der pessimistischste Wert seit dem Start unserer Beobachtungen.

Es ist zwar offen, ob die Stimmung noch weiter in den Keller gehen kann. Aber die Tatsache, daß offenbar mehr Realismus oder sogar Skepsis in den Führungsetagen einkehrt, könnte eine wichtige Grundlage für den Turnaround an den Aktienmärkten darstellen. Denn in "schlechten Zeiten" werden die waghalsigen, leichtsinnigen Investitionen heruntergefahren, was zukünftige Risiken begrenzt. Eine derartige Erwartung scheint auch der Aktienmarkt zu haben. Denn obwohl sich die Wirtschaftsindikatoren verschlechterten, kletterte der DAX seit vergangenem Monat über 300 Punkte. Sollte der Ölpreis auf niedrigem Niveau im Bereich 23/25 US-Dollar stabil bleiben, dadurch fallen Belastungen auf der Kostenseite weg, könnten die IFO-Indikatoren im nächsten Monat sogar wieder klettern. Mit dieser Basis könnte auch der Aktienmarkt wieder nachhaltig klettern.

21.03.2001, 10.00 Uhr DAX 5.700

Klima: 94,9

Erwartungen: 98,5

Lage: 91,4

IFO lieferte überraschend negative Geschäftsindikatoren, worauf die Märkte zunächst verunsichert reagierten. Kurz nach Bekanntgabe der Daten kletterte der Bund Future auf ein neues Hoch von 110,01, während der DAX rund 30 Punkte verlor. Anschließend setzte eine Gegenbewegung ein, die die negative Reaktion der Marktteilnehmer relativierte.

Die Klima-Zahlen waren so schlecht, daß sie einen heftigen Kurseinbruch des DAX gerechtfertigt hätten. Statt dessen reagierte die Börse "unlogisch" und nicht linear zu vorherigen Reaktionen auf IFO-Veröffentlichungen: Es stabilisierten sich die Notierungen auf dem niedrigen Niveau. Auf ein überraschend miserables Geschäftsklima folgte eine ebenso überraschende Stabilisierung der Börse. Außerdem reagierte der DAX kaum auf die Wall Street-Vorgabe: Wegen (trotz?) der Zinssenkungen fielen DOW JONES um 2,4 %, während der NASDAQ100 um 6,7 Prozent in den Keller ging.

Ein Anstieg der Indikatoren hätte eine Trendwende des DAX herbeiführen können. Aber daß ein Kurseinbruch an der Wall Street und gleichzeitig die Schwäche der IFO-Indikatoren so gut weggesteckt werden konnten, ist ein bemerkenswertes Ereignis.

Zwei Varianten von Schlußfolgerungen sind möglich:

1. Anhand der Grafik sehen wir, daß die IFO-Indikatoren dem DAX nicht vorauslaufen. Sie bestätigten zwar den Trend. Aber eine Trendwende (beim Top 8.000 im Frühjahr 2000) konnten sie nicht signalisieren. So ist es möglich, daß der Boden im Bereich 5.600/5.700 erreicht ist, weil der DAX die negative Entwicklung der IFO-Daten bereits vorweggenommen hat. In dem Fall wäre die DAX-Stabilisierung bei 5.700 Punkten ein Hinweis darauf, daß die Stimmung bereits so schlecht ist, daß negative Meldungen kaum noch wirken - Kennzeichen einer Turnaround-Situation.

2. Etliche Marktteilnehmer haben den Ernst der Situation noch nicht begriffen. Sie sind Opfer ihrer optimistischen Grundhaltung, während der DAX vorübergehend (bis zum Nachmittag zur Wall Street-Eröffnung?) stabil gehalten wird. In dem Fall wäre der Kursrutsch nur verschoben und würde mit Wall Street-Eröffnung einsetzen. Mögliche Warnsignale für diese pessimistische Variante: Die Aufwärtsdynamik verhungert, während zunehmend Verkaufsdruck von der EUREX kommt. Gleichzeitig, möglicherweise auch schon vorher, profitieren Sicherheitsinvestments wie Allianz und Bund Future von Umschichtungen. Mit den Anzeichen von neuem Verkaufsdruck (zur Zeit nicht erkennbar) erscheint das Glattstellen von Long-Positionen erwägenswert.

21.02.2001, 10.00 Uhr DAX 6.409

Der Ifo-Klimaindex machte einen Sprung nach oben und fiel bedeutend besser aus als erwartet. Der Wert liegt bei 97,5, die Markterwartung lag bei 96 (Vormonat 96,5). Die Geschäftslage verbesserte sich von 92 auf 94,6 kräftig. Allerdings reduzierten sich die Erwartungen von 101,10 auf 100,3, was die Börse daran hinderte, mit kräftigen Kurssteigerungen auf die anderen beiden Kennzahlen zu reagieren. Der Trend der Vormonate, daß die Erwartungen schlechter sind als die tatsächliche Lage und das Klima, setzt sich damit fort. Insgesamt liefern die Indikatoren ein gemischtes Bild - allerdings mit einem freundlichen Grundton und der Chance zu einer Stabilisierung/Bodenbildung.

