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Bulls/Bears-Ratio der US-Börseninformationsdienste

Berichte von 1999 bis September 2001 | Zu den aktuellen Berichten

Wir haben hier für Sie die Daten eines interessanten Börsendienstes grafisch aufbereitet: Das Verhältnis zwischen optimistischen und pessimistischen Börseninformationsdiensten der USA, erhoben von Investor's Intelligence, veröffentlicht in BARRON'S http://www.barrons.com

Börsendienste erhalten ihre Informationen überwiegend von professionellen Vermögensverwaltern, den Informationswegen der Nachrichtenagenturen und Verteilern der Presseagenturen. Deshalb bewerten wir die von Investor's Intelligence befragten US-Börsendienste und deren Redaktionen als Multiplikatoren der Profis (Vermögensverwalter und Unternehmensvorstände).

Das Bulls/Bears-Ratio spiegelt als "Stimmungs-Cocktail" die öffentliche Meinung der Profis wieder. Dabei gehen wir grundsätzlich davon aus, daß Anlageentscheidungen entsprechend der veröffentlichten Meinung getroffen werden.




19.09.2001, Ratio 1,08

Der Indikator fiel unter 1,2 und damit auf Kaufsignal-Niveau. Es ist wichtig, daß er ein paar Wochen auf dem niedrigen Niveau verharrt. Erst danach würde er ein langfristiges Kaufsignal generieren - wenn die Beobachtungen der vergangenen Jahre gültig bleiben.

26.08.2001, Ratio 1,55

Der DOW JONES kletterte am vergangenen Freitag um 194 Punkte, weshalb wir in der Chartanalyse unterstellten, daß das Bulls/Bears-Ratio erneut steigen würde. Dabei ließen wir etwas Wichtiges außer Acht, was wir hiermit korrigieren: Das Bulls/Bears-Ratio konnte noch gar nicht steigen, weil der Redaktionsschluß der Umfrage schon am Vortag, Donnerstag, war. Der kräftige Anstieg in New York (NASDAQ 100 + 5,5 %) konnte deshalb gar keinen positiven Einfluß auf die Meinungen der Börsendienste und damit auf die Auswertungen von Investor's Intelligence haben.

Für die künftige Entwicklung hat das jedoch keine neue Folgen: Wir vertreten weiterhin die These, daß der Indikator einige Wochen lang unter 1,2 notieren sollte, bevor die Börse reif für eine Bodenbildung ist. Das steht erst noch bevor (Bewertung vom 24.06.2001, s.u.).

06.08.2001, Ratio 1,67

Einige Börsenbriefe haben offenbar ihren "kollektiven Irrtum" der Vorwochen eingesehen. Sie reduzierten ihre optimistischen Einschätzungen, was das Bulls/Bears-Ratio fallen ließ. Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, denn nur ein pessimistischer Indikator könnte einen Aufschwung herbeiführen. Aber von einem Kaufsignal-Szenario sind wir noch weit entfernt: Das Bulls/Bears-Ratio müßte nach bisherigen Erfahrungen mit dem Indikator mindestens 5 Wochen lang unter 1,2 notieren (Bericht vom 24.06.2001, s.u.)

29.07.2001, Ratio 2,22

Der Indikator notiert immer noch auf hohem Niveau, was anzeigt, daß der Optimismus der Börsenprofis ungebrochen ist. Unsere Einschätzung der Vorwochen gilt deshalb unverändert: Die Aktienmärkte bleiben rückschlaggefährdet. Beachten Sie insbesondere die Interpretationen des Bulls/Bears-Ratios seit 24.06.2001, die wir heute nicht anders formulieren würden.

Das bedeutet für die Analyse der Aktienbörsen: Analysteneinschätzungen, technische Analysen und Unternehmensprognosen beinhalten zur Zeit eine große Portion Optimismus. Hier sind Enttäuschungen vorprogrammiert, weil die hohen Erwartungen kaum erfüllt werden können.

22.07.2001, Ratio 2,262

Der Indikator kletterte auf das höchste Niveau seit Januar/Februar 1999 und notiert knapp über dem Euphorie-Hoch vom Frühjahr 2001. Das korrespondiert mit unserer Chartanalyse der vergangenen Woche, in der wir den Aktienmarkt in einem Stadium angekommen sahen, von dem aus es nur noch abwärts gehen kann.

Es besteht die Gefahr eines Irrtums der Marktteilnehmer: Weil die charttechnischen Unterstützungslinien des DOW JONES von 10.000 Punkten und des NASDAQ Composite von 2.000 Punkten hielten, dürfte die Zahl der Optimisten zugenommen haben. Wir unterstellen den US-Börsendiensten, daß charttechnische Überlegungen in ihren Anlageentscheidungen ausreichen und stark gewichtet sind, daß der Optimismus so deutlich zunehmen konnte.

Grundsätzlich ist es schon vernünftig, daß antizyklische Überlegungen einfließen. Schließlich gab es in der vergangenen Woche wieder schlechte Nachrichten und in den vergangenen Monaten einen Crash bei den Technologiewerten. Aber gegen den Trend zu investieren, heißt Minderheits-Entscheidungen zu treffen. Wenn bereits eine große Gruppe von Marktteilnehmern von bevorstehend steigenden Kursen ausgeht, ist das keine Minderheitsentscheidung mehr und kann auch anders interpretiert werden: Es ist möglicherweise die GIER und die ANGST, den Turnaround zu verpassen.

06.07.2001, Ratio 1,96

Der Indikator kletterte auf ein neues Zwischenhoch. Am 10.06.2001 erwarteten wir, daß ein derartig optimistisches Bulls/Bears-Ratio einen deutlichen Rückgang des Marktes anzeigen würde. Damals gingen wir noch davon aus, daß die Talfahrt von höherem Niveau ausgehen würde. Aber die Börse schuf andere Fakten: Der Aufschwung verhungerte, während mit dem aktuellen Bulls/Bears-Ratio nur noch wenig frisches Kapital in den Markt gelangen kann. Die Optimisten waren wieder, wie schon während der 2000er Talfahrt, zu voreilig.

Unsere kritische Betrachtung vom 24.06. bestätigte sich mit dem jüngsten Rückgang: Die Talfahrt bis März/April war offensichtlich zu kurz, um als erfolgreiche Konsolidierung gelten zu können. Damit besteht weiteres Abwärtspotential.

24.06.2001, Ratio 1,67

Seit 22.04.2001 haben wir in einem optimistischen Szenario auf die Parallelen zu 1998 und 1999 verwiesen. Statt dessen kletterte der DOW JONES nicht weiter, sondern fiel noch einmal deutlich zurück - Grund genug, um über die Richtigkeit der These kritisch nachzudenken. Denn: Wirklich identische Abläufe gibt es an der Börse nie.

So können wir bei der Betrachtung der Bodenbildung von März/April 2001 Unterschiede zu den Vorjahren feststellen: 1998 und 1999 fielen die Tiefstände des Bulls/Bears-Ratios mit dem Tiefstand an der Börse zusammen. In diesem Jahr war das aus zwei Gründen anders: 1. Der DOW JONES kletterte schon kräftig, als das Bulls/Bears-Ratio immer noch auf Talfahrt war. 2. Die Zäsur bei den Optimisten war möglicherweise zu kurz. Anzahl der Wochen, in denen das Ratio unter 1,2 notierte:

1998: 10 Wochen

1999: 5 Wochen

2001: 3 Wochen

Grundsätzlich gilt an der Börse: Je mehr Pessimisten vorhanden sind, desto größer ist die Chance für länger anhaltende Kurssteigerungen. Die Pessimisten kommen nach und nach in den Markt und sorgen dadurch für steigende Preise. Deshalb war die 1998er Konsolidierung besonders erfolgreich.

Aber das könnte auch der Grund sein, weshalb der Aufschwung 2001 verhungerte. Es blieb möglicherweise zu wenig Zeit, um die Bären in ausreichender Zahl zu vermehren. Die Zahl der Pessimisten war diesmal viel kleiner als 1998 und 1999, als die Marktteilnehmer über einen längeren Zeitraum hinweg schlechte Nachrichten verkraften mußten. Das könnte die Achillesferse des aktuellen Aufschwungs und der entscheidende Unterschied zum 1998er und 1999er Turnaround sein.

