Startseite

Editorial

Über MOVING MARKETS

Weblog Trend Gedanken

Site Map

Impressum

Leserbriefe


Bulls/Bears-Ratio der US-Börseninformationsdienste

Hier finden Sie die Daten eines interessanten Börsendienstes grafisch aufbereitet: Das Verhältnis zwischen optimistischen und pessimistischen Börseninformationsdiensten der USA, erhoben von Investor's Intelligence, veröffentlicht in VTO Report, http://www.vtoreport.com

Börsendienste erhalten ihre Informationen überwiegend von professionellen Vermögensverwaltern, den Informationswegen der Nachrichtenagenturen und Verteilern der Presseagenturen. Deshalb bewerten wir die von Investor's Intelligence befragten US-Börsendienste und deren Redaktionen als Multiplikatoren der Profis (Vermögensverwalter und Unternehmensvorstände).

Das Bulls/Bears-Ratio spiegelt als "Stimmungs-Cocktail" die öffentliche Meinung der Profis wider. Dabei gehen wir grundsätzlich davon aus, daß Anlageentscheidungen entsprechend der veröffentlichten Meinung getroffen werden.

B U L L S / B E A R S - Ratio


** **


** **

Aktuelle Interpretation des Bulls/Bears-Ratios

03.02.2006 Ratio 2,04

Es wird spannend, weil sich der Dow Jones von seinem Tief 10.700 Punkte deutlich absetzte. Dadurch notiert er knapp unter der Hürde von 11.000 Punkten, an der er im ersten Anlauf scheiterte.

Nur noch 150 Punkte trennen den Dow Jones von einem Überraschungscoup: Vor vier Wochen rechneten zahlreiche Marktteilnehmer damit, dass der Dow Jones die Hürde überwinden würde. Weil selten das geschieht, was die Mehrheit erwartet, mußte der Index scheitern.

Seitdem verbesserte sich das Bild: Weil sich die Zahl der Optimisten reduzierte und sich die Bären etwas vermehrten, fiel das Bulls/Bears-Ratio.

Gelingt es dem amerikanischen Aktienmarkt nach oben durchzubrechen, wirkt sich die ernüchterte Stimmung positiv aus. Denn die an der Seitenlinie stehenden Marktteilnehmer werden auf dem falschen Fuß erwischt. Sie könnten ihre Positionen wieder aufbauen und so den Markt weiter nach oben treiben.

Aber weit reicht das Aufwärtspotenzial nicht: Dem neuen Hoch dürften zahlreiche neue Optimisten folgen, so dass schnell eine hohe Investitionsquote erreicht werden dürfte. Seit 2004 wirkt sich das hohe Bulls/Bears-Ratio von über 3 Punkten bremsend aus.

Für die Moving Markets Strategie bedeutet das: Es erscheint aussichtsreich, auf die Chance eines Ausbruchs nach oben zu spekulieren. Weil auch die DAX Indikatoren eine Aufwärtsbewegung erlauben, werden die LONG Zertifikate und Aktien gehalten.

27.01.2006 Ratio 2,12

Es besteht die Gefahr einer Bullenfalle, weil es den Optimisten nicht gelang, die Hürde von 11.000 Punkten zu überwinden. Deshalb gab es in den vergangenen Tagen den Verkaufsdruck. Etliche Marktteilnehmer wurden auf dem falschen Fuß erwischt, weshalb das Bulls/Bears-Ratio fiel.

Neues Aufwärtspotenzial läßt sich aus dem Indikator nicht ableiten, weil er immer noch "oben " notiert. Erst mit Überwinden von 11.000/11.100 Punkten wäre der Einstieg der Optimisten berechtigt gewesen. Bis dahin dürfte es schwierig sein, frisches Kapital zu mobilisieren.

Zur Zeit fällt das Bulls/Bears-Ratio mit dem Dow Jones. Daraus läßt sich die Regel "die Baisse nährt die Baisse" ableiten. Es besteht die Gefahr eines Abwärtstrends.

23.12.2005 Ratio 2,62

Der Dow Jones näherte sich wieder seinem 11.000 Punkte-Widerstand. Überwindet er ihn, fühlen sich die Optimisten mit ihren Käufen in den vergangenen Wochen bestätigt und legen nach. Möglicherweise haben Sie noch etwas Kapital an der Seitenlinie geparkt, mit dem Sie den Markt nach oben kaufen können.

Ideal wäre ein Anstieg über 11.000 Punkte in der umsatzarmen Zeit bis zum Jahreswechsel. Dow Jones & Co würden dann mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz steigen. Das schont die Investitionsquote und würde das Aufwärtspotenzial erhalten.

Scheitert der Dow Jones an der Marke von 11.000 Punkten, wird es eng für die Optimisten.

16.12.2005 Ratio 2,72

Es gab zwar in den vergangenen zwei Wochen einen Optimisten-Zuwachs. Aber der Dow Jones kletterte trotzdem nicht auf ein neues Zwischenhoch. Das erhöhte die Gefahr, dass der Index von der 11.000 Punkte-Marke abprallt. Denn wenn die zahlreichen Optimisten jetzt vergeblich darauf hoffen, dass der Markt steigt, werden sie nervös.

Das Problem dabei: Weil die Investitionsquote bereits hoch ist (hohes Bulls/Bears-Ratio und positive Divergenz des Dow Jones Umsatzindikators), kann kein frisches Kapital nachfließen. Folge: Der Aufwärtstrend verhungert, der Dow Jones scheitert im ersten Anlauf am 11.000 Punkte-Widerstand. Ohne Rücksetzer, ohne ein Luftholen des Marktes dürfte es kaum gelingen, die Hürde zu überwinden.

27.11.2005 Ratio 2,33

Dow Jones 10.915: Mit Überwinden der 10.800 Punkte-Marke dürfte die Hürde von 11.000 Punkten eine magnetische Anziehungskraft ausüben. Wird sie überwunden, könnte die jahrelange Seitwärtsbewegung mit einem neuen Aufwärtsimpuls beendet werden.

Das Bulls/Bears-Ratio würde es erlauben: Seit 2003 lagen obere Umkehrpunkte des Indikators oberhalb von 2,5/3,0, so dass auf dem aktuellen Niveau ein weiterer Zuwachs der Optimisten möglich ist.

Dem gegenüber steht der Rückgang des Barron's Confidence Index, der einen Ausbruch über 11.000 Punkte nicht stützt. Mögliches Szenario: Es dürfte dem Dow Jones nicht im ersten Anlauf gelingen, die Marke zu überwinden. Die Grundtendenz zeigt jedoch aufwärts, so dass das Musterdepot unverändert bleiben kann.

12.11.2005 Ratio 2,05

Jetzt wird es spannend: Überwindet der Dow Jones die Hürde von 10.700/10.800 Punkten, werden die Pessimisten der Spätsommer-, Herbsttalfahrt auf dem falschen Fuß erwischt. Dadurch wäre vorläufig die Gefahr gemildert, dass der amerikanische Aktienmarkt auf eine große Top Bildung zusteuert.

Denn seit 2004 scheiterten die Optimisten insgesamt fünf Mal an oberen Umkehrpunkten. Fünf mal erlebten sie die Schmach, zu hohen Kursen eingestiegen zu sein und fallenden Notierungen hinterher geschaut zu haben.

Aber ähnlich erlebten es auch die Pessimisten: Bei jedem Rückschlag verteidigte der Dow Jones die Unterstützung von 10.000 Punkten und schuf dadurch die Basis für den nächsten Anstieg.

Nun besteht die Chance, dass die jahrelange Seitwärtsbewegung endet: Nur noch rund 270 Punkte trennen den Dow Jones vor einem Ausbruch über die 11.000 Punkte-Hürde.

Weil die Zahl der Optimisten wächst und die Menge der Pessimisten schrumpfen kann, gibt es noch genug "Seitenwechsler", die den Aktienmarkt nach oben schieben können.

27.10.2005 Ratio 1,54

Der Dow Jones bewegte sich aus der Gefahrenzone. Er stabilisierte sich oberhalb von 10.200 Punkten, was anzeigt, dass die neuen Pessimisten den Markt nicht in die Knie zwingen konnten. Er zeigte sich erstaunlich widerstandsfähig.

Das könnte die Basis für eine Erholung sein.

17.10.2005 Ratio 1,57

Bulls/Bears-Ratio und Dow Jones fielen gemeinsam. Damit rückt die am 10.10.2005 aufgestellte These (s.u.), "die Baisse nährt die Baisse", in den Mittelpunkt.

Fällt der Dow Jones auf ein neues Zwischentief (die Marke liegt bei 10.150 Punkten), kann sich die Abwärts-Spirale weiterdrehen.

10.10.2005 Ratio 1,78

Die Zahl der Optimisten bröckelt, denn das Bulls/Bears-Ratio fiel auf den tiefsten Stand seit Mai 2005. Indem sie die Seiten wechseln, ziehen die Konsequenzen aus den Ereignissen seit dem Frühjahr:

Fünfmal wurden Anleger an die Börse gelockt, weil es angeblich aufwärts gehen sollte. Fünfmal schob sich das Bulls/Bears-Ratio dadurch auf über 2,5. Aber anstatt eines Anstiegs ging der Dow Jones jedesmal in die Knie. So ist es keine Überraschung, dass die Marktteilnehmer aussteigen.

Was bei der Betrachtung des Langfrist-Charts auffällt, dass das Verhältnis zwischen Optimisten und Pessimisten seit zwei Jahren emotional extrem aufgeladen ist. Es gab Schwankungen, die auf eine große psychische Labilität hinweisen. Die Marktteilnehmer schwankten zwischen "himmelhochjauchzend" und "melancholischbetrübt".

Solche Stimmungsschwankungen gab es selbst während der Spekulationsblase 1999/2000 nicht, obwohl es damals angemessener gewesen wäre. Es darf deshalb unterstellt werden, dass keine normale Börsensituation vorliegt: So verhält sich ein kranker Patient, kein gesunder Organismus. Eine solche These darf angesichts der ungewöhnlichen Bewegung der NYSE A/D-Linie der vergangenen Jahre aufgestellt werden (Bewertung vom 07.10.2005).

2003 erwarteten die Marktteilnehmer offenbar eine neue "Superhausse". Das läßt sich anhand des hohen Niveaus des Bulls/Bears-Ratios erkennen. Zwar kletterten die Notierungen danach auch einige Monate. Aber daran schloß sich eine viel längere Zeit der Seitwärtsbewegung an.

Deshalb ist es berechtigt, dass die Optimisten allmählich unruhig werden - zumal der Dow Jones in der vergangenen Woche an der 10.300 Punkte-Unterstützung kratzte.

Das Bulls/Bears-Ratio notiert mit einem Wert von 1,78 immer noch "oben" und bietet reichlich Luft auf dem Weg nach unten. Mögliche Indikatormechanik: Die Baisse nährt die Baisse. Fallende Notierungen gibt es, weil sich die Marktteilnehmer von der Börse zurückziehen. Das wiederum beeindruckt weitere Optimisten, die ebenfalls die Seiten wechseln und aussteigen.

Die Gefahr, dass die 10.300 Punkte-Unterstützung unterschritten wird, erscheint größer als der Ausbruch über 10.700 Punkte. Es erscheint ratsam, den möglicherweise "kranken Markt" aufmerksam zu verfolgen.