Ausblick für den DAX: Die Chancen für eine Bodenbildung verbesserten sich. Mit der verbesserten Geschäftslage und dem gestiegenen Klimaindex dürfte der Boden oberhalb von 6.000 Punkten stabil sein. Weiteres Rückschlagpotential läßt sich aus den Daten nicht ableiten. Für eine Trendwende nach oben reicht es aber noch nicht: Erst wenn auch der Index für die Geschäftserwartungen wieder klettert, ist der Markt reif für eine nachhaltige Aufwärtsbewegung.

Prognose: Die Börse nimmt solche Entwicklungen vorweg, d.h. der DAX kann bereits im Vorfeld der Veröffentlichung neuer Zahlen im März klettern und mit Bekanntgabe der Daten reagieren: Entweder enttäuscht, weil die Erwartungen zu optimistisch waren oder zuversichtlich mit steigenden Notierungen, weil die Daten die positiven Erwartungen bestätigten.

22.01.2001, 10.00 Uhr DAX 6.683

Der Anstieg des DAX in den vergangenen Wochen nahm eine Verbesserung des IFO-Geschäftsklimas vorweg. Statt dessen fielen die Daten zum Klima und den Erwartungen, was den DAX kurz nach der Bekanntgabe in einer ersten Reaktion um rund 60 Punkte fallen ließ. Erneut schraubten die an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen ihre Erwartungen für die nächsten Monate zurück, obwohl sich die tatsächliche Lage gegenüber Herbst 2000 verbesserte. Damit zeichnen die Indikatoren ein uneinheitliches Bild.

Schlußfolgerungen für den DAX, Ausblick: Wegen des weiterhin abwärts zeigenden Indikators zum Geschäftsklima dürfte der Widerstand bei 6.800 Punkten vorerst nicht geknackt werden. Für einen nachhaltigen Trendwechsel nach oben wären bessere Zahlen nötig gewesen. Deshalb dürfte der Markt die jüngsten Kurssteigerungen (600 Punkte in vier Wochen) korrigieren. Zumindest ein Rückschlag um 50 Prozent des vorherigen Gewinns sollte dabei eingeplant werden. Im Bereich 6.400/6.500 wartet die nächste Unterstützung.

Sollte der IFO-Klimaindex im Februar steigen, was wegen der verbesserten Aktienkurse und des rückläufigen Ölpreises möglich ist, wäre eine Stabilisierung oder sogar der Ansatz einer langfristigen Trendwende nach oben möglich. Risiko: Fallen die IFO-Indikatoren im Februar weiter, könnte es noch einmal einen deutlichen Kursrutsch geben.

Ein Kaufsignal können wir aus den IFO-Konjunkturdaten nicht ableiten. Für langfristige Aktienpositionen besteht deshalb kein Handlungsbedarf.

15.12.2000, 10.15 Uhr, DAX 6.404

Klima: 97,0 (- 0,2), Lage 92,4 (+ 1,1), Erwartungen: 101,6 (- 1,7). Interpretation: Die aktuelle Lage ist besser als die Erwartungen für die nächsten Monate. Mit dem kräftigen Minus setzte sich die schlechte Stimmung (= Erwartungen) der Vormonate fort, während sich nur die kurzfristige Situation (= Lage) verbesserte. Wenn sich die Stimmung eintrübt, wirkt sich das auf Konsum- und Investitionsverhalten aus. Eine Trendwende ist nicht in Sicht.

Die Zahlen wurden im November während der Talfahrt an den Börsen erhoben, was zu einem großen Teil zum Erwartungs-Knick beigetragen haben dürfte. Auch notierte der Ölpreis über 30 US-Dollar, was zusätzlich auf die Stimmung drückte. In den vergangenen Tagen fiel der Ölpreis auf 26 US-Dollar, ein erstes positives Signal für die Geschäftserwartungen im Dezember. Aber: Auch der Preisrutsch des Rohstoffs im April bewirkte keinen Stimmungsumschwung.

Weil fallende Aktienkurse die Stimmung entscheidend beeinflussen und die Dezember-Zahlen während eines erneuten Rückschlags an den Börsen erhoben werden, dürfte der nächste Geschäftsklimaindex, veröffentlicht im Januar 2001, niedrig bleiben.

Aus den Zahlen lassen sich keine positiven Aspekte für einen nachhaltigen Aufschwung ableiten. Bei 6.800 Punkten trifft der DAX auf einen massiven Widerstand, der nur bei deutlich besseren IFO-Zahlen hätte geknackt werden können. Mit dem jüngsten Rückschlag verarbeiteten die Börsen voraussichtlich nur einen Teil der reduzierten Erwartungen. Der Indikator der Geschäftserwartungen dürfte dem Markt nach unten vorauslaufen, was dem DAX weiteres Abwärtspotential verschafft. Unser positives Szenario bekommt dadurch einen entscheidenden Dämpfer. Wir werden deshalb unsere kurzfristigen spekulativen long-Positionen glattstellen.