Trift die neue, pessimistischere Sicht zu, besteht die Gefahr, daß der Markt noch einmal scharf einknickt. Ein Kaufsignal würde es erst dann geben, wenn 1. das Bulls/Bears-Ratio mindestens 5 Wochen unter dem Schwellwert von 1,2 gelegen hat und 2. das Tief des Indikators zeitgleich mit einem Tief des DOW JONES stattfindet.

10.06.2001, Ratio 1,59

Der Markt hat immer noch Aufwärtspotential, wobei die Situation ist mit den Verhältnissen von 1998 und 1999 vergleichbar ist: Nach der Zäsur mit dem niedrigen Bulls/Bears-Ratio kletterte der DOW JONES jedesmal auf ein neues Allzeithoch. Und das steht diesmal erst noch bevor. Wir gehen deshalb davon aus, daß erst ein sehr optimistisches Bulls/Bears-Ratio von über 1,9/2,0 die Gefahr eines kräftigeren Rückschlags erhöht. Als Kursziel wäre danach kein DOW JONES in Punkten zu formulieren (12.000 - 13.000 - 14.000), sondern ein deutlich erhöhtes Niveau des Indikators aus Pessimisten und Optimisten.

Bis dahin kommen stetig neue Optimisten hinzu, die jeden Rückschlag für den Einstieg nutzen. Das Abwärtspotential bleibt begrenzt, solange frisches Kapital an die Börse kommen kann. Das dürften einige Börsianer noch nicht gemerkt haben, was sie etwas schwerfällig und teilweise immer noch nach Baisse-Handelsmuster reagieren läßt: Der Markt funktioniert seit Ende März nach anderen Handelsregeln, als in den 12 Monaten zuvor.

15.05.2001, Ratio 1,287

Die Leser der Börsendienste dürften zwar weiterhin mißtrauisch sein, was die Qualität der Analysen angeht - schließlich wurden Sie im vergangenen Jahr mehrmals auf die falsche Fährte gelockt.

Aber wenn nach einer ausgeprägten Konsolidierung die Zahl der Optimisten steigt, dürfte das dazu beitragen, daß der neue Aufwärtstrend stabil verläuft. Denn wenn die Kurse steigen, während die Kursziele höher geschraubt werden, erhöht sich die Trefferquote der der Profis. Das wiederum verbessert Monat für Monat das Vertrauensverhältnis zu den Lesern, die nun eher auf ihre Tip-Geber hören. Bisher funktionierte das 1998 und 1999, wobei jedesmal ein kräftiger Kursanstieg folgte.

Wichtig dabei: Das Bulls/Bears-Ratio sollte in den nächsten Wochen nicht allzu schnell klettern. Denn nur solange es noch genug Pessimisten gibt, kann neues Kapital an die Börse gelangen. Erst wenn kaum noch Zuwachsraten der Optimisten möglich sind, z.B. wenn das Ratio einige Monate über 1,7/1,9 notiert, dürften die Märkte eine Kletterpause einlegen. Aber davon sind wir noch ein gutes Stück entfernt; die Aussichten bleiben günstig.

22.04.2001, Ratio 1,052

Die Bodenbildung rückt mit der deutlichen Zunahme der Pessimisten in greifbare Nähe. Mit dem niedrigen Bulls/Bears-Ratio knapp über 1,0 wurden die seit einigen Monaten geforderten Voraussetzungen für einen Turnaround erfüllt.

16.04.2001, Ratio 1,202

Langsame Besserung in Sicht: Während der DOW JONES zu einer Bodenbildung ansetzte, fiel das Bulls/Bears-Ratio weiter zurück. Das am 08.04.2001 beschriebene Szenario gilt weiterhin.

08.04.2001, Ratio 1,276

Das niedrige Niveau des Indikators dürfte immer noch nicht ausreichen, eine endgültige Trendwende des Marktes herbeizuführen. Es fehlt der Rückschlag unter 1,2/1,0 Punkte. Aber wie paßt das zum aktuell positiven Verlauf Indikatoren?

Mögliches Szenario: Kurzfristiger Anstieg des DOW JONES in Richtung 10.500/11.000 Punkte. Danach, weil die Rallye noch auf tönernen Füßen steht, ein erneuter Rückschlag auf 10.000/9.500 Punkte.

01.04.2001, Ratio 1,28

Der Indikator schlug die richtige Richtung ein: Es geht abwärts. Ob das allerdings schon die Trendwende einleiten kann, muß bezweifelt werden. Erst ein Wert von unter 1,2 würde, wie in den vergangenen Woche beschrieben, die Situation nachhaltig verbessern. Es besteht die Gefahr weiterer Rückschläge.

18.03.2001, Ratio 1,56

Das Bulls/Bears-Ratio ist trotz des 1.000 Punkte-Rückgangs in 6 Tagen zu hoch für einen Turnaround. Zu viele Börsendienste sind immer noch erstaunlich optimistisch. Obwohl der NASDAQ100-Index den tiefsten Stand seit 27 Monaten erreichte und der DOW JONES unter die vielbeachtete 10.000 Punkte-Unterstützung fiel, reichte es nicht aus, den Optimismus zu zerstreuen. Offenbar muß der DOW JONES erst noch den tiefsten Kurs der letzten zwei Jahre unterschreiten (= 9.651 am 18.10.2000), bevor die Zahl der Pessimisten wachsen kann.

Auf die aktuelle Situation übertragen bedeutet das: Sollte der DOW JONES auf dem Weg nach unten eine Pause einlegen, dürfte es sich dabei lediglich um eine technische Reaktion handeln. Es besteht die Gefahr weiterer Verluste. Schon am nächsten charttechnischen Widerstand von 10.300/10.400 Punkten kann der Index scheitern.

11.03.2001, Ratio 1,576

Endlich begann auch beim Bulls/Bears-Ratio die Konsolidierung: Der Indikator fiel auf 1,576. Das reicht für eine nachhaltige Bodenbildung aber immer noch nicht aus. Erst wenn ihm in den nächsten Wochen der Rückgang in Richtung 1,2/0,8 gelingt, wäre die Basis für eine Trendwende nach oben geschaffen. Allerdings müßte es dafür weitere schlechte Nachrichten geben. Denn nur bei anhaltender Unsicherheit dürften die Börsendienste bereit sein, ihre optimistische Grundhaltung zu ändern. Mögliches Szenario: Der DOW JONES fällt unter 10.300 Punkte, während die Technologieaktien behauptet tendieren. So könnte sich die Stimmung ohne einen weiteren Kursrutsch an der NASDAQ verschlechtern, was antizyklisch positiv zu bewerten wäre - vorausgesetzt der DOW JONES bleibt über der psychologisch wichtigen Marke von 10.000 Punkten.

25.02.2001

Wer hat zur Zeit das größere Durchsetzungsvermögen: Die optimistischen Börsendienste, die seit Frühjahr 2000 mit ihrer Einschätzung falsch lagen oder die skeptischen Marktteilnehmer, die sich über das Urteil der Redaktionen nicht kümmern und ihre Aktien trotz der positiven Berichte veräußern?

Die Börsenbriefredaktionen gehören zu den Profi-Marktteilnehmern. Sie verfügen über eine große Bandbreite verschiedenster Informationsquellen (Medien, Analysten, Unternehmenskontakte), woraus sie ihr Urteil bilden. Wir können unterstellen, daß sie zur Zeit so handeln, wie sie es selbst bei einem Bulls/Bears-Ratio von 2,14 empfehlen: Sie kaufen Aktien.

Die Kurse fielen trotzdem, weil der große Leserkreis der Börsenbriefe nicht mehr auf die veröffentlichte Meinung der Dienste hörte. Die häufigen Fehlurteile in der Vergangenheit zerrütteten das Vertrauensverhältnis zwischen Privatanlegern und Profis. Den Meinungsmachern gelang es nicht mehr, die Trends an der Börse zu beeinflussen.