23.08.2005 Ratio 2,55

Das neue Zwischenhoch des Indikators signalisiert, dass etliche Marktteilnehmer über der 10.600 Punkte-Marke neu eingestiegen sind. Wenn jetzt der Aufwärtstrend verhungert, werden neuen Optimisten ungeduldig.

Die kritische Marke dürfte bei 10.500 Punkten liegen. Fällt der Dow Jones darunter, dürften sich die möglicherweise zittrigen Hände von ihren Papieren verabschieden. Ihre Erwartungen hinsichtlich eines neuen Aufwärtstrends würden sich dann nicht bestätigen, was Verkäufe auslösen dürfte.

Auch die Marktteilnehmer, die Ende Juni/Anfang Juli oberhalb von 10.300 Punkte an die Börse kamen, dürften dadurch allmählich unruhig werden.

Der Aufwärtstrend kann praktisch nur noch dadurch gerettet werden, indem der Dow Jones auf ein neues Zwischenhoch oberhalb von 10.700 Punkten klettert.

29.07.2005 Ratio 2,47

Mit Überwinden der 10.600 Punkte-Hürde bleibt festzustellen, dass die Optimisten im Juni richtig handelten, als sie ihre Positionen ausbauten. Dadurch wurden sie in ihrem Handeln bestätigt, was weiteren Kapitalzufluß auslösen könnte. Dadurch könnte sich eine neue Aufwärtstrend-Marktmechanik entwickeln: Die Hausse nährt die Hausse.

Im Moving Markets Depot wurde auf die veränderte Situation reagiert: Mit Thyssen-Krupp wurde ein Unternehmen der "old economy" gekauft, das parallel zum Dow Jones steigen könnte.

13.06.2005 Ratio 2,42

Nun wird es spannend: Die Pessimisten wechselten die Seiten, erkennbar anhand des gestiegenen Bulls/Bears-Ratios. Damit standen sie bereits vor dem Ausbruch über die 10.600 Punkte Hürde auf der Käuferseite.

Möglicherweise war das leichtsinnig von ihnen. Denn andere Indikatoren liefern gleichzeitig Warnsignale (z.B. NYSE A/D-Linie), was auf eine Umverteilung / Branchenrotation und dadurch Top Bildung hinweist.

Sollte der amerikanische Aktienmarkt jetzt den Rückwärtsgang einlegen, verpuffen die neuen Engagements der Optimisten. Der Verkaufsdruck wäre dann größer und würde einen neuen Abwärts-Schub einleiten.

Überwindet dagegen der Dow Jones die Hürde von 10.600 Punkten, würden sich die neuen Optimisten bestätigt sehen. Sie würden dann ihre Aktienpositionen ausbauen. Aber ob sie dadurch für weitere Kurssteigerungen sorgen können, ist ungewiß. Denn ein mahnendes Beispiel für eine Bullenfalle ist der Ausbruchversuch im März 2005, als der Dow Jones die 10.800 Punkte-Hürde überwand und dann scheiterte.

Für das Moving Markets Musterdepot bedeutet das: Die Short Positionen werden gehalten.

25.05.2005 Ratio 1,62

Auf dem Weg nach unten war der Bereich 10.400/10.600 Punkte eine wichtige Unterstützung, weil hier in den Vormonaten immer wieder die Optimisten einstiegen. Sie wurden wegen des Rückschlags im April auf dem falschen Fuß erwischt.

Auf dem Weg nach oben sieht es anders aus. Die Kurszone stellt sich als Widerstand in den Weg: Zahlreiche Marktteilnehmer sind mit einem Teil ihrer Positionen ausgestiegen und sehen nun ihre Verkaufskurse wieder. Der Dow Jones erholte sich auf 10.500 Punkte, so daß die Pessimisten wieder verkaufen könnten.

Bei 10.000 Punkten wollten sie nicht mehr aussteigen. Aber 500 Punkte höher sind die Verkaufskurse attraktiver, so daß neuer Verkaufsdruck aufkommen könnte.

Sollte der Dow Jones die 10.600 Punkte-Marke überwinden, wird es allerdings für die Pessimisten eng. Der Druck der Sorge, daß Ihnen der Markt nach oben davon laufen könnte, wird dann größer. Sie würden dann den steigenden Notierungen hinter laufen und die mögliche Rallye verstärken.

Bleibt der Dow Jones unter 10.600, werden sich die Pessimisten mit ihrem Ausstieg bestätigt fühlen. Sie dürften an der Seitenlinie stehen bleiben, abwarten und so für niedrige Umsätze sorgen.

15.04.2005 Ratio 1,59

Das Bulls/Bears-Ratio fiel mit dem Dow Jones. Für eine gründliche Konsolidierung wäre es wie 2002 und 2003 wichtig, daß der Indikator unterhalb von 1,5 bleibt. Die Zahl der Pessimisten würde sich dadurch erhöhen und die Basis für eine Stabilisierung bereiten.

Idealerweise sollte dafür die Konsolidierungsphase mit einer Seitwärts- / Abwärtsbewegung einige Wochen anhalten. Es besteht deshalb kein Grund, die Short Position des Musterdepots schnell glattzustellen.

23.03.2005 Ratio 2,24

Mit dem Rückschlag wurden die Optimisten auf dem falschen Fuß erwischt, worauf sie mit hohem Verkaufsdurck reagierten. Der Dow Jones Umsatzindikator fiel dadurch stärker zurück als der Dow Jones - ein Hinweis darauf, daß die Spekulanten, die von Dezember bis Februar in großem Umfang eingestiegen sind, sich wieder verabschiedeten.

Dadurch wird eine nützliche Marktbereinigung signalisiert. Denn wer bereits verkauft hat, kann nicht mehr für fallende Notierungen sorgen.

Ideal wäre es für den langfristigen Aufwärtstrend, wenn nun viele Börsendienste ins Bärenlager wechseln. Das würde den Dow Jones lange Zeit unter 10.500/10.600 Punkten drücken und so die Voraussetzungen für eine große Portion Pessimismus schaffen.

01.03.2005 Ratio 2,53

Weiterführung der These vom 08.02.2005: Umsätze und Bulls/Bears-Ratio kletterten moderat, was das Aufwärtspotential erhält. Sieht man davon ab, daß das Bulls/Bears-Ratio schon seit zwei Jahren "überhitzt" signalisiert, gibt es zur Zeit keine zusätzlichen Warnsignale.

Der Aufwärtstrend von US Aktien ist intakt, der Dow Jones könnte die Hürde von 10.800/10.850 Punkten überwinden. Allerdings weichen davon die Signale der DAX Indikatoren ab. Sie signalisieren eine Überhitzung, was nicht mehr zur Entwicklung der US Indikatoren paßt. Es erscheint ratsam, die Märkte mit mehr Skepsis zu betrachten.

08.02.2005 Ratio 2,15

Der erste Schritt in die richtige Richtung wurde getan: Weil sich die Zahl der engagierten Optimisten reduzierte, ließ der Verkaufsdruck nach. Der Dow Jones stabilisierte sich oberhalb von 10.300 Punkten und kletterte innerhalb weniger Tage über die 10.700 Punkte-Marke.

Nun kommt es darauf an, daß frisches Kapital nachfließt: Das Bulls/Bears-Ratio müßte steigen, damit die Optimisten wieder investieren, bzw. neue Optimisten an die Börse kommen.

Wichtig dabei: Je langsamer die Zahl der neuen Käufer steigt (= niedrige Umsätze), desto größer ist die Chance, daß genug Pessimisten an der Seitenlinie bereit stehen. Denn wechseln die Pessimisten zu schnell ihre Meinung, besteht die Gefahr, daß es nur ein kurzes Strohfeuer gibt und Anschlußkäufe ausbleiben. Der Aufwärtstrend würde verhungern.

Deshalb sollten Umsätze und Bulls/Bears-Ratio mit steigenden Notierungen niedrig bleiben. Das würde den Aufwärtstrend erhalten.

24.01.2005 Ratio 2,26

Als der Dow Jones im Dezember zulegte, geschah das mit steigendem Bulls/Bears-Ratio. Deshalb kamen von 10.400 bis 10.800 Punkten zahlreiche Optimisten an den Markt. Fällt der Dow Jones unter die 10.400 Punkte-Marke, würden diese Marktteilnehmer in die Verlustzone geraten. Sie würden dann ihre Positionen glattstellen, was zu weiteren Verlusten führen dürfte.

Aber die Zahl der "zittrigen Hände"dürfte gering sein: Aufgrund hoher Umsätze mit fallenden Notierungen dürfte ein großer Teil der auf schnelle Gewinne abzielenden Spekulanten bereits verkauft haben - erkennbar anhand des Dow Jones Umsatzindikators. Deshalb dürfte der Verkaufsdruck nachlassen. Die Chance, daß sich der Dow Jones oberhalb von 10.300/10.400 Punkten stabilisiert, bleibt erhalten.

20.12.2004 Ratio 2,9

Weil der Dow Jones in der vergangenen Woche über 10.700 Punkte kletterte, wurden die Optimisten aus der Investor's Intelligence Umfrage mit ihrer Einschätzung bestätigt. Sollte der amerikanische Aktienmarkt als nächstes im Rahmen einer technischen Abwärtsreaktion den Rückwärtsgang einlegen, droht von den Optimisten kein Abgabedruck. Sie wiegen sich in Sicherheit.

Weil dadurch die Basis für die Stabilisierung des Marktes bestehen bleibt, signalisieren das Bulls/Bears-Ratio im Zusammenspiel mit dem Dow Jones einen intakten Aufwärtstrend. Künftig muß allerdings beobachtet werden, ob die größere Portion Sorglosigkeit schon groß genug ist, den Aufschwung kippen zu lassen. Zur Zeit liegen dafür keine Hinweise vor.

10.12.2004 Ratio 2,8

Jetzt wird es spannend: Die US Börsendienste haben mit ihrem Optimismus noch etwas Gas gegeben, denn der Indikator kletterte auf den höchsten Stand seit Ende Juli. Der Aktienmarkt hat keine andere Wahl, als in den nächsten ein bis zwei Wochen zu steigen (Dow Jones über 10.750/10.800). Nur so bleibt die Aufwärtstrend-Indikatormechanik erhalten.

Bleiben Dow Jones & Co gedrückt, werden die positiven Berichte der Analysten als Luftschlösser entlarvt.

30.11.2004 Ratio 2,43

Die amerikanischen Börsendienste können nach ihren Empfehlungen vom Oktober zwar noch eine Weile auf ihrer kleinen Erfolgswelle schwimmen. Aber ähnlich wie das "smart money" des Barron's Confidence Index brauchen sie einen nachhaltigen Erfolg, um ihre Glaubwürdigkeit zu erhalten.

Die Börsenbrief-Redaktionen rieten im Frühjahr 2004 massiv zum Einstieg, als der Dow Jones bei 10.700 Punkten notierte. Seitdem kam der Markt praktisch nicht vom Fleck. Nur ein neues Zwischenhoch würde Vertrauen schaffen: Die Leser der Börsendienste würden dann den Kaufempfehlungen der Analysten mehr trauen und bereit sein, mehr Geld zu investieren. Scheitert der Dow Jones erneut, wird es kritisch.

12.11.2004 Ratio 2,6

Mit dem neuen Zwischenhoch wurden die Optimisten auf jeden Fall nicht auf dem falschen Fuß erwischt. Ihre Investments waren antizyklisch erfolgreich.