21.11.2000

Die Geschäftserwartungen sind im Oktober gegenüber dem Vormonat leicht gestiegen (103,3 nach 103,0 Punkte), was leicht positiv zu bewerten ist. Aber: Der Geschäftsklimaindex fiel von 98,0 auf 97,2, so daß insgesamt ein leicht negatives Bild gezeichnet wird. Es ist keine Konjunktur-Trendwende ablesbar, so daß Skepsis bei einer möglichen Kurserholung der Aktienmärkte angebracht ist. Sollte es zu einer Aufwärtsbewegung kommen, dürfte es nach den IFO-Indikatoren nur für eine technische Reaktion im Abwärtstrend reichen.

19.10.2000

Wieder ein deutlicher Rückgang beim Geschäftsklima im September: Gegenüber dem Rückgang, der im September von IFO verkündet wurde und der schon vor vier Wochen für fallende Notierungen sorgte, ist der Rückgang mit den neuen Zahlen sogar besonders kräftig ausgefallen. Vor einem Monat reagierten die Märkte mit fallendem EURO und schwachem DAX auf die Zahlen. Wichtig dabei: Das sind Daten aus der Vergangenheit, die einen Trend zeichnen. Sie laufen nicht dem DAX voraus, sondern parallel zum Index. Deshalb ist es völlig offen, wieviel der negativen Geschäftserwartungen bereits in der aktuellen Talfahrt des DAX enthalten ist. In der aktuellen Situation signalisiert der Klimaindex für deutsche Blue Chips: Das kurzfristige Aufwärtspotential (ca. 1 Woche) ist begrenzt.

20.09.2000

Wer oder was bewegt den DAX?

In einem Reuters-Börsenkommentar wurde heute der erhöhte Ölpreis und der gefallene IFO-Index verantwortlich für den fallenden DAX gemacht. Außerdem wird in dem Bericht ein Händler zitiert: "Die Kiste ist verfahren", sagte ein Börsianer. "Es gibt keine klaren Trends - wenn nicht bald etwas an den US-Märkten passiert, haben wir ein Problem."

In der Grafik haben wir DAX, Rohölpreis und den IFO-Index einander gegenübergestellt. Dabei fällt vor allem auf, daß

1. es zwischen dem Ölpreis und dem DAX keine Wechselbeziehung gibt. Wir haben auch andere Zeiträume untersucht. Der Ölpreis konnte steigen oder fallen - er hatte in den vergangenen Jahren keinen unmittelbaren Einfluß auf den DAX.

2. der IFO-Index tatsächlich ein Indikator für den DAX darstellt. Insbesondere der Rückgang bei den Geschäftserwartungen seit Jahresbeginn markierte das Top des DAX.

ABER: Wenn wenn wir heute (20.09.) über einen Rückgang des IFO-Index sprechen, sollten wir berücksichtigen, daß es sich dabei um Zahlen handelt, die bereits sehr alt sind: Die an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen haben aufgrund ihrer Daten im August ihre Situation beurteilt. Es herrschte Flaute an der Börse und im Geschäftsleben - das Sommerloch hinterließ seine Spuren.

Seitdem fiel auch der DAX deutlich zurück und bildete bereits in den vergangenen Tagen mit dem Rückgang von 7.500 auf heute 6.726 Punkte ab, was uns von der IFO-Publikation als Neuigkeit verkauft wird. Die angeblich schlechte Nachricht aus dem Geschäftsklima ist bereits in den Kursen enthalten!

Der IFO-Indikator ist auch nicht "schlauer" als andere Trendsysteme: Die parallele Bewegung im Vergleich zum DAX zeigt lediglich den Ist-Zustand an und erlaubt als "nackte Zahl" keine Zukunftsprognosen.

Und: Die Zahl für die Geschäftserwartungen ist ein Stimmungswert, der wie alle Stimmungsindikatoren zu Übertreibungen neigt. In der Grafik ist erkennbar, wie die Schere zwischen Klima und Erwartungen kleiner wurde. Die Erwartungen sind überdurchschnittlich stark gefallen und korrigierten damit lediglich die vorherige Übertreibung nach oben, als der Erwartungsindex dem Klimaindex weit vorauslief.

Unsere positive Interpretation unter Berücksichtigung der bereits gefallenen Märkte: Beide IFO-Indikatoren befinden sich immer noch auf erhöhtem Niveau und können ihren Aufwärtstrend fortsetzen. Außerdem hat der Klima-Index Nacholpotential: Der Index startete 1991 bei 100. Wenn er heute nur bei 99 Punkten notiert, bedeutet das, daß wir von einer wirtschaftlichen Überhitzung noch weit entfernt sind. Der richtige Aufschwung steht uns erst noch bevor. Deshalb ist es nicht überraschend, daß EURO und DAX im Konzert talwärts marschieren.

Die Börse hat im Februar 2000 gejubelt, als der IFO-Index auf ein neues Zwischenhoch kletterte. Wenn sie heute betrübt ist, sollten wir das als ein antizyklisches Kaufsignal betrachten.



GERT SCHMIDT FINANZINFORMATIONEN