Das kann auch für die nächsten Wochen gelten: Trotz des optimistischen Bulls/Bears-Ratios dürften nur wenig Anleger zu mobilisieren sein, die den positiven Berichten folgen wollen. Je optimistischer der Indikator wird, desto mehr dürfte die Skepsis der Leser zunehmen.

Es hat nach dem Crash im Technologiesektor den Anschein, als ob die Börsenbriefe Zweckoptimismus betreiben. Wer jetzt einsteigt, handelt zwar nach einer antizyklischen Strategie. Aber es ist völlig offen, ob die Zuversicht wirklich schon angebracht ist. Wenn sich die Privatanleger von der Börse verabschieden, kann es für einen Turnaround noch zu früh sein. Wir warten weiterhin auf mehr Pessimismus der Profis. Erst dann dürfte die Trendwende eingeleitet werden.

18.02.2001

Das Bulls/Bears-Ratio notiert auf unverändert hohem Niveau von 1,9 (= 57,8 Prozent Optimisten, 30,4 Prozent Pessimisten, 11,8 Prozent Neutral). Von diesem Niveau kann kein neuer Aufschwung starten, weshalb die charttechnische Hürde von 11.000 Punkten vorerst erhalten bleiben dürfte. Die Einschätzungen vom 14.01. und 04.02.2001 gelten weiterhin.

04.02.2001

Die Zahl der Optimisten nahm in der vergangenen Woche weiter zu, was an der Zinssenkung der US-Notenbank und dem Anstieg des DOW JONES liegen dürfte. Kursanstieg und Zinssenkung waren geeignet, das Bulls/Bear-Ratio auf 2,03 zu heben - ein viel zu hoher Wert, um daraus eine bevorstehende Aufwärtsbewegung abzuleiten. Zum Vergleich: Als Greenspan im Herbst 1998 die Zinsschraube lockerte, waren bei einem Bulls/Bears-Ratio von 0,91 die Bären in der Überzahl.

An der Börse liegt die Mehrheit regelmäßig daneben, weshalb mit der aktuellen Konstellation fallende Notierungen wahrscheinlicher sind, als ein Durchbruch nach oben.

14.01.2001

Was überrascht: Obwohl die Mehrheit der amerikanischen Börsendienste mit ihrer Einschätzung in den vergangenen Monaten falsch lag, ist sie immer noch optimistisch. Die Börsenbrief-Redaktionen gehen bei einem Ratio von über 1,7 offenbar davon aus, daß in naher Zukunft ein Aufschwung bevorstehen würde.

Im Aufwärtstrend kann das steigende Kurse zur Folge haben: Die Leser lassen sich von den positiven Berichten davon überzeugen, Aktien zu kaufen, was den Markt klettern läßt (1998 und 1999).

Aber sind derartige Zusammenhänge immer noch angebracht? Vertrauen die Leser nach der langen Seitwärtsbewegung des DOW JONES und der Talfahrt an der NASDAQ ihren Börsendiensten überhaupt noch? Seit März 2000 dürfte das Vertrauensverhältnis zwischen Lesern und Herausgebern empfindlich gestört sein (unsere Kommentare ab 27.03.2000, siehe unten). Die These, daß zuerst die Börsenbriefe Optimismus verbreiten und dann die Anleger folgen, erscheint deshalb immer noch gewagt.

Auf den großen Optimismus im März und Dezember 2000 (Ratio über 2,0) folgten erhebliche Verluste an der NASDAQ. Auch der DOW JONES profitierte kaum von den überschwenglichen Berichten.

1998 und 1999 war das noch anders: Damals kam das Bulls/Bears-Ratio aus dem Tal, was bedeutenden Pessimismus anzeigte. Erst als die Zahl der Pessimisten groß genug war, konnte der Aufschwung beginnen.

Das steht diesmal erst noch bevor. Ende Dezember 2000 war das Bulls/Bears-Ratio zwar schon auf dem Weg nach unten. Aber die überraschende Zinssenkung der US-Notenbank verhinderte die weitere Talfahrt des Indikators. Ein Test von 1,1/1,0 wäre vielleicht mit weiteren Kursverlusten verbunden. Aber es wäre ein wichtiger Schritt zur Bereinigung des Marktes gewesen.

Es fehlt weiterhin die für eine Trendwende notwendige Zäsur bei den Optimisten. Kann der Markt mit dieser Basis steigen?




30.12.2000 Jetzt wird es spannend, denn das Bulls/Bear-Ratio fiel noch weiter zurück. Folgt der Markt dem Indikator nach unten, werden die Pessimisten recht behalten, was den Abwärtstrend weiter verstärken könnte. Die Situation ähnelt der Entwicklung von Ende September 2000, als das Bulls/Bears-Ratio zunächst kletterte, der DOW JONES aber nicht stieg. Als die Zahl der Bären anschließend zunahm, rasselte der DOW JONES um 800 Punkte in die Tiefe. Sollte das diesmal erneut geschehen, müßten die Leser der US-Börsendienste nach dem Stimmungshoch Mitte Dezember (Ratio über 2,1) noch einmal eine große Enttäuschung wegstecken.

28.12.2000 Die in der Vorwoche beschriebene Gefahr ist noch nicht gebannt: Obwohl seit Oktober zahlreiche Optimisten an die Börse kamen, wirkte sich die zusätzliche Nachfrage nicht positiv aus. Folge: Mit hohen Umsätzen fand eine Umverteilungsphase statt, in der der NASDAQ100-Index in die Knie ging und der DOW JONES vergleichsweise stabil blieb.

Den nächsten Abwärtskick könnte das Bulls/Bears-Ratio bereits anzeigen: Der Indikator fiel von 2,1 auf 1,68 deutlich zurück, was erneut aufkeimende Skepsis signalisiert.

16.12.2000 Die Leser und Redaktionen der US-Börsendienste wurden in der vergangenen Woche geschockt: Obwohl die große Mehrheit der Berichterstatter von steigenden Notierungen überzeugt waren, fielen die Kurse zurück. Auch das Ergebnis seit Ende Oktober ist ernüchternd: Das Bulls/Bears-Ratio kletterte von 1,35 auf 2,1, aber der DOW JONES kam im gleichen Zeitraum nicht vom Fleck. Dabei hätte schon die Zunahme der Optimisten im November eine Rally auslösen müssen (vergleichbar mit Frühjahr + Herbst 1999, Juni 2000). Seit sechs Wochen kommen immer mehr Optimisten in den Markt, aber die Indizes klettern nicht, bzw. fallen (NASDAQ100-Index). Gleichzeitig schwellen die Umsätze auf Rekordniveau. Das ist eine kritische Entwicklung: In Umverteilungsphasen/Top-Bildungen gelingt es den Optimisten nicht mehr, die Kurse nach oben zu ziehen, weil gleichzeitig der Verkaufsdruck zu stark ist. Aus der Seitwärtsbewegung kann dadurch ein massiver Abwärtstrend entstehen. Die Gefahr weiterer Verluste bleibt bestehen.

10.12.2000 Grundregel: Bewegt sich der DOW JONES mit dem Bulls/Bears-Ratio, ist der vorherrschende Trend intakt. Auf die aktuelle Situation übertragen bedeutet das: Der DOW JONES kletterte seit Ende Oktober, während sich der Indikator der Aufwärtsbewegung anschloß. Sowohl der Aktienindex, als auch das Bulls/Bears-Ratio behaupteten sich in der vergangenen Woche auf hohem Niveau. Dadurch zeichnet sich tatsächlich die Chance zu einem längeren Aufwärtstrend ab.

Daß sich der DOW JONES über der in der Vorwoche beschriebenen (s.u.) charttechnischen Unterstützung 10.590/10.650 stabilisieren konnte, ist eine Bestätigung der positiven Einschätzung der Börsenbrief-Redaktionen. Die Leser der Dienste gewannen neues Vertrauen und waren zu Käufen bereit. Das könnte in der nächsten Woche ein neues charttechnischen Kaufsignal auslösen, was noch mehr Optimisten an die Börse bringt. Folge: Das Bulls/Bears-Ratio steigt weiter, die Aktien klettern erneut usw. Bis zu den nächsten Überhitzungs-, bzw. Euphorie-Erscheinungen (Ratio über 2,1, 2,2) kann das so weitergehen. Bestenfalls hat der DOW JONES sogar die Chance für neue Rekorde. Aber das hängt davon ab, wie schnell sich das Lager der Optimisten vergrößert.