Deshalb erscheint es angebracht, hinter das am 06.11.2004 beschriebene Szenario ein Fragezeichen zu setzen; und zwar weg von einer kurzfristig bevorstehenden Top Bildung und hin zu dem Gedanken, daß auch das kaum Erreichbare - ein neuer kräftiger Anstieg - möglich sein kann.

Dazu sollten die anderen Indikatoren weitere Hinweise liefern

06.11.2004 Ratio 2,4

Nach dem erfolgreichen Test der Unterstützung von 9.800 Punkten (Bärenfalle) sahen sich die Optimisten mit ihrer Einschätzung bestätigt. Sie kauften in den vergangenen Tagen Aktien in erheblichem Umfang. Der Dow Jones Umsatzindikator kletterte deshalb deutlich stärker als der Dow Jones - mit den höchsten Umsätzen seit 12 Monaten. Aus dem Blickwinkel der Markttechnik stellt das ein Verkaufsignal dar.

Aus der Kombination von Bulls/Bears-Ratio und Umsatzentwicklung läßt sich folgende These aufstellen: Nachdem die 10.000/9.800 Punkte Unterstützung zum vierten Mal erfolgreich getestet wurde, brachen in der Investitionslaune der Marktteilnehmer alle Dämme. Sie kauften Aktien, als ob es bald keine Wertpapiere mehr geben würde - möglicherweise eine überschwengliche und voreilige Reaktion. Denn seit Anfang 2004 wurden die Optimisten ebenfalls viermal auf dem falschen Fuß erwischt.

Die hohen Umsätze bei gleichzeitig hohem Bulls/Bears-Ratio könnten deshalb bedeuten: In den vergangenen Tagen kauften überwiegend kurzfristig orientierte "schwache Hände", während sich "starke Hände" antizyklisch vom Markt verabschiedeten - eine kritische Entwicklung, die zu genauem Hinsehen ermahnt.

20.10.2004 Ratio 2,3

Trotz schwacher Kurse erhöhte sich die Zahl der Optimisten, und angesichts der erreichten Unterstützung von 9.800/10.000 Punkten erhöhten sich auch die Risiken: Rutscht der Dow Jones unter die Marke ab, werden die neu hinzugekommenen Anleger, die davon ausgingen, daß die Unterstützung hält, auf dem falschen Fuß erwischt.

Allerdings signalisiert der Dow Jones Umsatzindikator immer noch eine geringe Investitionsquote - grundsätzlich eine positive Entwicklung, die den Markt stützt.

27.09.2004 Ratio 2,18

Die Optimisten kehrten an den Markt zurück und ließen den US Aktienmarkt steigen: Bulls/Bears-Ratio und Dow Jones kletterten gemeinsam. Der Startschuß fiel mit Überwinden der 10.000er Marke, so daß eine neue Unterstützungslinie entstand. Etliche Marktteilnehmer sind oberhalb der Marke engagiert und warten nun auf weitere Gewinne.

Das hat Konsequenzen: Denn erreicht der Dow Jones in den nächsten Tagen/Wochen ein neues Hoch, werden sie in ihrer Meinung bestätigt und dürften ihre Engagements ausbauen. ABER: Fällt der Dow Jones unter 10.000 Punkte, geraten all die neuen Optimisten in die Verlustzone, so daß sie sich von ihren Investments trennen dürften. Das wäre dann nach Februar 2004 die vierte Bullenfalle.

Positiv ist es, daß die Investitionsquote, gemessen anhand des Dow Jones Umsatzindikators niedrig blieb. Das läßt Luft für Nachkäufe auf dem aktuellen Niveau (10.035 Punkte), was den Markt stabilisieren dürfte.

Wer jetzt einsteigt, handelt an einem potentiellen Tiefpunkt im gerade entstehenden neuen Aufwärtstrend.

30.08.2004 Ratio 1,31

Die Bewertung vom 26.08.2004 gilt weiterhin.

26.08.2004 Ratio 1,52

Der Dow Jones nähert sich wieder der 10.200 Punkte-Marke, während das Bulls/Bears-Ratio auf ein neues Zwischentief abrutschte.

Interpretation: Während sich die Redakteure der Börsendienste prozyklisch dem Trend anpaßten und zum Verkaufen rieten, handelte eine kleine Gruppe von Marktteilnehmern (niedrige Umsätze) antizyklisch und sammelte Aktien ein.

Dadurch wären die Voraussetzungen geschaffen, daß

1. die Pessimisten auf dem falschen Fuß erwischt werden und es

2. bei einem Anstieg des Dow Jones über 10.200/10.700 einen Seitenwechsel der Pessimisten geben kann, was

3. die Rallye beschleunigen dürfte.

Je länger das Bulls/Bears-Ratio niedrig bleibt, möglicherweise sogar unter 1,2/1,0 abrutscht und wenn der Dow Jones gleichzeitig über 9.800 bleibt, verbessern sich Woche für Woche die Chancen, daß der Ausbruch über 10.700 Punkte gelingen kann. Die erste zu überwindende Hürde liegt jedoch 500 Punkte tiefer bei 10.200 (zur Zeit 10.179).

26.07.2004 Ratio 2,63

Jetzt wird es für die Optimisten eng: Anleger, die angeregt von den US Börsendiensten im Juni eingestiegen sind, gerieten in die Verlustzone. Als der Dow Jones die Unterstützung von 10.200 Punkten unterschritt, schnappte die Bullenfalle zu. Je länger der Index unter der Marke bleibt, desto unruhiger dürften die Optimisten werden.

Das einzig Positive: Ein langsames Abbröckeln, bei dem nur wenige Marktteilnehmer ihren Irrtum erkannten, gab es nicht. Aufgrund hoher Umsätze mit fallenden Notierungen haben etliche Spekulanten ihre Positionen schon wieder glattgestellt. Zahlreiche Optimisten mit einer Schieflage dürfte es kaum noch geben.

Was sich positiv auswirken könnte: Die Zahl der optimistischen Börsendienste ist immer noch hoch. Sie könnten ihre Leser davon überzeugen, im Bereich der nächsten Unterstützungslinien 9.800 - 9.700 Punkte einzusteigen. Das könnte den Markt vorläufig stabilisieren.

Die nächste größere Optimisten-Schieflage gibt es erst auf deutlich niedrigem Niveau: Sollte der Dow Jones 8.500/9.000 unterschreiten, geraten Anleger in die Verlustzone, die vor einem Jahr eingestiegen sind. Damals explodierte das Bulls/Bears-Ratio von 1,0 auf 3,5.

20.07.2004 Ratio 2,88

Der Dow Jones fiel unter die 10.200 Punkte Marke, wobei hohe Umsätze für Ausverkaufstimmung sorgten. Dadurch wird eine ähnliche Situation wie im März signalisiert (Bewertung vom 15.03.2004, s.u.). Etliche Marktteilnehmer wurden auf dem falschen Fuß erwischt, worauf sie schnell mit Verkäufen reagierten.

Das ist ein Vorteil für die Markttechnik. Denn all die kurzfristig orientierten Optimisten, die oberhalb von 10.200 Punkten - angelockt von der positiven Berichterstattung der Börsendienste - vergeblich auf einen Ausbruch nach oben warteten, sind jetzt draußen.

Das könnte den Markt schon bereinigt haben, zumal zu erwarten ist, daß das Bulls/Bears-Ratio in der nächsten Woche den Rückwärtsgang einlegt und dadurch eine neutralere Stimmung signalisiert. Sollten andere Indikatoren aufwärts zeigen, erscheint es aussichtsreich, auf steigende Notierungen zu setzen.

07.07.2004 Ratio 3,22

Als der Dow Jones im Juni die 10.200 Punkte Hürde überwand, kletterte das Bulls/Bears-Ratio kräftig. Einige Marktteilnehmer dürften daraufhin neu investiert haben. Sie sitzen jetzt auf ihren Aktienpaketen und warten auf Kurssteigerungen.

Das läßt zwei Varianten für die künftige Entwicklung zu: Fließt kein frisches Kapital nach, dürfte der Dow Jones an der 10.500/10.600 Punkte Marke scheitern. Deshalb ist die zur Zeit erreichte 10.200 Punkte Marke besonders wichtig: Rutschen die Optimisten in eine Schieflage, werden sie ihre Juni-Investition als Fehler erkennen und verkaufen. Das wäre dann die zweite Bullenfalle des Bulls/Bears-Ratio seit Februar/März und ein möglicher neuer Trend: der Abwärtstrend.

Gestern schloß der Dow Jones bei 10.219 Punkten. Heute könnte er die 10.200 Punkte Marke wegen schwacher Vorgaben (schlechte Nachrichten aus der Softwarebranche) unterschreiten. Ob es eine Bärenfalle oder der Boden für eine neue Abwärtsbewegung wird, dürften die anderen Indikatoren zeigen (die aufgrund schwacher Neben- und Computerwerte eine Gegenbewegung nach oben erlauben würden).

21.06.2004 Ratio 3,18

Das Bulls/Bears-Ratio kletterte weiter, so daß die Bewertung vom 12.06. noch einmal zu betonen ist: Entweder der Ausbruch über 10.500/10.600 Punkte gelingt oder der Dow Jones fällt nachhaltig unter die 10.000 Punkte-Unterstützung.

Interpretation: Weil zahlreiche neue Optimisten an den Markt kamen, hat sich die Zahl der kurzfristig orientierten Spekulanten ("zittrige Hände") deutlich erhöht. Sie dürften sich schnell von ihren Engagements trennen, wenn Dow Jones und Co nicht mehr klettern. Das könnte zur Beschleunigung einer Talfahrt und damit zum Unterschreiten des Zwischentiefs von Mitte Mai (Dow Jones 9850 Punkte) führen.

Beachtenswert in dem Zusammenhang sind die Umsätze: Je weniger Marktteilnehmer mit fallenden Notierungen verkaufen, desto mehr staut sich der Verkaufsdruck auf.

12.06.2004 Ratio 2,45

Jetzt wird es spannend: Der Dow Jones testete die 10.000 Punkte-Marke erfolgreich und anschließend kehrten die Optimisten zurück. Sie gehen davon aus, daß der Dow Jones über den Widerstand von 10.500/10.600 hinweg klettert. Gelingt es ihm nicht, wäre es die zweite Bullenfalle seit Februar (Berichte von 25.02.2004 und 15.03.2004, s.u.).

Deshalb erscheint es aussichtsreich, ab sofort verstärkt auf die Warnsignale anderer Indikatoren zu achten. Werden die Optimisten wieder auf dem falschen Fuß erwischt, wäre die 10.000 Punkte-Unterstützung in Gefahr.

03.06.2004 Ratio 1,55

Keine Veränderung: Die Bewertung vom 17.05.2004 gilt weiterhin.

17.05.2004 Ratio 1,74

Die Seitwärtsbewegung der vergangenen Wochen zeigt, daß sich die Börsendienste kaum vom erfolgreichen Test der 10.000 Punkte-Unterstützung im März beeindrucken ließen. Die Zahl der Optimisten fiel kontinuierlich zurück.

Aber der Markt befindet sich in einer Situation, die mit März vergleichbar ist: Hohe Umsätze mit fallenden Notierungen könnten erneut dafür sorgen, daß sich der Dow Jones stabilisiert und zu einer Gegenbewegung nach oben ansetzt.

Der Index fiel heute zwar tiefer als im März auf rund 9860 Punkte, was Chartanalysten Kopfzerbrechen bereiten dürfte. Aber es gäbe kaum etwas Schöneres für eine Bodenbildung, wenn beim zweiten Test der Unterstützung eine Bärenfalle zuschnappt - und dann der Markt trotzdem klettert. Das ist aus dem Blickwinkel einer antizyklischen Strategie eine reizvolle Situation, um auf steigende Notierungen zu spekulieren.

Weil die Auswertung von Investor's Intelligence zeitverzögert auf Kursbewegungen reagiert, dürfte das Bulls/Bears-Ratio in der nächsten Woche noch einmal fallen - auf dem Weg in Richtung mehr Realismus.

05.04.2004 Ratio 1,84

Seit dem Test der 10.000 Punkte-Marke im März legte der Dow Jones über 500 Punkte zu. Die Einschätzung vom 15.03.2004 (s.u.) war danach richtig: Das Abwärtspotential war aufgrund der hohen Umsätze vorerst ausgereizt. Die auf dem falschen Fuß erwischten Optimisten zogen schnell aus dem Aktienmarkt ihr Geld ab, so daß kein weiteres Abwärtspotential bestand.

Interessant dabei: Der Markt stand für kurze Zeit mit einem Bein über dem Abgrund. Schon ein Prozent Kursverlust mehr beim Test der 10.000 Punkte-Unterstützung hätte für einen heftigen Kurseinbruch sorgen können. Wahrscheinlich war es eine typisch amerikanische Reaktion: Als die Lage bedrohlich wurde, weil der Aufwärtstrend fast kippte, startete eine kräftige Gegenbewegung nach oben - als ob einige Marktteilnehmer nur auf einen solchen Einbruch gewartet hätten, um wieder einzusteigen.

Aber wie werden sich jetzt, mit Erreichen der Widerstandszone 10.500/10.700, die im Februar 2004 eingestiegenen Optimisten verhalten? Werden Sie 1. auf der Verkäuferseite stehen, weil sie immer noch in großem Umfang investiert sind oder 2. neu einsteigen, weil sie ihre optimistische Sicht nachträglich doch noch bestätigt sehen?

Ziffer 1. scheidet mit hoher Wahrscheinlichkeit aus. Die Investitionsquote wurde drastisch heruntergefahren, so daß mit Erreichen der Widerstandszone kein neuer Verkaufsdruck entstehen dürfte.

Ob dann Ziffer 2. zutrifft? Das läßt sich noch nicht sagen. Ein Neueinstieg nach dem Motto "ach, der Markt steigt ja doch" könnte frühestens dann vermutet werden, wenn der Dow Jones ein neues Zwischenhoch erreicht (bislang 10.753). Aber selbst dann bleibt die Unsicherheit. Denn eine schönere Bullenfalle als ein neues Hoch bei Dow Jones und Co kann es eigentlich kaum geben.

Sollten die Märkte nach oben "gepflegt" worden sein, böte sich dann bei den Käufern eine gute Ausstiegsgelegenheit, weil sie vom Publikum einen neuen Ansturm auf Aktien erwarten.

Aber das Risiko für die "Strippenzieher im Hintergrund": Macht das Publikum nicht mit, weil z.B. externe, nicht beeinflußbare Fakten auftreten, fehlen die Abnehmer für die nach oben gekauften Papiere. Die Charttechnik liefert regelmäßig Beispiele über solche "verräterische" Fehlsignale. Deshalb: Sollte der Dow Jones über 10.750 Punkte klettern, würde die Börsenwelt noch nicht viel besser aussehen als heute.

Um die mögliche Reaktion der im Februar/März gescheiterten Optimisten zu beurteilen, geben die Umsätze Auskunft: Der 500 Punkte-Anstieg des Dow Jones fand mit niedrigem Volumen statt - ein Hinweis auf die größere Skepsis der Aktienkäufer. Das spiegelt auch das niedrigere Bulls/Bears-Ratio wider. Nur: Das vom Aktienmarkt aus den großen Blue Chips abgezogene (spekulativ eingesetzte) Kapital steht möglicherweise nicht mehr an der Seitenlinie bereit, sondern wanderte 1. in die kleineren Aktiengesellschaften, die überdurchschnittlich zulegten (massiv gestiegene NYSE A/D-Linie) und 2. in Richtung der Rohstoffmärkte, die gerade in den vergangenen Wochen (und zuvor in den vergangenen 12 Monaten) eine ungewöhnliche Hausse erlebten.

Deshalb sind folgende Thesen möglich:

1. Nach 12 Monaten überdurchschnittlich hohem Bulls/Bears-Ratio kehrte Ernüchterung ein. Die Aktienkäufer trennten sich in großem Umfang von ihren Papieren, weil sie an der Fortsetzung der Rallye bei Dow Jones und Co zweifeln. Sie stehen deshalb für neue Investitionen nicht mehr zur Verfügung, selbst wenn die Märkte ein neues Hoch erreichen sollten. Sie haben ihr Geld bereits in anderen Märkten untergebracht und warten auf ein Ereignis, das möglicherweise nur Insidern bekannt ist.

2. Die niedrigen Umsätze mit dem jüngsten Anstieg stellen kein Kaufsignal dar. Weil das meiste Kapital für Dow Jones & Co nicht mehr zur Verfügung steht (es ist bereits anderweitig investiert), kann die jüngste Rallye verhungern und in eine Top-Bildung münden. Daß die Aufwärtsbewegung auf tönernen Füßen steht, ist in der Bewertung des Umsatzindikators vom 02.05.2003 beschrieben: Damals kletterte der Markt mit hohen Umsätzen (was ein Warnsignal darstellte). Wenn heute das Ganze in umgekehrter Richtung stattfindet, also ein großer Teil des damals investierten Kapitals abgezogen wird, kann das den Trendwechsel nach unten einleiten. Danach ist es zur Zeit unsicher, ob niedrige Umsätze mit steigenden Notierungen tatsächlich zur Fortsetzung der 12monatigen Aktienrallye führen.

29.03.2004 Ratio 1,96

Der Rückgang des Indikators stellt einen Trendbruch dar. Einige Börsendienste wurden skeptischer - wenn gleich der Indikator immer noch auf hohem Niveau notiert.

Nach dem Rückgang des Bulls/Bears-Ratio kann es eine neue Handelsregel geben: Der Markt fällt, weil es mehr Pessimisten und weniger Optimisten gibt. Geschieht das, wäre der Aufwärtstrend geknackt. Die Leser der Börsendienste würde sich vermutlich enttäuscht vom Aktienmarkt (und der Trefferquote der Analysten) zurückziehen.

Ein neues Zwischentief würde die neue Entwicklung einleiten. Deshalb hat die 10.000 Punkte-Unterstützung eine herausragende Bedeutung für die Kursentwicklung in den nächsten Tagen und Wochen.

15.03.2004 Ratio 2,75

Die in den vergangenen Wochen beschriebene Gefahr einer Bullenfalle schnappte zu, aber zahlreiche Marktteilnehmer entwischten ihr. Sie zogen schnell ihren Kopf aus der Schlinge, indem sie ihre Investments verkauften (hohe Umsätze). Neues Abwärtspotential läßt sich daraus deshalb nicht mehr ableiten.

Die nächste Unterstützung liegt jetzt im Bereich 9.800/10.000 Punkte. Anfang Dezember startete hier ein kräftiger Anstieg des Bulls/Bears-Ratios, so daß einige Marktteilnehmer neu an die Börse kamen. Werden diese Anleger auch noch auf dem falschen Fuß erwischt, würde das erheblich am Vertrauen in die Börsendienste kratzen. Dann bestünde wieder die Gefahr, daß sich - wie bei früheren Top-Bildungen - die Aktionäre enttäuscht abwenden und längere Zeit von der Börse fernbleiben.

Die Gefahr ist dabei größer als während der Spekulationsblase 1999/2000. Wegen der großen Zahl der Optimisten dürfte der Leidensweg länger sein. Aber so weit ist der Markt noch nicht: Hält die Unterstützung, könnte der jüngste Rückschlag als Konsolidierung auf dem Weg nach oben angesehen werden.

25.02.2004 Ratio 3,42

Das stark gestiegene Bulls/Bears-Ratio signalisiert: Vergangene Woche kamen wieder zahlreiche Optimisten an die Börse. Sie investierten, nachdem der Dow Jones ein neues Zwischenhoch erreicht hatte und warten nun auf die Fortsetzung des Anstiegs. Darin liegt das Risiko: Gelingt es dem Dow Jones nicht bald, auf ein neues Hoch zu klettern, werden die Neu-Einstieger ungeduldig. Sie könnten ihre Kaufentscheidung als Fehler beurteilen und sich wieder zurückziehen. Das wäre dann die erste Bullenfalle seit Frühjahr 2003.

Liefert das Bulls/Bears-Ratio ein Fehlsignal, gehören auch andere Indikatoren auf den Prüfstand: Gelten die bekannten Handelsregeln noch, muß an der Strategie etwas geändert werden?

Der kritische Bereich des Dow Jones liegt bei 10.450/10.500 Punkten. Wird diese Marke unterschritten, werden die neu hinzugekommenen Optimisten auf dem falschen Fuß erwischt.

04.01.2004 Ratio 3,01

Seit Oktober hat sich in der Interpretation der Indikatorentwicklung nichts geändert (Bewertung vom 28.10.2003 weiterhin gültig, s.u.): Es gibt keine neuen Signale für eine Top-Bildung - mit einer Ausnahme: Täglich wird die Zahl der Anleger, die frisches Kapital nachschießen, kleiner. Je mehr Optimisten bereits engagiert sind, desto eher kann die Stimmung kippen.

Die Frage ist nur, wann das der Fall sein wird. Wer auf das Bulls/Bears-Ratio als Kontraindikator gesetzt hat, verlor seit Sommer 2003 als Short Seller viel Geld. Auch andere Indikatoren (z.B. die NYSE-A/D-Linie) funktionieren seit Monaten nicht mit der bekannten Marktmechanik. Deshalb erscheint es ratsam, den Dow Jones Umsatzindikator hoch zu gewichten.

Er lieferte seit Sommer 2003 keine kurzfristigen Verkaufsignale, weil er dem Dow Jones hinterherlief. Sollte sich das Blatt wenden (steigende Umsätze mit steigenden Notierungen und fallende Umsätze mit fallenden Notierungen) würde der Indikator stärker als der Dow Jones steigen und ein Verkaufsignal generieren. Dann dürfte die Investitionsquote der Optimisten so hoch sein, daß die Stimmung ihren Euphoriegipfel erreicht und die Spekulationsblase platzen kann. Bis dahin kann sich die Aufwärtsbewegung fortsetzen.

28.10.2003, Ratio 2,47

Seit 25 Wochen befindet sich das Bulls/Bears-Ratio oberhalb der Marke von 2,0 in der Euphoriezone. Im gleichen Zeitraum kletterte der Dow Jones rund 1300 Punkte, wobei er die ersten 700 Punkte in 7 Wochen erklomm und für die letzten 600 Punkte rund 17 Wochen benötigte.

Die wenigen übrig gebliebenen Bären scharren deshalb mit ihren Hufen: Wann werden die Optimisten ungeduldig und denken an Gewinnmitnahmen?