04.12.2000 Die Optimisten blieben nach dem Anstieg der vergangenen Woche in der Überzahl, was anzeigt, daß der Stimmungsumschwung keine einmalige Erscheinung war. Entsteht hier ein neuer Trend?

Wir wollen den amerikanischen Kollegen nicht folgen und bleiben weiterhin wie in den Vorwochen skeptisch. Denn das Risiko besteht weiter: Wenn die Optimisten erneut falsch liegen, würde das nach den Fehlschlägen der vergangenen Monate weiteres Vertrauen der Marktteilnehmer zerstören und die Chance zu einer raschen Bodenbildung deutlich mindern.

Aber andere Meinungen sollten grundsätzlich auch dazu dienen, die eigene Position kritisch zu prüfen. Ein vollständiges Ignorieren des Indikators oder eine ausschließliche Betrachtung des Bulls/Bears-Ratio als "Kontraindikator" dürfte zu einfach gedacht und damit ein Fehler sein.

Auch sollte beachtet werden, daß die Märkte bisher kaum auf die neue Stimmung der Börsendienste reagiert haben. Nach den positiven Berichten stehen etliche Marktteilnehmer in den Startblöcken bereit, um bei einem kurzfristigen Sprint des Marktes dabeizusein. Überwindet der DOW JONES wichtige charttechnische Widerstandsmarken, könnten das eine Rally auslösen. Eine bedeutende charttechnische Widerstandszone liegt zur Zeit im Bereich 10.590 / 10.650 (Zwischenhoch vom 29.11.2000).

26.11.2000 Obwohl sich der DOW JONES kaum bewegte, nahm die Zahl der Optimisten kräftig zu. Damit geht eine große Zahl der Meinungsmacher vom Ende der Konsolidierung aus. Etliche Leser der Börsendienste werden sich daran orientieren, was zumindest vorübergehend für steigende Notierungen sorgen dürfte.

Aber: Steigt das Bulls/Bears-Ratio in dem Tempo weiter, wäre der Indikator schon in der nächsten Woche überhitzt, was den Markt anfällig für eine Korrektur macht. Das Aufwärtspotential dürfte deshalb vorerst beschränkt bleiben. Außerdem: Die Trefferquote der Optimisten ist seit Sommer 1999 schlecht. Das ist ein Trend, der vorerst ungebrochen ist. Es bleibt deshalb riskant, der positiven Stimmung zu folgen.

22.11.2000 Was ist mit den amerikanischen Börsendiensten los? Die Börse taumelt (gemessen am NASDAQ100) und die Zahl der Optimisten bleibt überraschend konstant. Offenbar ignoriert die Mehrzahl der Börsendienste die schlechten Zeiten. Ein Erklärungsversuch: Nach der unangebrachten Zuversicht im Frühjahr wollen die Redaktionen nicht schon wieder falsch liegen. Denn wenn es wieder aufwärts geht, will niemand auf dem falschen Fuß mit einer pessimistischen Einschätzung erwischt werden. Das ist mit den Verlautbarungen von Führungspersönlichkeiten (Manager, Politiker) in einer Krise vergleichbar: Zweckoptimismus und "den guten Ruf bewahren" stehen im Vordergrund. Zugegeben wird nur das, was ohnehin schon in der Öffentlichkeit bekannt ist.

Bei kleinen Schwierigkeiten mag das richtig sein. Aber im Falle einer weitreichenden Krise wäre Zweckoptimismus der erste Schritt, noch tiefer in den Schlamassel zu geraten. Skepsis über die weitere Börsenentwicklung in den USA bleibt angebracht.

06.11.2000 Der DOW JONES lief dem Bulls/Bears-Ratio voraus. Er kletterte in der vergangen Woche stärker, als die Zahl der Optimisten zunahm. Das kann grundsätzlich positiv sein. Denn wenn etliche Marktteilnehmer noch skeptisch sind, bleibt Raum für weitere Kurssteigerungen. ABER: Mit den Ereignissen der Vorwochen (Talfahrt trotz optimistischer Börsendienste) dürfte neues Vertrauen nicht so schnell wieder aufgebaut werden. Zu frisch ist die Erinnerung an das trügerische Stimmungshoch von Ende September 2000. Deshalb ist die Zurückhaltung der Optimisten möglicherweise berechtigt.

Eine mögliche Parallele: Im Sommer 1999 gab es mit dem Anstieg des Indikators auf rund 1,7 Punkte ebenfalls ein Fehlsignal. Anschließend ging Stimmung in den Keller und der DOW JONES verlor 1.000 Punkte. Eine überraschende Zinssenkung in den USA führte damals zu einem Stimmungsumschwung. Auf die aktuelle Situation übertragen bedeutet das: Steigen DOW JONES und Bulls/Bears-Ratio zusammen (z.B. DOW JONES über 11.000, Ratio über 1,75/1,8), könnte das die Trendwende nach oben einleiten. Fällt der Aktienindex statt dessen unter 10.000 zurück, behalten die Pessimisten recht, was den Abwärtstrend im Gegensatz zum 1999er Muster in Gang halten dürfte.

17.10.2000 Unser Szenario der Vorwochen bestätigte sich. Die Märkte gerieten infolge des Vertrauensverlustes ins Rutschen. Wer schon einmal eine "billige Aktie" gekauft hat, die den Turnaround schaffen kann, aber trotzdem nicht klettert, kennt das Gefühl: Das Vertrauen in die Aktivitäten des Vorstands sinkt. Selbst positive Nachrichten werden äußerst skeptisch betrachtet. Die Aktie fällt weiter, weil die Glaubwürdigkeit gelitten hat. Eine Trendwende kann in solchen Situationen erst dann stattfinden, wenn mindestens zwei Quartale hintereinander die positiven Prognosen und Einschätzungen der Unternehmenslenker zutreffen.

Die Gefahr besteht zur Zeit für den Gesamtmarkt: Die US-Börsendienste (und teilweise auch die Vorstände der unter Druck geratenen Aktiengesellschaften) haben ein Glaubwürdigkeitsproblem, weil der Optimismus von Ende September nicht berechtigt war. Mit Zunahme der Pessimisten (Ratio fiel im Vergleich zur Vorwoche von 1,51 auf 1,31), könnte sich dadurch der Abwärtstrend verstärken. Denn das ohnehin schon beschädigte Vertrauensverhältnis wird von negativen Nachrichten und Analysen begleitet, was auf keinen Fall geeignet ist, die Stimmung zu heben.

Außerdem ist das Bulls/Bears-Ratio immer noch weit von seinen Tiefständen der vergangenen zwei Jahre entfernt, weshalb weiteres Abwärtspotential besteht. Eine Bodenbildung ist noch nicht erkennbar, die Fortsetzung der Talfahrt erscheint möglich.

09.10.2000 Bulls/Bears-Ratio und DOW JONES fielen gemeinsam. Damit wird die Grundlage für einen anhaltenden Abwärtstrend gelegt. Denn wenn die Zahl der Pessimisten mit fallenden Kursen zunimmt, steigt auch die Abgabebereitschaft er Anleger, was zu weiteren Verlusten führt. Das Abwärtspotential kann aber beschränkt bleiben: Schon im Bereich 10.000/10.300 Punkten wartet aus charttechnischer Sicht eine massive Unterstützungszone..

04.10.2000 Peinlich, peinlich: Nachdem die Zahl der optimistischen Redaktionen von US-Börsendiensten deutlich kletterte, gingen die Märkte auf Talfahrt. Der Redaktionsschluß der jüngsten Umfrage war am 28.09. An dem Tag schloß der DOW JONES bei 10.824 und der NASDAQ 100 bei 3.724. Beide Indizes notierten im Bereich charttechnischer Unterstützungsmarken, was die Zuversicht nährte. Insbesondere der NASDAQ-Index schien sich auf den Weg nach oben zu machen. Daß die Technologieaktien statt dessen einknickten, dürfte einige Leser (und die Redaktionen) überrascht haben. Das Vertrauen in die Trefferquote der meinungmachenden Börsenberichterstattung bekommt erneut Kratzer: Schon im Frühjahr 2000 lagen die Börsendienste mit einem optimistischen Ratio von über 2 kräftig daneben (unsere Kommentare von 27.03. bis 17.04.2000, s.u.): Der DOW JONES kam seitdem kaum vom Fleck und der NASDAQ100 verlor 30 Prozent.