Möglicherweise ergeben sich aus der Indikatorkurve neue Hinweise: Im Chart ist erkennbar, dass die Marke von 2,4 von Bedeutung sein könnte. Hier tippte das Bulls/Bears-Ratio in den vergangenen Wochen mehrfach auf, um sich anschließend wieder nach oben zu verabschieden. Sollte der Indikator in den nächsten Wochen unter die Marke abrutschen, wäre das ein erster Hinweis auf neue Skepsis. Ein Teil der Börsendienste würde dann von der optimistischen Sicht abrücken, was Gewinnmitnahmen auslösen könnte.

Außerdem bleibt die Dow Jones-Unterstützung von 9.000 Punkten wichtig: Solange der Index über der Marke notiert, fühlen sich die Optimisten mit ihren Engagements pudelwohl.

Außer der Tatsache, dass die Zahl der Pessimisten mit jeder Woche kontinuierlich kleiner wird und deshalb immer weniger frisches Kapital nachfließen kann, gibt es noch keine neuen Hinweise auf eine Top-Bildung.

13.10.2003, Ratio 2,48

Die Märkte scheinen in der Lage zu sein, die Spekulationsblase weiter wachsen zu lassen. Obwohl kaum mehr neue Optimisten mobilisiert werden konnten, kletterten die US Indizes auf neue Zwischenhochs. Dadurch dürften sich die bereits engagierten Anleger ermutigt sehen, ihre Positionen auszubauen.

Mögliche Marktmechanik: Solange die wenigen Pessimisten regelmäßig auf dem falschen Fuß erwischt werden, kann der Aufwärtstrend intakt bleiben.

Aber wegen der hohen Zahl der Optimisten liegt das mittel-bis langfristige Risiko auf der Long-Seite: Beginnen die bereits engagierten Marktteilnehmer mit Gewinnmitnahmen, drohen kräftige Verluste. Weil die US Börsendienste überwiegend unkritisch Informationen weitergeben, dürften Berichterstatter mit einer skeptischen Grundhaltung als "Spielverderber" dastehen - die Spekulationsblase 1999/2000 lässt grüßen.

06.10.2003, Ratio 2,8

Es ist noch keine Entscheidung gefallen, weil der Dow Jones immer noch über der Unterstützung von 9000 Punkten notiert und das Bulls/Bears-Ratio unverändert hoch ist. Das Szenario vom 25.08.2003 gilt weiterhin: Solange der Dow Jones über 9.000 Punkten notiert, haben die Optimisten gute Gründe, zuversichtlich in die Zukunft schauen.

ABER: Gibt es nicht bald ein neues Hoch, dürfte die Front der kämpfenden Bullen bröckeln. In der vergangenen Woche fielen die Märkte bereits mit hohen Umsätzen. Das war bereits der Anfang der möglichen Topbildung.

25.08.2003, Ratio 2,99

Neues Hoch beim Dow Jones - jetzt heißt es für short seller aufzupassen. Denn die zahlreichen Optimisten wurden in der vergangenen Woche mit ihrer Einschätzung bestätigt, so dass sie, wenn sie die Möglichkeit dazu haben, weiteres Kapital nachschießen werden.

Erst mit Unterschreiten von 9000 Punkten gäbe es ein neues Verkaufsignal. Bis dahin kann der Markt seine Aufwärtsbewegung fortsetzen - selbst wenn auf den ersten und zweiten Blick aufgrund anderer Indikatoren vieles für fallende Kurse sprechen würde. Riesige Bullenfalle oder Aufwärtstrend?

03.08. 2003, Ratio 2,88

Die seit Mai 2003 neu hinzu gekommenen Optimisten können sich noch beruhigt zurücklehnen. Ein großer Teil von ihnen ist im Bereich 8500/9000 Punkte an den Markt zurückgekehrt und konnte seitdem Gewinne verbuchen.

Für die letzten Optimisten, die ab Mitte Juni Aktien kauften (Anstieg des Bulls/Bears-Ratio von 2,5 auf über 3,5), wird es dagegen eng: Sie orderten überwiegend oberhalb von 9000 Punkten und würden bei Unterschreiten der Kursmarke in die Verlustzone geraten. Für die Spekulation aufsteigende Kurse stellt die 9000 Punkte-Unterstützung deshalb eine wichtige Marke dar.

Sollte der Dow Jones kein neues Hoch mehr erreichen, werden die Erwartungen der seit Juni engagierten Optimisten enttäuscht. Das könnte zu neuen Verkäufen führen.

Gelingt es dem Standardwerte Index jedoch, über die Hürde von 9353 hinwegzuklettern, werden die Optimisten in ihrer Einschätzung bestätigt, was zu weiteren Kurssteigerungen führen dürfte.

21.07. 2003, Ratio 3,37

Mit hohen Werten von über 2,0 notiert der Indikator seit über zwei Monaten in der antizyklischen Verkaufsignal-Zone. Nur: Der Markt fällt nicht. Es erscheint deshalb ratsam, eine grundsätzliche Überprüfung der Einschätzung vorzunehmen.

Wegen der besonders hohen Zahl der Optimisten ist es möglich, dass eine Art "Initialzündung" stattgefunden hat. Sollte in den vergangenen Wochen der Grundstein für einen neuen Aufschwung gelegt worden sein?

Bislang gibt es noch keine Hinweise dafür, dass es einen grundlegenden Trendwechsel gegeben hat. Skepsis bleibt deshalb weiterhin angebracht. Aber sollte es dem Dow Jones gelingen, ein neues Zwischenhoch zu erreichen (bisher 9353), wäre ich bereit, die kritischen Bewertungen seit dem 23.03.2003 aufzugeben. Bis dahin gilt eine neutrale Position mit wachsamem Blick für beide Richtungen.

07.07.2003 Die Bewertungen seit 23.03.2003 gelten weiterhin.

26.05.2003, Ratio 2,68

Der Indikator befindet sich auf dem höchsten Niveau seit Beginn des Beobachtungszeitraums Mitte 1998 - ein starkes Verkaufsignal, das die Bewertung seit 13.05.2003 (s.u.) unterstreicht.

19.05.2003, Ratio 2,28

Die aktuelle Situation ist nicht mit Herbst 1998 vergleichbar. Damals hatten die Notenbanken noch die Möglichkeit, Zinsen zu senken (unvergessen ist die Initialzündung durch die überraschende Zinssenkung am 15.10.1998, Bericht vom 16.10.1998). Damals funktionierte das Schönreden der Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft noch. Heute, nach 3 Jahren Baisse und (Ent-)Täuschungen an den Märkten, dürfte eine solche Stimmungmache wirkungslos verpuffen.

Mit der Zahl der Optimisten wächst die Investitionsquote der Marktteilnehmer: Je länger der Indikator auf hohem Niveau notiert, desto kräftiger dürfte der anschließende Rückschlag verlaufen.

13.05.2003, Ratio 2,29

Am Ende einer Rallye steht regelmäßig die euphorische Übertreibung. Wer seit März auf ein entsprechendes Signal gewartet hat, wird jetzt bestätigt: Mit dem aktuellen Wert von 2,29 signalisiert das Bulls/Bears-Ratio eine kräftige Zunahme der Optimisten und Abnahme der Pessimisten.

Möglicherweise hängt die Euphorie der US-Börsendienste mit der stark gestiegenen NYSE A/D-Linie zusammen: Viele Aktien kletterten in den vergangenen Wochen, so daß sich etliche Berichterstatter in ihrer positiven Einschätzung bestätigt sahen.

Dazu eine Statistik: Seit dem 15. April erreichten 3.030 Titel an der NYSE ein neues Hoch, während nur 254 Aktien ein neues Tief markierten - kein Wunder, daß die Optimisten, die häufig auch noch charttechnisch orientiert arbeiten, so glücklich sind.

ABER: Wer den steigenden Notierungen folgt, dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Bullenfalle landen.

23.03.2003, Ratio 1,32

Das Bulls/Bears-Ratio war zu kurz unter der Schwelle von 1,2. Es besteht deshalb die Gefahr, daß es sich bei der aktuellen Aufwärtsbewegung lediglich um eine technische Reaktion im Abwärtstrend handelt.

17.03.2003, Ratio 1,06

Dritte Woche der Konsolidierung.

11.03.2003, Ratio 1,09

Registriert wird die zweite Woche, in der das Bulls/Bears-Ratio unter dem Schwellwert von 1,2 notiert - erst der Anfang einer mehrwöchigen Bodenbildung.

02.03.2003, Ratio 1,12

Die erste Konsolidierungswoche

Für eine erfolgreiche Konsolidierung des Zusammenspiels zwischen Optimisten und Pessimisten wurde in den vergangenen Jahren folgende Handelsregel aufgestellt:

Notiert das Bulls/Bears-Ratio nach einer Euphoriespitze über 2,0 mindestens 10 Wochen hintereinander unter dem Schwellwert von 1,2, dürfte die Zahl der Pessimisten groß genug sein, um eine Wende nach oben einzuleiten.

Auf die aktuelle Situation übertragen bedeutet das: Der Markt benötigt bis mindestens Anfang/Mitte Mai Zeit, um eine Bodenbildung einleiten zu können. In der Zeit sollte das Bulls/Bears-Ratio möglichst ohne Unterbrechung unter 1,2 bleiben.

23.02.2003, Ratio 1,23

Die Optimisten haben gemerkt, daß sie zu früh auf steigende Kurse setzten und zogen ihre Sichtweise zurück. Seit Frühjahr 2000 wäre das der sechste Irrtum der Börsendienste, wenn der DOW JONES ein neues Zwischentief erreicht.

Das dürfte schwerwiegende, aber letztendlich wünschenswerte Folgen haben:

* Etliche Leser der Dienste dürften ihre Abonnements kündigen.

* Die Anzahl der Börsenpublikationen dürfte sich nach dem möglichen neuen Zwischentief verringern (= weniger Leser, weniger Anzeigenkunden).

* Die Spekulanten werden weniger, was dem Markt Liquidität entzieht. Das geringere Interesse des Publikums sorgt für niedrige Umsätze, was eine wichtige Voraussetzung für eine Stabilisierung des Marktes darstellt.

Allerdings ist es nicht absehbar, wie lange eine solche Phase dauern könnte: Monate, Jahre?

05.01.2003, Ratio 1,91

Das Bulls/Bears-Ratio notiert auf unverändert hohem Niveau, was anzeigt, daß die Zahl der bereits engagierten Optimisten hoch ist. Zu viele Marktteilnehmer haben sich mit Aktien eingedeckt und warten auf Gewinne, so daß die Stimmung stark angeheizt ist. Es fehlen die Pessimisten. Nur sie können, wenn sie ihre Meinung ändern, den Markt nach oben treiben. Es bleibt riskant, auf steigende Kurse zu setzen.

24.11.2002, Ratio 2,0

Nach den Umsatzindikatoren signalisiert jetzt auch das Bulls/Bears-Ratio eine Überhitzung des Marktes. Der Indikator kletterte dabei so stark in die Überhitzungszone, daß die positive Wirkung der vorherigen Konsolidierungsphase aufgehoben wurde (Bericht vom 05.11.2002, s.u.). Das Kaufsignal vom Oktober löste sich dadurch auf. Der Indikator liefert keinen positiven Aspekt mehr. Er läuft im Einklang mit den Umsatzindikatoren, die eine massive Überhitzung des Marktes anzeigen. Es besteht die Gefahr, daß der Markt in eine Bullenfalle geraten ist.