Wenn die Meinungsmacher an der Börse zunehmend ihre Glaubwürdigkeit verlieren, haben sie ein Problem: 1. Die Kündigungsquote und Mißachtung steigt. 2. Anleger glauben nur noch das, was sie wirklich sehen können: Unternehmen, die Verluste produzieren und Gewinne nur in Aussicht stellen können, werden gemieden. Bilanzkennzahlen werden aufmerksamer betrachtet als bisher. Die Kennzahl "Kurs-/Umsatzverhältnis" der "New Economy" wird uninteressant. Die Bestenauslese an der Börse dürfte weitergehen, neue Kursabschläge sind möglich.

19.09.2000 Die US-Börsendienste empfehlen ihren Lesern, mit fallenden Notierungen Aktien zu kaufen (= Bulls/Bears-Ratio kletterte auf 1,57). Die Auswirkungen werden bald spürbar sein: Findet der Markt wirklich seinen Boden und klettert anschließend, werden die Anleger und Börsenbrief-Redaktionen in ihrer Zuversicht bestätigt. Das dürfte weiteres Kapital an die Börse spülen, was den DOW JONES über 11.300 Punkte klettern lassen dürfte. Die Situation ist mit Ende Juli 2000 vergleichbar, als der DOW JONES um rund 350 Punkte fiel, das Bulls/Bears-Ratio kletterte und anschließend ein neues Zwischenhoch erreicht wurde. Noch positiver heute: Das Bulls/Bears-Ratio startet von einem deutlich niedrigeren Niveau, was eine schnelle Überhitzung verhindert und so einen längeren Aufschwung zulassen würde.

27.08.2000 Der Indikator befindet sich weiter auf Talfahrt, während der DOW JONES auf ein neues Zwischenhoch kletterte. Eine derartig krasses Auseinanderlaufen beider Linien kam im bisherigen Beobachtungszeitraum (seit Mitte 1998) noch nicht vor. Die Zahl der Optimisten ging markant zurück, was grundsätzlich ein Warnsignal darstellt. Aber weil der Markt nicht von einem Erhitzungs-Top kommt, sondern nach monatelanger Seitwärtsbewegung erstmalig wieder kletterte, bewerten wir die aktuelle Entwicklung positiv:

Angesichts der massiven Widerstandsmarken, an denen sich NASDAQ- und DOW JONES-Index befinden, ist es nicht überraschend, daß etliche Börsendienste zurückhaltende Bewertungen abgeben. Viele Analysten orientieren sich an der Charttechnik, was bei der Umfrage auf die Stimmung gedrückt haben dürfte. Wenn ein wesentlicher Teil der Marktteilnehmer überwiegend die Widerstände und geringes Aufwärtspotential im Kopf hat, dürfte es sich lohnen, die Gegenposition einzunehmen. Denn wenn viele Marktteilnehmer neue Chancen nicht erkennen können, hat die Börse ihr Aufwärtspotential erst noch vor sich. Es kann sogar eine sehr heftige Aufwärtsbewegung geben, wenn die Pessimisten die Seite wechseln, weil ihnen der Markt nach oben wegläuft.

15.08.2000 Das Bulls/Bear-Ratio fiel deutlich zurück. Wegen des Kursanstiegs in den vergangenen Tagen ist der Rückschlag auf den ersten Blick überraschend negativ. Aber tatsächlich sorgte die Korrektur von 1,7 auf 1,44 für eine Abkühlung und damit anhaltende Chance für den Aufschwung. Warum?

Der Redaktionsschluß für die Umfrage unter den US-Börsendiensten findet immer an einem Donnerstag statt (hier: 10.08.), während die Daten aber erst zum Wochenende veröffentlicht werden. Als der DOW JONES am 10.08. bei 10.900 Punkten an einer markanten charttechnischen Widerstandsmarke schloß und der NASDAQ100 an dem Tag sogar um 100 Punkte in die Knie ging, schnellte die Zahl der Pessimisten in die Höhe. Das schickte auch das amerikanische Stimmungsbarometer in den Keller.

Die jüngste Rally ist in der Umfrage noch gar nicht enthalten, weshalb der Indikator kräftig zulegen dürfte. Das Szenario aus DOW JONES und Bulls/Bears-Ratio bleibt unverändert positiv.


TRENDS! - Bulls/Bears-Ratio von 09/1999 bis 08/2000

Wir haben hier für Sie die Daten eines interessanten Börsendienstes grafisch aufbereitet: Das Verhältnis zwischen optimistischen und pessimistischen Börseninformationsdiensten der USA von Investor's Intelligence, veröffentlicht in BARRON'S http://www.barrons.com

06.08.2000

Das Bulls/Bears-Ratio fiel etwas zurück. Das bewerten wir positiv, weil dadurch eine kurzfristige Überhitzung vermieden wurde. Der Trend des Indikators zeigt aufwärts, worauf auch der DOW JONES bald mit Kurssteigerungen reagieren dürfte.

01.08.2000

Positive Divergenz: Das Bulls/Bears-Ratio läuft dem DOW JONES nach oben voraus. Bald dürfte es wieder Kurssteigerungen geben. Mit den Anzeichen einer Stabilisierung im Bereich 10.400/10.600 erscheinen neue Aktienengagements aussichtsreich.

11.07.2000

Bulls/Bears-Ratio und DOW JONES klettern erstmalig seit einigen Monaten gemeinsam. Das ist ein sehr positives Signal, denn wenn die Leser der Börsendienste tatsächlich zu neuen Aktienengagements bereit sind, werden sie sich von den Redaktionen der Börsendienste überzeugen lassen.

Zum Vergleich: Die Konsolidierungsphasen von 1998 und 1999 mit fallendem Bulls/Bears-Ratio dauerten ähnlich lange wie in diesem Jahr. Von der zeitlichen Struktur des Indikators erscheint deshalb ein nahes Ende der Seitwärtsbewegung möglich. Außerdem interessant: Die Indikatorlinie verläuft seit 1998 in einem Aufwärtstrend. Verläuft der Aufschwung nach dem Muster der Vorjahre, ist ein Kursgewinn von 2.000 bis 3.000 Punkten bis 2001 möglich.

26.06.2000

Eine zunehmende Zahl von Anlegern ist zuversichtlicher geworden, daß die Unterstützung bei 10.350/10.400 hält. Denn obwohl der DOW JONES weiterhin den Rückwärtsgang eingelegt hatte, kletterte das Bulls/Bears-Ratio von 1,35 (02.06.2000) auf zuletzt 1,51. Der Indikator kann dem Markt vorauslaufen und die Trendwende signalisieren. Schließt die Bodenbildung mit einem Kaufsignal ab, steht einem weiteren Anstieg kaum noch etwas im Weg.

12.06.2000

Kaum Veränderung gegenüber der Vorwoche: Es fehlt der entscheidende Durchbruch, das charttechnische Kaufsignal (DOW JONES über 10.800) mit gleichzeitigem Anstieg des Bulls/Bears-Ratio über 1,55/1,60.

Die Konsolidierung hält jetzt schon einige Wochen an. Deshalb gehen wir davon aus, daß die Börsendienste sofort ihre Kursziele nach oben revidieren werden, wenn der DOW JONES aus charttechnischer Sicht besser dasteht. Das würde das Bulls/Bears-Ratio deutlich steigen lassen - die beste Voraussetzung für den nächsten Aufschwung.

04.06.2000

Das Bulls/Bears-Ratio reagierte überhaupt nicht auf die Rally in New York. Der Hauptgrund dürfte darin zu finden sein, daß sich die Mehrheit der Analysten zyklisch, dem Trend folgend, eine Meinung bildet. Und zu dem Zeitpunkt, an dem die Daten für das Ratio erhoben wurden (01.06.), war weit und breit noch keine Bodenbildung erkennbar. Zwar konnten sich NASDAQ und DOW JONES von ihren Tiefständen lösen. Aber aus charttechnischer Sicht ähnelte die Aufwärtsbewegung bis dahin eher einer technischen Reaktion.

Einen Tag später, am 02.06., änderten sich die Märkte grundlegend: Der DOW JONES erreichte die bedeutende charttechnische Hürde von 10.800 Punkten (GD200), und er hatte vorübergehend sogar die Chance, sie deutlich zu überwinden. Auch der NASDAQ-Index legte 5 Tage hintereinander überdurchschnittlich zu.

Ausblick: Sollte der DOW JONES die Marke von 10.800 Punkten überwinden, entsteht für die pessimistischen Börsendienste ein bedeutender Korrekturbedarf. Sie werden es sich kaum leisten können, dem Trend hinterherzuhinken. Deshalb erwarten wir mit dem Anstieg über 10.800 eine deutliche Zunahme der optimistischen Börsendienste. Folgen die Leser den Empfehlungen, dürfte das einen neuen massiven Kursschub auslösen.

28.05.2000

Bulls/Bears-Ratio und DOW JONES fielen gemeinsam auf ein neues Zwischentief. Das ist grundsätzlich ein Hinweis auf einen intakten Abwärtstrend. Allerdings befindet sich der Stimmungsindikator auf vergleichsweise niedrigem Niveau, so daß bald mit einem Kaufsignal gerechnet werden kann (Anstieg des DOW JONES bei gleichzeitiger Erholung des Bulls/Bears-Ratios, Kommentar vom 22.05.2000). Da die Konsolidierung schon seit einigen Monaten anhält, könnte das Kaufsignal einen längerfristigen Aufschwung bescheren.

22.05.2000

Die Hoffnung auf eine schnelle Trendwende nach oben wurde vorerst zerstreut: Wegen des neuen Zwischentiefs des Bulls/Bears-Ratios verschlechterte sich die Stimmung deutlich. Die Folgen waren schnell erkennbar: Am 22.05. reagierten einige Anleger auf die neuen, schlechteren Nachrichten der Tip-Dienste und verkauften ihre Aktien. Der DOW JONES fiel unter 10.400 Punkte.

Allerdings sollte das Bulls/Bears-Ratio auch als Kontra-Indikator angesehen werden. Als die Zahl der optimistischen Börsendienste im Januar und März sehr groß war, dürften etliche Anleger, die ihren Ratgebern folgten, auf falschem Fuß erwischt worden sein. Deshalb: Je weiter das Bulls/Bears-Ratio ab sofort fällt, desto größer wird die Chance einer Gegenbewegung nach oben.

Für den Turnaround wäre es wichtig, daß Index und Indikator gemeinsam steigen. Das könnte im günstigsten Fall schon in dieser Woche geschehen, wenn der DOW JONES ein charttechnisches Kaufsignal generiert (z.B. Anstieg über 10.800) und das Bulls/Bears-Ratio über 1,6 klettert.

Aber davon sind wir zur Zeit noch ein gutes Stück entfernt, weshalb die Konsolidierung noch eine Weile weitergehen kann.

15.05.2000

Der Hauch eines ersten Lichtblicks: DOW JONES und Bulls/Bears-Ratio tendierten in der vergangenen Woche gemeinsam aufwärts. Das kann ein neuer, positiver Trend sein. Allerdings ist die Aufwärtsbewegung sehr zögernd, weshalb noch nicht von einem Kaufsignal oder einem Bruch des Abwärtstrends gesprochen werden kann.

Die verbesserte Zuversicht der Börsendienste dürfte überwiegend charttechnische Ursachen haben: Im Bereich der Unterstützungszone 10.200/10.400 setzen einige Anleger auf eine Stabilisierung des Marktes. Klettert der DOW JONES tatsächlich, würde mit ihm auch das Bulls/Bears-Ratio nach oben gehen, was eine Wende nach oben einleiten dürfte. Deshalb kommt dem nächsten charttechnischen Kaufsignal ein besondere Bedeutung zu: Mit ihm würde sich die Stimmung an der Börse verbessern, ein neuer Aufschwung könnte folgen.

01.05.2000

Die Zahl der optimistischen Börsendienste erreichte den niedrigsten Stand seit Ende November. Damit reagierten die Redaktionen erstmalig auf die neuen, von fallenden Notierungen geprägten Marktgegebenheiten. Dadurch tritt die Konsolidierung in eine neue Phase: Anleger verkaufen, weil nach und nach mehr Börsendienste dazu raten.

Eine neue Marktmechanik könnte deshalb beginnen: Fallende Notierungen bei zunehmendem Pessimismus dürften den Abwärtstrend verstärken (vergleichbar mit Sommer 1998 und 1997).

17.04.2000

Welch eine Blamage: Einen Tag nach der vor Optimismus sprühenden Umfrage (Ratio kletterte auf 2,13) knickten die US-Aktienindizes heftig ein. Das dürfte in den Antwort gebenden Redaktionen und bei deren Leserschaft für reichlich Unruhe sorgen. Hält der Trend an, gerät das Vertrauensverhältnis zwischen Börsendiensten und Abonnenten in Gefahr. Folge: Der Bulls/Bears-Indikator könnte dadurch noch schwerer interpretierbar werden. Als Beobachter müßte man dann um "eine Ecke" mehr schauen.

Zur Zeit ist die Zahl der Optimisten immer noch zu hoch, um ein gute Ausgangsbasis für einen neuen Aufschwung zu sein. Das Ratio sollte vor dem nächsten Aufschwung unter 1,4 gefallen sein.

09.04.2000

Die Zahl der Optimisten ist bei einem Ratio von 1,88 immer noch hoch. Das signalisiert die unveränderte Gefahr einer bevorstehenden Konsolidierung bzw. Top-Bildung (Analyse vom 27.03.2000, s.u.).

Was kritisch ist: In der Woche zum 31.03. fielen DOW JONES und Bulls/Bears-Ratio gemeinsam, was den Abwärtstrend bestätigte. Als anschließend der Aktienindex ein neues Zwischenhoch erreichte, blieb gleichzeitig das Ratio auf dem niedrigeren Niveau. Obwohl der DOW JONES deutlich kletterte, nahm die Zahl der Optimisten nicht in vergleichbarem Umfang zu. Das bewerten wir als ein Warnsignal: Die Stimmung könnte bald umschlagen.

27.03.2000

Die Zahl der Optimisten nahm deutlich zu. Mit einem Verhältnis von 2,1 (Optimisten:Pessimisten) ist die Stimmung sogar als hervorragend zu bezeichnen. Der jüngste Aufwärtstrend könnte deshalb langsam auslaufen. Nur noch wenig neue Marktteilnehmer können von den Börsendiensten mobilisiert werden. Wenn frisches Kapital fehlt, wird der Aufschwung abgebremst, bzw. es kann sogar zu einer Top-Bildung kommen.

28.02.2000

Vorübergehende Stabilisierung möglich: Das Ratio blieb über dem vorherigen Zwischentief, während der DOW JONES abrutschte. Aber für eine Trendwende nach oben reicht das noch nicht. Das Ratio sollte dafür deutlich tiefer stehen. Erst ein Wert von unter 1,6/1,4 sollte die Bodenbildung einleiten.

Möglicherweise wird die Stimmung der US-Börsendienste von der Entwicklung an der NASDAQ beeinflußt. Fallen die Aktien an der Computerbörse ebenfalls, dürfte die Zahl der Pessimisten zunehmen - was die Ausgangsbasis für einen steigenden DOW JONES verbessern würde (vergleichbar mit Herbst 1998 und Herbst 1999).