05.11.2002, Ratio 1,5336

Nach der mehrwöchigen Rallye war es zu erwarten, daß die Zahl der Optimisten steigt und die Pessimisten weniger werden. Der Anstieg des Bulls/Bears-Ratios liefert jedoch keine neuen Erkenntnisse: Die Konsolidierung seit dem Frühjahr dauerte lange genug, um ein Kaufsignal zu generieren. Das Hin- und Herpendeln danach spielt vorläufig keine Rolle und ist kaum aussagekräftig. Erst wenn der Indikator über 1,8/2,0 klettert, würde ein neuer Zyklus mit Überhitzungserscheinungen beginnen. Also: Das mittel- bis langfristige Kaufsignal bleibt intakt.

Das aktuelle Problem der Märkte läßt sich nicht mit den Untersuchungen von Investor's Intelligence lösen: Die Umsätze waren mit dem Anstieg zu hoch, um von einem ausreichenden Pessimismusgrad sprechen zu können. Offenbar wird das Bulls/Bears-Ratio von den Marktteilnehmern allzu statisch und isoliert betrachtet. Viele Anleger wissen inzwischen, daß es ratsam ist, antizyklisch zu investieren. Ein Marktbeobachter, der den Pessimismus der US-Börsenbriefe als Entscheidungsgrundlage wählen würde, müßte danach auf der Käuferseite stehen.

So führte der Wunsch, gegen den Trend zu investieren, nach den Erfahrungen mit den Herbstaufschwünge in den vergangenen Jahren zu einer Massenbewegung. Und das ist wiederum kritisch zu sehen: Denn wenn die Mehrheit antizyklisch vorgehen will, handelt es sich nicht mehr um eine Entscheidung von Minderheiten. So lassen sich die hohen Umsätze erklären. Wer in einer solchen Situation den Turnaround auf keinen Fall verpassen will, handelt übereilt und - wie anhand der hohen Umsätze belegbar - mit den massenmedienbewegten Anlegern. Das ist ein wichtiger Grund, der aktuellen Rallye nicht hinterherzulaufen.

20.10.2002, Ratio 0,66

Der Indikator fiel trotz einer kräftigen Bärenmarktrallye auf das niedrigste Niveau seit mindestens 4 Jahren! Die Börsenbriefredaktionen trauen dem Anstieg nicht. Das ist überraschend, denn nach 14 Prozent Kursgewinn in 7 Tagen wäre eine verbesserte Stimmung der Journalisten naheliegender gewesen.

Außerdem gefällt es mir gar nicht, im gleichen Boot der Kollegen zu sitzen: Denn wenn der "Gegner" die eigene Meinung vertritt, könnte es sein, daß man etwas übersehen hat.

Die Interpretation der neuen Zahl fällt schwer. Sie ist als Kontraindikator genauso geeignet, wie die Annahme, daß mit den kritischen Berichten der Börsendienste etliche Anleger zu kurzfristigen Verkäufen angeregt werden.

Das langfristige Kaufsignal des Bulls/Bears-Ratios bleibt jedoch bestehen: Die Talfahrt des Indikators hält lange genug an, so daß die Zahl der Pessimisten groß genug ist. ABER: Erst wenn auch die anderen Indikatoren aufwärts zeigen (z.B. Umsatzindikatoren nach Panikverkäufen), erscheint es ratsam, auf steigende Kurse zu setzen. Dieses Ziel rückte jedoch wegen der jüngsten Ereignisse (überdurchschnittlich hohe Umsätze mit steigenden Kursen) in weite Ferne. Weil das Bulls/Bears-Ratio allein nicht aussagefähig genug ist, müssen weitere Daten abgewartet werden. Die Bodenbildung kann im Zweifel genauso lange dauern, wie die Top-Bildung nach der Rallye 1999/2000.

13.10.2002, Ratio 0,79

Die eindrucksvolle Rallye des DOW JONES um 564 Punkte (+ 7,7 Prozent in den vergangenen zwei Tagen) ist noch nicht in der Umfrage von Investor's Intelligence enthalten, weshalb der Indikator zurückfiel. Aber wirklich neue Faktoren zur Trendbeurteilung liefert das Bulls/Bears-Ratio trotzdem nicht (Bericht vom 03.09.2002, s.u.).

Weil das Kaufsignal bereits vorliegt, kommt es jetzt ausschließlich auf die Umsatzindikatoren an. Sie müssen erst eine vollständige Marktbereinigung liefern, was bisher nicht erkennbar sind: Es fehlen Panikverkäufe mit hohen Umsätzen und (wichtig!) geringes Interesse mit niedrigen Umsätzen bei einem Anstieg. Klettern die Märkte mit hohem Umsatz, sind immer noch zu viele Spekulanten, zittrige Hände, am Werk, die zwar bereit sind, schnell einzusteigen. Aber ziehen ebenso schnell ihr Geld ab, weil sie nur an kurzfristigen Gewinnen interessiert sind. So kann kein Aufwärtstrend starten, was das Abwärtspotential erhält.

03.09.2002, Ratio 1,45

Nachdem der Indikator längere Zeit auf niedrigem Niveau blieb, ist die Voraussetzung für ein Kaufsignal erfüllt. Deshalb ist es in den nächsten Wochen nicht mehr so wichtig, welche Werte er erreicht. Der aktuelle Wert von 1,45 spielt daher eine untergeordnete Rolle. Die Zahl der Pessimisten dürfte aufgrund des Bulls/Bears-Ratios niedrig genug sein, um eine Trendwende herbeizuführen.

Aber der Indikator ist für sich allein genommen noch nicht aussagekräftig und trendgebend genug. Nur im Konzert mit anderen "Stimmungsinstrumenten" erfüllt er seine Funktion. Deshalb: Es fehlt die Bestätigung durch andere Indikatoren (z.B. sehr hohe Umsätze mit fallenden Notierungen), daß die Wende nach oben kommen kann.

24.08.2002, Ratio 0,91

10. Woche, in der der Stimmungsindikator auf niedrigem Niveau notiert. Damit erreichte er das Pessimismus-Niveau von 1998, was eine der wichtigsten Bedingungen für eine Stabilisierung und Trendwende nach oben darstellt. Wenn in den nächsten Wochen auch die anderen Indikatoren (z.B. Umsatzindikatoren) Kaufsignale liefern, könnte das Tal der Tränen - vorläufig - durchschritten sein.

In der Nähe des potentiellen unteren Wendepunktes ist noch einmal große Aufmerksamkeit gefordert. Denn bei einem Trendwechsel, wenn er denn wirklich irgendwann kommt, verändern sich die Marktzusammenhänge, was alles bisher bekannte über den Haufen wirft: So könnten die täglich berechneten Stimmungsindikatoren entsprechend ihrer Baisse-Handelsregeln Verkaufsignale liefern, aber die Märkte steigen trotzdem. Wer dann zu lange an short-Engagements festhält, könnte auf der falschen Seite stehen.

Für die aktuelle short-Position bedeutet das: Solange sich die Märkte entsprechend ihrer Baisse-Handelsregeln abwärts bewegen, bleiben short-Positionen aussichtsreich. Aber sollte es jedoch ein plötzliches Durcheinander bei den Indikatoren geben und klettern die Märkte überraschend weiter, gehört die kritische Haltung gegenüber den Märkten auf den Prüfstand!

14.07.2002, Ratio 1,08

War der Anstieg des Indikators in der vergangenen Woche ein einmaliger Ausrutscher? Dann könnten wir die Zeitreihe "Bulls/Bears-Ratio unter 1,2 = Pessimismus" heute anders fortschreiben: 4. Woche, in der der Stimmungsindikator auf niedrigem Niveau notiert. Damit fehlen noch mindestens 8 bis 6 Wochen schlechte Stimmung, um auch noch den letzten Optimisten das Fürchten zu lernen und damit die Basis für eine gründliche Stabilisierung zu bekommen.

06.07.2002, Ratio 1,29

Die Konsolidierung wurde wieder viel zu früh beendet, weil der Indikator über die Schwelle von 1,2 kletterte. Offenbar können es die Börsendienst-Redaktionen nicht lange ertragen, eine kritische Meinung zu den Märkten zu haben. Laufen ihnen ansonsten die Abonnenten davon?

Niemand will die angeblich fällige Aufwärtsbewegung verpassen, so daß sie schnell bereit sind, bei den ersten Anzeichen einer Bodenbildung auf steigende Kurse zu setzen. Dazu eine Prognose, was in der nächsten Woche geschehen könnte: Sollte der DOW JONES über 9.000 Punkte bleiben oder sich sogar oberhalb von 9.200 Punkten stabilisieren, dürfte die Zahl der Optimisten erheblich wachsen.

Ich bleibe dabei: Ohne mehrwöchige Stimmungstalfahrt dürfte es keinen soliden Turnaround geben. Die aktuelle Aufwärtsbewegung stellt deshalb lediglich eine technische Reaktion dar.

01.07.2002, Ratio 1,16

2. Woche, in der der Indikator unter der Schwelle von 1,2 notiert: Im Idealfall bleibt der Indikator jetzt mehr als 8 bis 10 Wochen auf niedrigem Niveau, um eine ausgiebige Konsolidierung zu ermöglichen.

16.06.2002, Ratio 1,24

Der Indikator befindet sich auf dem richtigen Weg in die Konsolidierung. Damit der Blick durch die rosa Brille vollständig beseitigt werden kann, sollte das Bulls/Bears-Ratio einige Wochen auf dem niedrigen Niveau bleiben.

Kritisch wird es, wenn die Optimisten zu schnell an die Börse zurückkehren. Sie könnten dadurch für eine neue Spekulationsblase sorgen. Drücken Sie die Daumen, daß die schlechte Stimmung eine Weile anhält!

09.06.2002, Ratio 1,56

Endlich fällt der Indikator! Ich verbinde damit die Hoffnung, daß er nun in eine Konsolidierung (unter 1,2) hineinfällt, von der er sich nicht so schnell wieder erholt. Vielleicht gelingt das sogar ohne weitere Kurseinbrüche. Denn auch eine mehrmonatige Seitwärtsbewegung würde an den Nerven der Optimisten zehren. Sie würde ausreichen, die Spannung herauszunehmen und den Boden für eine Stabilisierung der Märkte zu bereiten.

12.05.2002, Ratio 1,85

Der DOW JONES Umsatzindikator zeigte in der vergangenen Woche eine positive Divergenz, woraus zu schließen war, daß viele Optimisten auf steigende Kurse setzten (US-Analyse vom 10.05.2002). Mit dem aktuellen Bulls/Bears-Ratio wird die Vermutung anhand einer handfesten Statistik bestätigt: Die Zahl der Optimisten ist fast doppelt so hoch, wie die Zahl der Pessimisten. Im intakten Abwärtstrend ist das kritisch: Denn erreichen die Indizes neue Zwischentiefs, wächst die Ungeduld und Enttäuschung der Anleger, was die Talfahrt beschleunigen könnte.

Außerdem gilt immer noch die Bewertung vom 10.03.2002 (s.u.): Die Konsolidierung im Herbst 2001 war zu kurz, so daß eine vollständige Marktbereinigung erst noch bevorstehen dürfte.