20.02.2000

Die Talfahrt vom 18.02. ist vermutlich noch gar nicht in dem steigenden Ratio enthalten, sondern nur die Börsenentwicklung bis Donnerstag, 17.02. (Redaktionsschluß Investors Intelligence am Freitag; die befragten Börsendienste beurteilten den Markt aufgrund der Börsendaten vom Donnerstag, an dem der DOW JONES noch über 10.400 Punkte notierte). Nur so läßt sich erklären, daß der Zuwachs der Optimisten so stark ist. Vergleichen Sie dazu auch unseren Bericht vom 16.01.2000 (s.u.). Deshalb sollten wir in unseren Überlegungen einplanen, daß die Zahl der Pessimisten am Freitag deutlich höher gewesen wäre ("Hochrechnung": Ratio unter 1,8).

Ein fallendes Ratio bei fallenden Kursen bewerten wir kritisch: Nimmt während einer Talfahrt die Zahl der Pessimisten zu, ist die Abwärtsdynamik ungebrochen - insbesondere dann, wenn es nur sehr wenige Pessimisten gibt. Deshalb ist der aktuelle Wert des Ratios irreführend.

Aus charttechnischer Sicht hat der Markt zwar kurzfristiges Aufwärtspotential. Aber aus der Entwicklung des Bulls/Bears-Ratios, das nach unserer Einschätzung gefallen wäre, ist keine Trendwende des DOW JONES nach oben erkennbar.

13.02.2000

Den Anstieg des Ratios von 1,76 auf 1,9 bewerten wir lediglich als "technische Reaktion" im Abwärtstrend. Die Tatsache, daß die Mehrzahl der Optimisten falsch lag, spricht für eine Veränderung der Marktzusammenhänge. Schließlich befolgten die Anleger nicht die Empfehlungen ihrer abonnierten Börsendienste. Der Trend, daß immer mehr Optimisten in den Markt gehen, wurde dadurch gebrochen. Lesen sie dazu bitte auch unseren nach folgenden Hinweis:

06.02.2000 (13.02.2000, Hinweis: Unsere Bewertung vom 06.02.2000 basierte auf einer fehlerhaften Übermittlung der Daten seitens der US-Publikation Barrons. Das Ratio kletterte nicht auf 2,9, sondern es fiel auf 1,76, was ein eindeutig negatives Signal gewesen ist).

Ein neuer Rekord seit dem Start unserer Beobachtungen im Juni 1998: Das Ratio kletterte auf 2,9, was weiterhin ungebrochenen Optimismus signalisiert. Etwas Ähnliches war auch Anfang Februar 1999 zu beobachten. Der DOW JONES tendierte leichter, während das Bulls/Bears-Ratio ein neues Zwischenhoch markierte. Damals war das der Startschuß für eine neuen Kursaufschwung.

Das Ratio ist nicht immer ein Kontra-Indikator.

Heute ist es ebenfalls vorstellbar, daß die Leser auf die anhaltende Optimismus-Welle ihrer abonnierten Börsendienste reagieren werden. Wenn derartig massiv Stimmung gemacht wird, dürfte das auch auf die Märkte überschwappen - insbesondere dann, wenn die Kurse zuvor den Rückwärtsgang einlegten.

Zumindest kurzfristig könnte die außerordentliche gute Stimmung für steigende Kurse sorgen. Allerdings sollte das hohe Niveau des Ratios ein Warnsignal sein. Scheitert der nächste Aufschwung an dem Widerstand von 11.400/11.800 Punkten, kann die Euphorie schnell abkühlen - oder sogar ins Gegenteil umschlagen.

28.01.2000

Die Zuversicht der US-Börsendienste ist trotz der Korrektur von 11.700 auf 10.739 ungebrochen. Das bewerten wir positiv: Etliche Anleger dürften dadurch die jüngste 1.000 Punkte-Talfahrt als neue Chance für den Einstieg begreifen. Ab Montag, 31.01., kann sich der Aufwärtstrend fortsetzen.

24.01.2000

Der Verlauf des Indikators signalisiert einen intakten Aufwärtstrend. So geht die Mehrzahl der Börsendienste davon aus, daß sich der DOW JONES weiter aufwärts bewegen kann. Ob das als Warnsignal für eine Top-Bildung anzusehen ist oder ob die Optimisten den Index weiter steigen lassen können, ist zur Zeit schwer absehbar.

Aber: Grundsätzlich sollte bei Anlageentscheidungen berücksichtigt werden, daß die Mehrzahl der Marktteilnehmer regelmäßig falsch liegt. Das war in der vergangenen Woche erkennbar, als der DOW JONES 500 Punkte verlor, obwohl die Optimisten in der Überzahl waren.

Ist das ein neuer Trend, wird es gefährlich: Denn nur wenig Marktteilnehmer sind vorhanden (= Pessimisten), die ihre Meinung wechseln können, um mit frischem Kapital die Börse voranzutreiben. Wenn die Stimmung kippt und die optimistische Mehrheit der Anleger zu der Überzeugung kommt Gewinne mitzunehmen, kann der DOW JONES noch deutlicher zurückfallen. Dann würde auch das Bulls/Bears-Ratio fallen, was eine längere Konsolidierungsphase einleiten könnte.

Hinweise auf die mögliche künftige Entwicklung liefert die Charttechnik: Gelingt es dem DOW JONES, die Widerstandszonen auf dem Weg nach oben zu durchbrechen, werden sich die Optimisten bestätigt sehen. Dann stehen wahrscheinlich neue Rekorde bevor. Ein erstes Signal dafür wäre der Anstieg über 11.400 Punkte.

16.01.2000

Daß das Ratio mit dem Markt kletterte, bewerten wir grundsätzlich positiv. Der Aufwärtstrend wurde dadurch bestätigt. Aber: Mit dem nächsten möglichen Kursanstieg des DOW JONES dürfte die Zahl der Optimisten weiter zunehmen. Ein Wert im Bereich 2,2 würde den Indikator deutlich in die Überhitzungszone steigen lassen, was den DOW JONES rückschlaggefährdet macht.

Und: Die Kursrally vom 14.01. ist vermutlich noch nicht oder zumindest nicht vollständig in der Umfrage enthalten. Sollte sich die Zahl der Optimisten in der 3. Kw erhöhen, könnte der kurzfristige Gipfelpunkt des aktuellen Aufschwungs bereits erreicht sein.

11.01.2000

Daß sich die Anzahl der optimistischen Börsendienste reduzierte, ist positiv zu sehen: Eine überschwengliche Stimmung wurde vermieden. Die Chancen auf weitere Kurssteigerungen des DOW JONES bleiben erhalten.

03.01.2000

Die nach unserer Einschätzung vom 27.12.1999 optimistischere Variante setzte sich durch. Die Zahl der optimistischen Börsendienste kletterte mit dem DOW JONES - allerdings ohne in Euphorie auszubrechen. Der Wert von knapp über 2,0 signalisiert einen intakten Aufwärtstrend.

27.12.1999

Die Rally vom 23.12. war offensichtlich in der Umfrage noch nicht enthalten, denn die Zahl der optimistischen Börsendienste ging mit dem neuen Allzeithoch zurück. Das dürfte sich mit dieser Woche ändern. Sofern der DOW JONES mindestens stabil bleibt oder weiterklettert, dürfte die Zahl der Optimisten wegen des neuen Allzeithochs nach dem Motto "the trend is your friend" sprunghaft zunehmen.

Von der Anzahl der neuen Optimisten in der Schlußwoche des Jahres hängt es ob, ob der Markt noch weiteres Aufwärtspotential hat: Einen Wert von über 2,2 sehen wir ebenso kritisch an, wie ein Bulls/Bears-Ratio, das unter 1,8 fällt.

18.12.1999

Die Zahl der Optimisten kletterte nicht mehr mit dem DOW JONES aufwärts, sondern blieb deutlich unter seinem vorherigen Hoch zurück. Das zeigt eine gewisse Skepsis der Marktteilnehmer.

Aber die Hausse an der Nasdaq und die Rekord-Umsätze an den amerikanischen Aktienmärkten spiegeln eine sehr gute Stimmung wieder.

Die US-Börsendienste sind zurückhaltender geworden, obwohl die Märkte eine andere Sprache sprechen. Das läßt zwei Interpretationsvarianten zu:

1. Die Stimmung ist noch nicht euphorisch. Ein Bulls/Bears-Ratio von über 2 würde für eine überkochende "Kaufpanik" sprechen. Das war im Sommer 1998 zu beobachten. Aber davon sind wir noch weit entfernt. Dadurch haben die Märkte noch Luft nach oben. Wenn in den nächsten Wochen neue optimistische Börsendienste hinzukommen, dürfte die Zahl der Käufer weiter zunehmen und die Kurse treiben.

2. Trotz der Kurssteigerungen ging die Zahl der Optimisten zurück. Das ist ein Warnsignal. Denn die Marktteilnehmer wurden skeptischer. Die Stimmung zeigt bereits tendenziell abwärts, während die Indizes noch steigen. Wenn das Bulls/Bears-Ratio dem Markt als Stimmungsindikator weiterhin vorausläuft, wie z.B. im Sommer 1999, dürfte der DOW JONES bald nach unten folgen.

Aus heutiger Sicht ist es schwer zu sagen, für welche Variante sich der Markt entscheiden wird. Möglicherweise bringt die nächste Woche mehr Klarheit.

Bei einem neuen Aufwärtskick und charttechnischem Kaufsignal hätte der Markt das Potential für eine neue Rally. In dem Fall dürfte sich "Variante 1." erfüllen.

21.11.1999

Die Zahl der Optimisten nahm deutlich zu. Der Abwärtstrend des Bulls/Bears-Ratios wurde geknackt. Das könnte schon die Initialzündung für eine neue, längerfristige Hausse gewesen sein. Denn in der Nähe des Allzeithochs kann der DOW JONES tatsächlich nach oben ausbrechen, was für etliche charttechnisch orientierte Anleger ein Grund für den Einstieg sein dürfte.

Darauf setzen jetzt einige Börsendienste: Gelingt der Ausbruch, wären sie mit ihrer Empfehlung sehr erfolgreich. Deshalb dürften mit jedem freundlichen Börsentag weitere Optimisten hinzukommen. Im Juli 1998 spielte sich etwas Ähnliches ab: Nach einer längeren Seitwärtsbewegung ging der DOW JONES für ein paar Tage auf Rekordjagd. Die Zahl der Optimisten explodierte, weil kein Börsendienst die aus charttechnischer Sicht zu erwartenden Hausse verpassen wollte. Heute wissen wir, daß es eine Bullenfalle war.

Aber: Grundsätzlich ist die Zunahme der Optimisten positiv zu bewerten. Aus der Grafik erkennen wir, daß im letzten Jahr die deutliche Zunahme der Optimisten in den meisten Fällen ein vergleichsweise zuverlässiges Kaufsignal darstellte. Nach der mehrmonatigen Seitwärtsbewegung könnten neu hinzukommende Anleger ein Kursfeuerwerk auslösen.

Eine mögliche Strategie wäre es, den Anstieg des Indikators zum Anlaß zu nehmen, vorsichtig eine kleine Position US-Aktien aufzubauen. Im Bereich der Blue Chips wäre eine Mischung aus bisherigen Underperformern (z.B. Philip Morris) und bisherigen Outperformern (z.B. Intel) interessant. So wäre man dabei, sollte es tatsächlich einen Ausbruch über das bisherige Allzeithoch geben.

Allerdings deuten andere Faktoren (z.B. die außergewöhnlich hohe Bewertung von Aktien) immer noch auf Kursrisiken und Rückschlaggefahren hin. Deshalb ist es zu früh, "voll" auf steigende Kurse zu setzen. Haben wir eine Entwicklung wie im Juli 1998, kann der Aufschwung schnell wieder in sich zusammenfallen, weshalb eng gesetzte Stop Loss-Marken auf jeden Fall ratsam erscheinen.

08.11.1999

Die Zahl der Optimisten blieb niedrig, obwohl sich der DOW JONES stabilisierte. Es ist kein Stimmungsumschwung erkennbar, was die Gefahr eines weiteren Rückgangs stützt.

13.10.1999

Das Bulls/Bears-Ratio zeigt weiter abwärts. Besonders markant: Trotz der Rally am Aktienmarkt nahm die Zahl der Pessimisten zu. Die steigenden Zinsen lassen grüßen.

Damit ähnelt das Index/Indikator-Zusammenspiel dem 1998er Börsenverlauf: Erst nachdem der DOW JONES damals von 9.000 auf unter 8.000 Punkte gefallen war, erreichten die Bären einen zahlenmäßigen Überhang und schafften damit die Voraussetzung für einen Aufschwung.

Das scheint uns 1999 noch bevorzustehen: Die am 12.10. eingeleitete Korrektur könnte erst der Auftakt für weitere Verluste sein. Allerdings gibt es zu 1998 einen markanten Unterschied. Vor einem Jahr hatte Greenspan noch die Möglichkeit, die Zinsen zu senken (und damit die Rally anzufachen). Diesmal will er weiter an der Zinsschraube drehen, was die Stimmung schnell auf den Nullpunkt bringen könnte.

04.10.1999

Die Abwärtsbewegung setzte sich zwar fort, aber entgegen der Analyse vom 27.09. (s.u.) hielt die Unterstützung bei 10.100 Punkten. Wie 1998 dauert der Rückzug der Optimisten inzwischen drei Monate.

Zeichnet sich vielleicht schon eine Stabilisierung des Indikators ab? Zusammen mit der möglicherweise bevorstehenden Zinsentscheidung der FED könnte es in dieser Woche eine Trendwende geben: Sollte die Zahl der Optimisten überdurchschnittlich klettern, könnte das die Initialzündung für einen Anstieg des Marktes sein.

Auch wenn der Abwärtstrend des DOW JONES noch nicht geknackt sein sollte (= Anstieg über 10.700), so könnte doch die Kurve des Indikators schon sehr schnell einen Aufwärtstrend anzeigen. Schon eine Verbesserung des Ration von 1,3 auf 1,6 könnte den Turnaround einleiten.

27.09.1999

Die optimistischen Börsendienste sind immer noch klar in der Überzahl: Rund 43 Prozent rechnen mit steigenden Notierungen. Aber die Zahl der Optimisten wird ständig kleiner. Die Grafik zeigt, daß (ausnahmsweise) die Analysten recht hatten, die in den vergangenen Wochen ihre Einschätzung nach unten korrigierten.

Während der Talfahrt der vergangenen Woche, als der DOW JONES rund 550 Punkte fiel, meinten offenbar einige Analysten, daß eine gute Basis für den Einstieg erreicht war: An dem nach oben gerichteten Haken sehen Sie, daß eine kleine Gruppe von Optimisten das Ratio klettern ließ.

Angesichts des "Sommerschlußverkaufs" ist die Überlegung verständlich: Schließlich bekommt man heute die Aktien mit einem Abschlag von rund 10 Prozent gegenüber dem Allzeithoch.

Fraglich ist, ob die Schnäppchenjäger tatsächlich richtig liegen. Denn aus charttechnischer Sicht entstand ein neuer Trend: Der DOW JONES unterschritt wichtige Unterstützungsmarken, was neues Abwärtspotential erwarten läßt.

Während Anfang September die Entscheidung noch offen war und sogar neue Kursrekorde möglich erschienen, verschlechterten sich die Aussichten mit der Talfahrt des DOW JONES.

Unsere These:

Die kippende Stimmung wurde von der Börse mit fallenden Notierungen bestätigt (vergleichbar mit Oktober 1998, als die Stimmung zusammen mit dem Index im Tal drehte). Somit wäre der Indikator trendbestätigend.

Ähnliches erlebten wir in der Vergangenheit beim deutschen Aktienmarkt. Hier ist unser Maßstab zwar ein anderer Indikator, das Put/Call-Ratio der EUREX DAX-Optionen. Aber eine Interpretation der "Stimmung" erscheint vergleichbar: Verschlechterte sich in der Vergangenheit die Stimmung (= tendenziell steigendes Put/Call-Ratio) mit fallendem DAX, war die Talfahrt regelmäßig noch nicht beendet.

Für den amerikanischen Aktienmarkt könnte das bedeuten: Die Unterstützung von 10.000 Punkten dürfte der DOW JONES bald unterschreiten.

Wir werden berichten.



GERT SCHMIDT FINANZINFORMATIONEN