14.04.2002, Ratio 1,7

Das Risiko wächst: Die im Mittelpunkt der Börsenberichterstattung stehenden Blue Chip-Indizes erreichten neue Zwischentiefs. Deshalb besteht die Gefahr, daß der Anstieg des Bulls/Bears-Ratios einen oberen Wendepunkt markiert, vergleichbar mit ähnlichen Situationen seit Beginn der Baisse Anfang 2000.

07.04.2002, Ratio 1,89

Mit dem neuen Zwischenhoch des Indikators sind die Chancen für eine Aufwärtsbewegung des DOW JONES gestiegen: Neue Optimisten könnten mobilisiert werden, die frisches Kapital an die Börse bringen. Der DOW JONES fiel seit dem vorherigen Kommentar von 10.427 auf das Zwischentief 10.140 zurück, so daß der erste Teil des Szenarios vom 24.03. aufging. Als nächstes könnte die Gegenbewegung nach oben in Richtung 10.600 Punkte stattfinden.

Wichtig dabei: Das Zwischentief vom 03.04. bei 10.140 Punkten darf nicht unterschritten werden. Einige Anleger könnten sich dann von den Börsendiensten zunehmend "verschaukelt" fühlten. Denn seit Erreichen des Widerstands von 10.600 Punkten nahm die Zahl der optimistischen Redaktionen kontinuierlich zu, und trotzdem fiel der DOW JONES. Damit beginnt die Phase, in der die Abonnenten der Börsendienste nicht nur Erfolgsgeschichten lesen, sondern Gewinne im eigenen Depot verbuchen wollen.

Das ist das Risiko: Die Ungeduld wächst mit jedem Tag einer Seitwärtsbewegung des Marktes, so daß das steigende Bulls/Bears-Ratio wie im Sommer 2001 wirkungslos verpuffen könnte.

24.03.2002, Ratio 1,81

Der Indikator näherte sich dem Euphorie-Niveau, lieferte aber noch keine Hinweise darauf, wie sich die Märkte kurzfristig bewegten werden. Sowohl ein Rückschlag, als auch ein erneuter Anstieg lassen sich herauslesen. Gemäß Barron's Confidence Index können in den nächsten Wochen steigende Kurse erwartet werden.

Mögliches Szenario: 1. Rückgang bis zur Unterstützung 10.150/10.250, leichter Rückgang Bulls/Bears-Ratio. 2. erneuter Test von 10.600, Anstieg Bulls/Bears-Ratio. 3. Überschreiten von 10.700 (11.000?), Bulls/Bears-Ratio über 2,0 = Verkaufsignal.

10.03.2002, Ratio 1,64

Angesichts der Kurssteigerungen seit vergangener Woche (DOW JONES + 4,6 Prozent, NASDAQ100 + 14,4 %) kamen überraschend wenig neue Optimisten hinzu. Das signalisiert etwas Unsicherheit über die weitere Kursentwicklung, aber leitet keine Veränderung unseres Szenarios ein:

Das Bulls/Bears-Ratio ist im vergangenen Herbst viel zu schnell gestiegen, so daß die Bodenbildung zu kurz verlief, um eine stabile Basis zu ermöglichen. In der Bewertung vom 18.11.2001 (s.u.) erschien eine Aufwärtsbewegung in Richtung 10.500 Punkte möglich. Das ist jetzt geschafft.

Damit knüpfen wir wieder an die These vom 24.06.2001 an: Eine Aufwärtsbewegung des Aktienmarktes kann erst dann als solide eingestuft werden, wenn ein ausgiebiges Tal der Tränen durchschritten wurde, d.h. das Bulls/Bears-Ratio sollte dafür mindestens 10 Wochen lang unter 1,2 bleiben. Erst dann dürfte die Zahl der Pessimisten groß genug sein, daß Spekulationsblasen keine Chance mehr haben.

Solange überwiegend zittrige Hände als Käufer auftreten und sich Langfrist-Anleger zurückhalten (Barron's Confidence Index), bleibt die Gefahr neuer Tiefstände erhalten. Der DOW JONES dürfte deshalb bald eine Top-Bildung zeigen.

03.03.2002, Ratio 1,47

Wichtig bei der jüngsten Datenerhebung von Investor's Intelligence: Die Rallye vom Freitag (Anstieg von 10.106 auf 10.368) ist noch nicht enthalten. Zum Zeitpunkt der Umfrage notierte der DOW JONES unter dem charttechnisch bedeutsamen Zwischenhoch von 10.300, so daß die Börsenbrief-Redaktionen den Ausbruch nach oben nicht berücksichtigen konnten. Sollte sich der DOW JONES bis nächster Woche oberhalb von 10.150/10.200 behaupten, müßte deshalb die Zahl der Optimisten deutlich zunehmen. Wir unterstellen dabei, daß die Mehrheit der Analysten und Börsenberichterstatter dem Trend folgt, bzw. Trendfolge-Analysesysteme einsetzt und damit erst nachträglich auf neue Ereignisse reagiert.

Die hohe Zahl der Optimisten wird sich außerdem bestätigt sehen: Sie erwarteten den Anstieg, und der DOW JONES folgte den Erwartungen.

Aber wer Parallelen zu den Turnaround-Situationen von 1998 und 1999 erwartet, übersieht zwei Faktoren:

1. Das Bulls/Bears-Ratio hatte in beiden Fällen ein länger anhaltendes, niedriges Niveau. Dieses "Tal der Tränen" wurde selbst durch die Krisenstimmung auf den Technologiemärkten und nach dem Anschlag auf das World Trade Center in New York noch nicht durchschritten.

2. Die wirtschaftlichen Voraussetzungen waren vollkommen anders: Damals befand sich z. B. das Verbrauchervertrauen innerhalb des langfristigen Aufwärtstrends (seit Anfang der 90er Jahre), während es seit ca. 14 Monaten einen neuen Abwärtstrend eingeschlagen hat.

Es besteht deshalb weiterhin die Gefahr, daß die Börsendienste eine Zuversicht zeigen, die der aktuellen Lage nicht angepaßt ist. Der Ausbruch über 10.300 Punkte müßte dann sogar als euphorische Übertreibung angesehen werden. Ähnlich läßt sich zur Zeit auch der ifo-Geschäftsklimaindex interpretieren.

24.02.2002, Ratio 1,64

Daß der Markt noch nicht einknickte, hat Gründe: Wenn wir der "Masse" der Börsendienste eine gewisse Trägheit zubilligen, dauert es ein paar Wochen, bis die Optimisten merken, daß sie sich irrten. Schließlich kämpfen auf der Bullenseite bedeutende Schwergewichte: politische Entscheidungsträger, die Notenbanken, Volkswirte mit aufwärts zeigenden Kennzahlen - und Medien, die von positiver Berichterstattung profitieren.

Gegen eine solche Übermacht eine antizyklisch-negative Meinung öffentlich zu formulieren, ist eine besondere Herausforderung. Der Analyst könnte sich der Lächerlichkeit preisgeben und sich sogar mit der Drohung einer Kündigung durch den Arbeitgeber konfrontiert sehen. Die Vorgaben haben einen redlichen Hintergrund: In der Rezession sind negative Einschätzungen schädlich und damit unerwünscht. In schlechten Zeiten möchte das Publikum gute Nachrichten lesen. Alles andere würde die Auflage senken, und Werbekunden könnten sich zurückziehen.

Was wir noch nicht wissen: Kann ein solches System tatsächlich funktionieren und einen Aufschwung mit steigenden Gewinnen herbeiführen? Die jüngsten Ereignisse zu möglichen Bilanzmanipulationen der Großkonzerne zeigen, daß in der Vergangenheit schwache Unternehmen profitieren. Es besteht die Gefahr, daß die Basis der Bodenbildung auf tönernen Füßen steht.

10.02.2002, Ratio 1,68

Der DOW JONES reagierte noch nicht auf die verschlechterte Stimmung, denn die Talfahrt fand bisher auf einer anderen "Baustelle" statt. Der NASDAQ100-Index fiel in den vergangenen 10 Tagen um 6,8 Prozent, während der DOW JONES nahezu unverändert blieb.

Die Blue Chips der Old Economy profitierten von der Schwäche der Technologiemärkte. Aber das dürfte nicht lange anhalten: Wegen der Flucht in angeblich angeblich solidere Unternehmen, werden die DOW JONES-Werte immer teurer. Kann das Gewinnwachstum nicht mithalten, sind auch hier Kursverluste vorprogrammiert. Die Situation ähnelt weiterhin der Entwicklung vom Sommer 2001.

23.01.2002, Ratio 2,22

Die Indikatoren zeigen ein interessantes Zusammenspiel: Während der Barron's Confidence-Index anzeigt, daß Geld aus dem Aktienmarkt abgezogen wird, verbreiten die Börsendienste weiterhin gute Laune. Die große Mehrheit der Analysten geht davon aus, daß sich der Markt in einer Konsolidierungsphase befindet, an deren Ende es nur noch aufwärts gehen kann. Das könnte ein großer Irrtum sein, denn eine ähnliche Situation gab es im Frühjahr 2001 schon einmal: kurz vor einem 1.000 Punkte-Rückschlag des DOW JONES.

Weil auch technische Indikatoren einen rückschlaggefährdeten Markt signalisieren (z.B. stark gestiegene A/D-Linie, DOW JONES nur noch knapp über der charttechnischen Absturzmarke von 9.700 Punkten), interpretieren wir das Bulls/Bears-Ratio als Kontraindikator. Weil die Mehrheit der Marktteilnehmer bereits auf steigende Kurse gesetzt hat und gleichzeitig Kapital abgezogen wird, bestehen erhebliche Gefahren für den Aufwärtstrend. Es erscheint weiterhin riskant, auf steigende Kurse zu setzen.

13.01.2002, Ratio 2,32

Wem bisher zur Top-Bildung die euphorische Übertreibung des Bulls/Bears-Ratio fehlte, kann nun einen wichtigen Baustein für eine skeptische Betrachtung des Aktienmarktes hinzufügen. Denn die Statistik der vergangenen Jahre spricht gegen einen weiteren Anstieg: Dreimal kletterte der Indikator seit 1998 über die Euphorie-Marke von 2,2. Einmal gelang dem Aktienmarkt ein kräftiger Anstieg (1998 nach einer überraschenden Zinssenkung der US-Notenbank), und zweimal (Sommer 1998 und Sommer 2001) folgten kräftige Kursverluste.

Zur Zeit weisen auch andere Indikatoren darauf hin, daß sich die Märkte in einer Situation befinden, die mit der Entwicklung vom Sommer 2001 vergleichbar ist. Wir bezeichneten damals den Kursanstieg als "kollektiven Irrtum" der Analysten, Wirtschaftsforscher, Politiker und Aktionäre. Mit dem jüngsten Anstiegs des Bulls/Bears-Ratios besteht wieder die Gefahr, daß etliche Marktbeobachter und Marktteilnehmer in eine Bullenfalle hineinliefen.

30.12.2001, Ratio 1,77

Bulls/Bears-Ratio und DOW JONES erreichten gemeinsam ein neues Zwischenhoch, was den intakten Aufwärtstrend signalisiert:

mehr Optimisten + steigende Kurse = Aufwärtstrend

Allerdings ist es wünschenswert, daß der DOW JONES noch mehr zulegt, um sich von seinem bisherigen Zwischenhoch von Anfang Dezember deutlicher abzusetzen. Der Bereich 9.700/10.000 Punkten bleibt die Basis für den Aufwärtstrend (Bewertung vom 16.12.2001).

16.12.2001, Ratio 1,53

Das Bulls/Bears-Ratio bekam Mitte November einen entscheidenden Schub, was den DOW JONES klettern ließ. Die neu hinzu kommenden Optimisten waren für den Anstieg verantwortlich. Interessant ist, daß gleichzeitig auch der Barron's Confidence-Index aufwärts zeigt. Damit wird deutlich, daß sich nicht nur die Stimmung unter den professionellen Marktteilnehmern verbesserte. Sondern zusätzlich begannen die Investoren Kapital in Richtung der riskanteren Investments umzuschichten, was beides zusammen grundsätzlich eine wichtige Voraussetzung für den Aufwärtstrend darstellt.

Positiv ist weiterhin, daß das Bulls/Bears-Ratio der Profis noch keine Überhitzungen zeigt. Es ist noch genug Luft nach oben vorhanden, was das Aufwärtspotential des Aktienmarktes erhält. Wichtig dabei: Die Marktteilnehmer müßten jeden Rückschlag für den Ausbau ihrer Positionen nutzen. Das positive Szenario bleibt gefahrlos erhalten, solange der DOW JONES über dem Ausbruch-Niveau von Mitte November von 9.700 Punkten notiert.

09.12.2001, Ratio 1,47

In der vergangenen Woche haben wir eine wichtige Bedingung für ein positives Szenario genannt: Der DOW JONES sollte die Hürde von 10.000 Punkten überwinden. Weil ihm das gelang, wurden Marktzusammenhänge bestätigt, die regelmäßig einen Aufwärtstrend kennzeichnen: Der Aufschwung wird von den neu hinzukommenden Optimisten getragen.

Damit gibt es einen weiteren Unterschied zur Entwicklung vom Sommer 2001, als der Markt noch in eine Bullenfalle hineinlief: Damals hatte der DOW JONES seinen Höhepunkt bereits nach 11 Wochen überschritten. Den neu hinzukommenden Optimisten gelang es nicht mehr, den Markt über die nächste wichtige charttechnische Hürde zu heben. Die Dynamik, die normalerweise im Aufwärtstrend von vielen neuen Optimisten ausgeht, verpuffte wirkungslos.

Diesmal stellt sich das anders dar: Selbst nach 11 Wochen Kursanstieg sorgte frisches Kapital noch einmal für neuen Schwung. Die Kaufbereitschaft war größer als der Abgabedruck, was schließlich für das neue Zwischenhoch sorgte. Das Bulls/Bears-Ratio lieferte in der Bewertung vom 02.12. ein Kaufsignal, das in der vergangenen Woche bestätigt wurde.

02.12.2001, Ratio 1,7

Nachdem das Bulls/Bears-Ratio in den vergangenen 2 Wochen kletterte, ohne daß der DOW JONES davon profitieren konnte, wird es für die Optimisten eng: Wenn es dem neu an die Börse strömendem Kapital nicht gelingt, die Notierungen klettern zu lassen, wird der Einsatz der Bullen wirkungslos verpuffen.

Spannend sieht auch der AAII-Index aus: Aus dem hohen Bulls/Bears-Ratio der Privatanleger von 3,43 läßt sich eine euphorische Stimmung ableiten (vor einer Woche: 2,332, vor zwei Wochen: 1,36). Die Marktteilnehmer bereiteten sich auf den Sprung über die 10.000 Punkte-Marke vor.

Ausblick: Gelingt es dem DOW JONES weiterzuklettern, würde der Markt den Optimisten folgen - ein äußerst positives Signal in einem schwachen Wirtschaftsumfeld. Scheitert der DOW JONES in der nächsten Woche an der Hürde, wäre es ein Warnsignal, daß die aktuelle Aufwärtsbewegung doch nur eine Bärenmarkt-Rallye war.

25.11.2001, Ratio 1,63

Es gibt einen weiteren Unterschied zur Kursentwicklung vom Frühjahr 2001: Als das Bulls/Bears-Ratio den Wert von 1,6 erreichte, hatte der DOW JONES damals seinen Höhepunkt bereits hinter sich!

Die aktuelle Entwicklung wäre vergleichbar gewesen, wenn der DOW JONES seine Top-Bildung bei 9.600 Punkten begonnen hätte. Statt dessen überwand er die Hürde, weil immer mehr Optimisten in den Markt zurückkehrten.

Während bei den anderen Indikatoren neue, positive Marktzusammenhänge festzustellen waren, läßt sich nun auch das Bulls/Bears-Ratio nach einer neuen Aufwärtstrend-Handelsregel interpretieren: Nachdem die Zahl der Optimisten zunahm, kletterte auch der Markt weiter. Das ist eine vollständig andere Entwicklung als im Frühjahr und signalisiert einen intakten Aufwärtstrend. Wichtig dabei: Der DOW JONES darf die Unterstützungsmarke von 9.500/9.600 Punkten nicht mehr unterschreiten. Denn dann hätten sich die neuen Optimisten geirrt und ihr Kapitaleinsatz würde wirkungslos verpuffen.

Der Aufwärtstrend wird bestätigt, wenn es dem neu an die Börsen kommenden Kapital gelingt, die Märkte auf ein neues Zwischenhoch zu heben. Das könnte schon Anfang nächster Woche geschehen.

18.11.2001, Ratio 1,47

Der Markt kletterte weiter und schaffte dadurch neue Fakten, so daß eine kritische Prüfung unseres pessimistischen Szenarios erforderlich ist. Dabei werden wir jedoch keine grundsätzliche Meinungskorrektur vornehmen. Sondern wir passen unser Szenario der Tatsache an, daß die finanzpolitischen Entscheidungsträger in den gefährdeten westlichen Industrieländern zur Zeit alle Register ziehen, um einen Absturz der Märkte zu verhindern. Das kann bis zur Vorlage neuer Fakten zumindest vorübergehend für eine Stabilisierung der Märkte sorgen, und zwar für Wochen/Monate - solange das Vertrauen der Marktteilnehmer reicht.

Der Anstieg des Bulls/Bears-Ratios fand wie im Frühjahr 2001 statt: Zuerst kletterte der DOW JONES und dann erst korrigierten die Börsenbriefe ihre pessimistische Grundhaltung nach oben. Die Stimmung verbesserte sich, weil der Markt kletterte. Eigentlich sollte es genau umgekehrt laufen: Der Markt müßte klettern, weil sich die Stimmung verbessert. Das bleibt als Warnsignal bestehen.

Außerdem ist es völlig offen, ob die 6wöchige Konsolidierung ausreichte, in der das Bulls/Bears-Ratio unter 1,2 notierte. Möglicherweise drehten die Notenbanken zu früh an der "Optimismus-Schraube" (Zinssenkungen), so daß es wie im Frühjahr/Sommer 2001 keine Trendwende geben wird.

Aber möglicherweise haben die Märkte trotzdem noch etwas Luft nach oben:

1998 waren es 10 Wochen Pessimismus

1999 waren es 5 Wochen

2001 waren es 6 Wochen

Wenn wir die danach folgenden Aufwärtsbewegungen des DOW JONES miteinander vergleichen, bleibt folgendes festzustellen:

1998 kletterte der Index anschließend rund 4.000 Punkte. Und 1999 gab es eine Aufwärtsbewegung von rund 2.000 Punkten (+ Technologie-Spekulationsblase). In den vergangenen Wochen kletterte der DOW JONES "erst" um 1.500 Punkte. Verglichen mit den Vorjahren hätte der Markt deshalb noch etwas Luft nach oben.

Kurzfristiges Szenario: Unter Berücksichtigung der anderen Indikatoren und der Charttechnik ist der Aktienmarkt kurzfristig heißgelaufen, was einen Rücksetzer erwarten läßt. Aber danach kann es noch einmal einen Anstieg geben, der den DOW JONES in Richtung 10.300/10.500 Punkte führen kann. Die neu in den Markt kommenden Optimisten (= weiter steigendes Bulls/Bears-Ratio) können den Aktien solange Aufwärtspotential verschaffen, bis zuviel Bullen vorhanden ist. Ein Bulls/Bears-Ratio von über 1,8/2,0 könnte dann die nächste massive Abwärtsbewegung einleiten, die das Warnsignal der zu kurzen Konsolidierung bestätigen würde.

26.10.2001, Ratio 1,35

Das Bulls/Bears-Ratio der Profis kletterte über den Pessimismus-Schwellwert von 1,2. Damit verabschiedete sich der Indikator von seinem Konsolidierungs-Niveau. Sechs Wochen hatte er es unter der Marke ausgehalten - nach dem schwerwiegenden Irrtum der Profis vom Sommer eine zu kurze Zeit.

Damit besteht die Gefahr, daß sich das Muster vom Frühjahr 2001 wiederholen wird: Die Zahl der Pessimisten ist viel zu klein, um einen nachhaltigen Aufschwung entstehen zu lassen.

Das signalisiert auch das Bulls/Bears-Ratio der Privatanleger, das von der American Association of Individual Investors gemessen wird: Der AAII Index kletterte auf den astronomisch hohen Wert von 3,18! Die große Mehrheit der privaten Marktteilnehmer geht davon aus, daß Aktien künftig steigen werden. Ein besserer Kontraindikator ist zur Zeit kaum denkbar. Es bleibt riskant, auf steigende Kurse zu setzen.

14.10.2001, Ratio 1,15

Die Zahl der Optimisten nahm wieder zu - keine Überraschung nach den Gewinnen (DOW JONES + 13 %, Nasdaq100 + 24 % seit 21.09.). Für die Bodenbildung ist es wichtig, daß das Bulls/ Bears-Ratio lange genug niedrig bleibt. Ein zu früher Anstieg würde wie im Sommer 2000 und im Frühjahr 2001 den Turnaround gefährden.

Zur Zeit notiert der Indikator 5 Wochen unter der Marke von 1,2, was der 1999er Konsolidierung entspricht. Wenn wir jedoch

* die Hintergründe der Rückschläge (z.B. Rezessionsgefahr, Inflation der Vermögenswerte, Spekulationsfieber Ende der 90er Jahre, Fehlverhalten der US-Notenbank seit Mitte der 90er Jahre, Kriegsgefahren)

* das Ausmaß der bisherigen Talfahrt

* den monatelangen Irrtum der Profis seit Frühjahr 2000 (insbesondere im Sommer 2001)

berücksichtigen, wäre ein längeres Stimmungstief (z.B. 10 Wochen wie 1998) angemessen. Wir lesen aus dem niedrigen Bulls/Bears-Ratio noch kein Kaufsignal heraus.

30.09.2001, Ratio 0,8

Der Indikator befindet sich zwar schon auf Kaufsignal-Niveau. Aber nur eine ausgiebige Bodenbildung würde die Bären in ausreichender Zahl vermehren. Bei einem schnellen Anstieg wäre der Trendwechsel zu früh und unsolide vollzogen - vergleichbar mit März 2001, als der Indikator nur kurz im Kaufsignal-Bereich auftippte. Mindestens zwei Wochen auf niedrigem Niveau sollten noch vergehen, um ein antizyklisches Einstiegssignal zu erhalten. In der aktuellen Börsenphase erscheint die sichere Vorgehensweise besser als ein zu früh vorweggenommenes Kaufsignal (Bewertung des Bulls/Bears-Ratio vom 26.06.2001, siehe unten)



Zu den Bewertungen von 1999 bis September 2001

GERT SCHMIDT FINANZINFORMATIONEN